Indikator Naturgefahren

Deckung potentieller Erdbebenschäden

Obwohl Erdbeben relativ selten sind, bergen sie in der Schweiz ein sehr grosses Risiko. Aufgrund der dichten Besiedlung und der hohen Sachwerte ist das Schadenspotenzial ausgesprochen hoch. Rückversicherer schätzen, dass eine Wiederholung des Erdbebens von Basel in 1356 heute zwischen 50 und 100 Mia. CHF an direkten Gebäude- und Inhaltsschäden verursachen würde. Viele Eigentümer stünden vor dem finanziellen Ruin. Der Indikator zeigt, bis zu welcher Summe allfällige Erdbebenschäden gedeckt sind.

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
negativ negativ
Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2017: 3 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2016: 3 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2015: 3 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2014: 3 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2011: 3 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2010: 3.2 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2009: 3.2 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2008: 3.2 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2004: 3.2 Maximale Entschädigungssumme pro Ereignis 2001: 3.2

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Schweizerischer Pool für die Erdbebendeckung; Gebäudeversicherung Kanton Zürich; Schweizerischer Versicherungsverband
Kommentar

Im Rahmen der obligatorischen Feuer- und Elementarschadenversicherungen sind Erdbebenschäden nicht gedeckt. Entsprechende Leistungen werden lediglich auf freiwilliger Basis erbracht. So haben sich 17 kantonale Gebäudeversicherer zum Schweizerischen Pool für Erdbebendeckung zusammengeschlossen, der im Fall eines Erdbebens freiwillige Leistungen erbringt. Zurzeit beträgt die Deckung des Erdbebenpools 2 Mia. CHF; für ein zweites Erdbeben im gleichen Jahr stehen weitere 2 Mia. CHF zur Verfügung. Die Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons Zürich deckt Erdbebenschäden (obligatorisch). Die Deckung hat eine Kapazität von 1 Mia. pro Ereignis.

In den restlichen acht Kantonen stehen hingegen keine Mittel für freiwillige Entschädigungen nach einem Erdbeben bereit. Die Deckung durch private Policen wurde bisher nicht erhoben.

Insgesamt decken die heutigen Leistungen nur einen kleinen Teil des Risikos für Erdbebenschäden ab. Wünschenswert wäre ein Anstieg der Leistungen, in den letzten Jahren hat die Deckungskapazität jedoch tendenziell sogar abgenommen. Deshalb werden Zustand und Entwicklung als negativ bewertet.

 Die Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung ist verschiedentlich thematisiert und kontrovers diskutiert worden. Da sich die Kantone nicht einig sind, ist die Einführung eines landesweiten Obligatoriums durch Konkordat zurzeit nicht möglich. Weiterhin kann der Bund ohne Verfassungsänderung kein Obligatorium verlangen und kann sich nicht finanziell an einer allfälligen Lösung der Kantone durch Konkordat beteiligen.

Methode

Die Daten werden mittels einer regelmässigen Prüfung der Situation durch den Fachbereich Erdbeben der Sektion Störfall- und Erdbebenvorsorge des BAFU erhoben (direkte Kontakte mit Versicherungen, Mitwirkung bei der Beantwortung von parlamentarischen Vorstössen).

 

 
Zuletzt aktualisiert am: 04.07.2018

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