2. Newsletter Wald 2017 (29.06.2017)

Josef Hess
Josef Hess, Vizedirektor BAFU

Editorial von Josef Hess, Vizedirektor BAFU

Liebe Leserinnen und Leser

Vom Kanton Obwalden bin ich zum Bund ans BAFU gekommen, und nun kehre ich wieder in meinen Heimatkanton zurück. Dazwischen liegen acht äusserst abwechslungsreiche, lehrreiche und auch intensive Jahre.

Es war immer wieder wertvoll, dass ich als Vizedirektor des BAFU auch die Interessen und Herausforderungen eines Kantons kannte. Das half mir und meinem Team, das Verständnis zwischen dem Bund und den Kantonen zu fördern und die im Waldbereich so zentrale Verbundaufgabe weiterzuentwickeln.

Die am 1.1.2017 in Kraft getretene Ergänzung des Waldgesetzes war eines meiner prägendsten Geschäfte in den vier Jahren als Vizedirektor. Ich habe mich für diese Revision persönlich stark engagiert in engem Kontakt mit Vertretern von Kantonen, Waldeigentümern, Naturschutzorganisationen, Forschung und Bildung und mit Fachexperten.

Die Grundlage für die Ergänzung des Waldgesetzes bildete die vom Bundesrat verabschiedete Waldpolitik 2020. Dieses Dokument wurde in der Debatte in den Räten als solide Basis für eine integrale Waldpolitik gewürdigt. Und davon bin ich auch selber voll überzeugt. Der nun vorliegende Zwischenbericht zur Waldpolitik 2020 (siehe unten) zeigt, dass wir in den letzten Jahren am BAFU unsere „Hausaufgaben“ grösstenteils gemacht haben und in den meisten Bereichen gut unterwegs sind. Allerdings ist der Weg noch nicht überall zur Hälfte geschafft, obwohl wir Halbzeit haben. Etwa bei der Ausschöpfung des Holznutzungspotentials oder der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Waldwirtschaft gibt es noch einiges zu tun. Das Engagement aller Akteure ist daher weiterhin zentral.

Ebenfalls eine Errungenschaft ist die Erneuerung der Ressourcenpolitik Holz und der für die Umsetzung zentrale Aktionsplan Holz. Ich bin stolz, dass dessen Verankerung in der Waldgesetzgebung geglückt ist und sich der Bund nun in diesem Bereich langfristig und zuverlässig engagieren kann.

Diese Projekte und vieles mehr sind nur möglich dank kompetenten und engagierten Mitarbeitenden beim BAFU, bei anderen Bundesstellen, in den Kantonen und den unterschiedlichen Akteuren, mit denen ich eine wertschätzende, hochstehende und konstruktive Zusammenarbeit pflegen durfte. Dafür bedanke ich mich herzlich.

Mit der Rückkehr zum Kanton Obwalden steht mir nun ein erneuter Perspektivenwechsel bevor. Thematisch wird mein Fokus breiter: ich werde mich als Mitglied der Regierung nicht nur für eine bessere Umwelt einsetzen, sondern auch für eine gute Infrastruktur, für einen wirtschaftlich und steuerlich attraktiven Kanton sowie für eine angemessene Bildungs- und Gesundheitsversorgung.

Ich wünsche Ihnen und dem Wald eine blühende Zukunft.

Sepp Hess

Vizedirektor BAFU



Zwischenbericht zur Waldpolitik 2020

Im Jahr 2011 verabschiedete der Bundesrat die Waldpolitik 2020. Damit sollen die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald optimal aufeinander abgestimmt werden. Ende 2015 ging die erste Umsetzungsetappe zu Ende. Dies war der Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Das BAFU beauftragte die ETH Zürich und die HAFL mit der Ausarbeitung eines Zwischenberichts. Darin wird einerseits der Stand der Massnahmenumsetzung beim Bund, bei den Kantonen und weiteren zentralen Akteuren aufgezeigt und andererseits die Zielerreichung gemessen.

Gemäss der nun vorliegenden Studie  ist die Massnahmenumsetzung zwar grundsätzlich auf Kurs, und bei der Zielerreichung sind Fortschritte sichtbar. Die Studie zeigt aber auch, dass gewisse Defizite oder Verzögerungen bestehen. Das BAFU hat aus den Resultaten seine Folgerungen für die zweite Umsetzungsetappe bis Ende 2019 gezogen und diese mit den Kantonen (KOK) und den zentralen Akteuren (Foren  Wald und Holz) diskutiert. Den Kantonen, Waldeigentümern, Bewirtschaftern, Waldfachleuten oder Verbänden bietet sich die Gelegenheit, ebenfalls eine Standortbestimmung vorzunehmen und ihr Engagement zu justieren.


Waldschutz

Bericht Artenpriorisierung

Der KOK-Ausschuss und die Abteilung Wald gründeten anfangs 2016 eine gemeinsame Gruppe zur Überarbeitung der Artenpriorisierung. Diese Arbeitsgruppe hat nach einem Jahr Arbeit einen Bericht geliefert, welcher nicht nur eine Liste der national prioritären Schadorganismen für den Wald beinhaltet, sondern auch eine Methodik mit Kriterien zur Priorisierung, welche den Kantonen zur Anwendung empfohlen wird. Auf der strategischen Ebene hilft die Priorisierung bei der personellen und finanziellen Ressourcenplanung, sich auf die im Bereich biotischen Waldschutz wichtigsten Herausforderungen zu konzentrieren (z.B. Forschung, Grundlagenbeschaffung, Vollzugshilfemodule, usw.).

Strategie zum Eschentriebsterben

Am 12.06.2015 hatte die KOK und das BAFU in Olten einen gemeinsamen Medienanlass zum Eschentriebsterben durchgeführt. Bund und Kantone wiesen damals auf die Wichtigkeit der Esche als zweithäufigste Laubbaumart in der Schweiz hin und eine Strategie in Aussicht gestellt. 2016 wurde die „Taskforce Eschentriebsterben“ eingesetzt mit dem Auftrag, eine nationale Strategie zur Bewältigung des Eschentriebsterbens zu entwickeln. Die Taskforce, welche sich aus Vertretern des Bundes und der Kantone zusammen setzt, empfiehlt ein breit angelegtes Vorgehen im Umgang mit dem Eschentriebsterben, bestehend aus den folgenden fünf strategischen Stossrichtungen: Verhinderung neuer Einschleppungen, Förderung toleranter Eschen in der Natur, Prüfung von Ersatzbaumarten, Untersuchung biologischer Kontrollmöglichkeiten und Monitoring sowie einige Querschnittsaufgaben.

Am 01. Juni 2017 hat die Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft (KWL) den Bericht Artenpriorisierung für den Wald genehmigt und die Strategie zum Eschentriebsterben einstimmig zur Kenntnis genommen. Das BAFU hatte die Dokumente bereits zuvor genehmigt und dankt allen Mitgliedern der Arbeitsgruppen für den intensiven Einsatz.


Die Klimastiftung Schweiz, WaldSchweiz und KoK lancieren neues Waldpflegeprogramm

Schwer zugängliche Wälder werden nicht bewirtschaftet, wenn der Verkaufspreis des Holzes die Kosten eines Holzschlags nicht deckt. Solche Wälder werden immer älter und nehmen weniger CO2 aus der Luft auf. Die Klimastiftung Schweiz bietet deshalb eine Unterstützung an für Holzschläge in schwer zugänglichen Wäldern, die über 30 Jahre nicht bewirtschaftet wurden. Waldeigentümervereine, Korporationen, Kooperativen und Bürgergemeinden können einen entsprechenden Antrag stellen. Pro Hektare verjüngtem Wald zahlt die Stiftung 2'000 Franken (total 2 Mio. CHF für die nächsten 4 Jahre).
Weitere Informationen unter: 


Weitere Informationen

Neue Ausgabe des « Switzerland’s National greenhouse gas Inventory Report 2017 (GHG Inventory 1990-2015)

Mitte April 2017 hat die Schweiz ihr nationales Treibhausgasinventar publiziert. Dieses Inventar bildet die Grundlage zur Erreichung des Reduktionsziels unter dem Kyoto Protokoll. Im Inventar wird die Bilanz von Wald und Holz gegenüber einem projizierten Referenzwert gerechnet. Für 2013 bis 2015 beträgt die anrechenbare Senkenleistung von Wald und Holzprodukten rund 0.3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.


Waldschutz-Überblick 2016

Waldschutz Schweiz hat den Waldschutz-Überblick 2016 veröffentlicht.  Darin sind die Zusammenhänge zwischen der Witterung und dem Auftreten der Schadorganismen sowie die Wildschäden in der Schweiz im Jahre 2016 festgehalten. Autorinnen und Autoren des Überblicks sind F. Meier, B. Forster, O. Odermatt, D. Höllinh, J. Meyer, V. Dubach, S. Schneider, U. Wasem, sowie V. Queloz.


Konferenz Waldplanung - Nachhaltige Waldverjüngung am 23. November in Grangeneuve FR

Beiträge für Postersession

Gegenstand der Konferenz „Waldplanung vom 23. November 2017“ sind Methoden und Grundlagen zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der Waldverjüngung. Aus Sicht Waldplanung sollen folgende Fragen beantwortet werden: Wie ist der Stand des Wissens zur nachhaltigen Waldverjüngung im In- und Ausland? Welches sind die anerkannten Methoden, Kenngrössen und Lösungsansätze und über welche Verbreitung verfügen diese? Welches sind die massgeblichen Fragestellungen und Bedürfnisse der planungsverantwortlichen Fachpersonen? Zur Beantwortung dieser Fragen wird auch eine Postersession organisiert. Es besteht die Möglichkeit, weitere Beiträge aus Forschung und Praxis in Form von Postern zu präsentieren. Themen können Sie bis am Montag, 2. Oktober 2017 anmelden bei:

Koordinationsstelle der AG WaPlaMa
c/o Hasspacher&Iseli GmbH
hp@hasspacher-iseli.ch


UNO-Waldplan unter dem UN Waldforum einstimmig angenommen

Am 27. April 2017 hat die UNO Generalversammlung den United Nations strategic plan for forests 2017-2030 einstimmig angenommen. Damit ist diese Strategie mit 26 globalen Waldzielen auf höchster internationaler Ebene angesiedelt und gilt für alle 194 Länder und für alle waldrelevanten Prozesse der UNO. Die Schweiz beteiligt sich an diversen Aktivitäten des Arbeitsprogramms bis 2020 und wird regelmässig über die erreichten Ziele berichten.


Anlässe

#WOODVETIA: Logo

#WOODVETIA ist vom 17.-20. August 2017 mit einem Stand an der Forstmesse in Luzern vertreten.


Tage des Schweizer Holzes

Tage des Schweizer Holzes am 15. und 16. September 2017

An 28 Orten in der Schweiz werden am Freitag und Samstag, 14. und 15. September 2017, die «Tage des Schweizer Holzes» durchgeführt. Die Besuchenden erhalten die einmalige Gelegenheit, die Holzverarbeitung vom Wald bis zur Schreinerei zu erleben.

Die Aktion macht einerseits die breite Öffentlichkeit auf die Wertschöpfungskette Holz und die Vorteile der Verwendung von Schweizer Holzprodukten aufmerksam. Andererseits soll der Anlass auch in die Branche selbst ausstrahlen und insbesondere die zweite Holzverarbeitungsstufe auf das Herkunftszeichen Schweizer Holz hinweisen. Der Anlass dient ebenfalls der Berufswerbung innerhalb der Holzkette.


125. Geburtstag der IUFRO

Vom 18. bis 22. September 2017 wird in Freiburg im Breisgau (D) gefeiert. Der Internationale Verband Forstlicher Forschungsanstalten IUFRO mit heute 15‘000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in über 120 Ländern wird einen Dialog über die Zukunft der Wälder und der Waldforschung einrichten. BAFU-Direktor Marc Chardonnens wird dabei den wichtigen Beitrag der Schweiz beleuchten und über die neuesten Forschungsresultate zu Wald und Anpassung an den Klimawandel berichten.

iufro2017.com


70. Geburtstag des UNO Wald- und Holzkommittees in Genf

Die europäische Waldwoche findet vom 9.-13. Oktober 2017 in Warschau, Polen, statt. Mit der Bewilligung des neuen Arbeitsprogramms 2018-21 für acht Arbeitsgruppen werden die neuen Schwerpunkte gelegt, z.B. zu Wald und Klimawandel, Waldmonitoring, innovativen Holzmärkten und attraktiven Arbeitsstellen im Wald. Weiter wird die strategisch und inhaltlich wichtige Zusammenarbeit in Europa zu Wald und Holz seit 70 Jahren zwischen UNECE und FAO gewürdigt und für die Zukunft gestärkt.


3. Forum für Wissenstransfer Wald 2018


Im Frühling nächsten Jahres findet zum dritten Mal das Forum für Wissenstransfer Wald am Bildungszentrum Wald in Lyss statt. Am Donnerstag, 24. Mai 2018, treffen sich Waldfachpersonen aus Praxis, Forschung und Bildung für einen Wissens- und Erfahrungs-Austausch. Den Referaten und Plenumsdiskussionen des Vormittags folgt eine Reihe kurzer Ateliers mit Beiträgen aus Praxis und Forschung, wo Erkenntnisse und Lösungsansätze zu unterschiedlichen aktuellen Themen vorgestellt und diskutiert werden. Informationen zum Programm und zur Anmeldung von Atelierbeiträgen folgen im Herbst auf der BAFU Webseite. 


Personelles

Neue Mitarbeiterin im Sekretariat

Seit dem 1. Juni verstärkt Elisabeth Schalbetter das Sekretariat der Abteilung Wald des BAFU. Sie tritt die Nachfolge von Elzana Rebronja an, welche die Abt. Wald nach rund 2 Jahren verlässt. Elzana Rebronja absolvierte die Lehre am BAFU und hatte anschliessend eine befristete Anstellung in der Abteilung Wald. Wir wünschen ihr alles Gute für ihre berufliche und private Zukunft.

Kontakt
Letzte Änderung 29.06.2017

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