Erdbebensichere Neubauten

Neue Bauwerke müssen in enger Zusammenarbeit zwischen Architekt und Ingenieur gemäss geltender SIA-Normen erdbebengerecht entworfen, geplant und gebaut werden.

Seit Einführung der geltenden Tragwerksnormen SIA 260ff für Neubauten im Jahr 2003 können alle Bauherren die Bemessung und Projektierung eines Tragwerks nach modernen Erdbebenvorschriften vornehmen und somit eine hohe Sicherheit gewährleisten. Entwurf, Berechnung, Bemessung, konstruktive Gestaltung und korrekte Ausführung entscheiden wesentlich über die Erdbebensicherheit und die Schadenanfälligkeit eines Bauwerks. Werden diese Aspekte in enger Zusammenarbeit zwischen Architekt und Bauingenieur erarbeitet, dann liegen die Kosten für die Einhaltung der Erdbebenanforderungen unter
1 % der Gesamtbaukosten.

Erdbebengerechter Entwurf

Die frühe und enge Zusammenarbeit zwischen Architekt und Bauingenieur ist wesentlich bei der Planung eines erdbebengerechten Bauwerks, um architektonische Belange und Erdbebensicherheit optimal miteinander verbinden zu können. Um Erdbebensicherheit zu gewährleisten, ist ein robustes Tragwerk für die Abtragung der horizontalen Erdbebeneinwirkungen erforderlich. Dabei müssen die Aussteifungsbauteile (z. B. Wände oder Fachwerke) kontinuierlich über die Höhe des Gebäudes bis auf das Fundationsniveau durchlaufen und möglichst symmetrisch angeordnet sein. Die Aussteifungsbauteile müssen mit den Decken kraftschlüssig verbunden sein.

Neben der Tragstruktur ist im erdbebengerechten Entwurf die Erdbebensicherheit von nicht strukturellen Bauteilen, Installationen und Einrichtungen wie Fassaden, Trennwände, abgehängte Decken, Doppelböden, schwere Apparate und Leitungen zu berücksichtigen.

Wichtige Begriffe und Parameter der SIA-Normen

Die Erdbebengefährdung und die Bedeutung eines Bauwerks werden durch drei wichtige Parameter der geltenden Norm SIA 261 bestimmt. 

Erdbebenzone

Region, für welche ein einheitliches Gefährdungsniveau angenommen wird. Der relative Einfluss auf die normgemässen Erdbebeneinwirkungen variiert von 1,0 (Zone 1) bis 2,7 (Zone 3b).

Baugrundklasse

Klassierung des lokalen Baugrunds in eine von 6 definierten Klassen A bis F mit entsprechendem Verstärkungspotenzial der Erdbebeneinwirkungen. Der relative Einfluss auf die normgemässen Erdbebeneinwirkungen variiert von 1,0 bis 2,7.

Bauwerksklasse (BWK)

Klassierung des Bauwerks in eine von 3 definierten Bauwerksklassen je nach Bedeutung und Schadenpotenzial. Der relative Einfluss auf die normgemässen Erdbebeneinwirkungen variiert von 1,0 (BWK I) bis 1,4 (BWK III).

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Letzte Änderung 30.10.2018

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