2. Newsletter Wald 2019 (02.07.2019)

Kammerhofer Alfred

Editorial von Alfred Kammerhofer

Liebe Leserinnen und Leser

Schon bald ist das erste Halbjahr vorbei, und so vieles ist passiert. Die berechtigte Sorge um die Folgeschäden des letzten Hitzesommers und des Sturms Burglind beschäftigten nicht nur Forstleute. Und schon prognostizieren einige Meteorologen den nächsten Hitzesommer, welcher unseren Wäldern wiederum zusetzen dürfte.

Umso erfreulicher, dass nun die nächste Phase der Sensibilisierungskampagne für mehr Schweizer Holz «Woodvetia – Das Land der Holzvielfalt» im Juni gestartet wurde – mit positiven Botschaften rund um das Holz sowie erfrischend überraschenden Einblicken in verschiedene Holzanwendungen.

Mit viel positiver Energie und Elan starteten auch die Workshops zur Aktualisierung der Ressourcenpolitik Holz und dessen Umsetzungsprogramm Aktionsplan Holz. Es geht darum, die Holzpolitik auf die aktuellen und neuen Herausforderungen abzustimmen. Denn noch immer ist es so, dass der Holzerlös der eigentliche Motor einer nachhaltigen und multifunktionellen Waldbewirtschaftung ist. Und Holz leistet auch einen wichtigen Beitrag zur sogenannten Dekarbonisierung unserer Gesellschaft und Wirtschaft. So können Ziele der Klimapolitik und Energiepolitik leichter erreicht werden. Die Haltung des Nationalrates vom 5. Juni 2019 ist ein starkes Zeichen für den sorgfältigeren Umgang mit Wald auf globaler Ebene. Mit 177 zu 3 Stimmen, will die grosse Kammer den Handel von illegal gefälltem Holz in der Schweiz verbieten. Geht es nach dem Nationalrat, soll zukünftig nur legales und nachhaltiges Holz gehandelt werden und für ausgewählte Produkte soll weiterhin eine Deklarationspflicht  gelten.

Die Herausforderungen werden nicht geringer, aber die politischen Signale stimmen zuversichtlich – für die Stärkung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und eine starke Zukunft der Versorgung, Verarbeitung und Verwendung von Holz aus dem Schweizer Wald.

Alfred W. Kammerhofer
Sektionschef Holz- und Waldwirtschaft, Abteilung Wald, Bundesamt für Umwelt BAFU



Waldpolitik nach 2020

Das UVEK hat beschlossen, die Ziele der aktuellen Waldpolitik des Bundes nach dem Jahr 2020 weiterzuführen und für die Zeit ab 2021 neue Massnahmen zu definieren. Es hat dem BAFU den Auftrag erteilt, die neuen Massnahmen zu erarbeiten und diese durch das UVEK verabschieden zu lassen.

Das BAFU hat nun in den letzten Monaten zusammen mit ausgewählten Fachspezialistinnen und -spezialisten den Massnahmenplan überarbeitet und bezieht die zentralen Akteure in einem partizipativen Prozess mit ein. Dadurch soll erreicht werden, dass die spätere Umsetzung der Massnahmen von den Akteuren mitgetragen wird und eine effektive sowie effiziente Zielerreichung möglich wird.

Daher wird das BAFU von Anfang Juli bis Ende August 2019 eine schriftliche Anhörung der Massnahmenvorschläge bei ausgewählten Akteuren durchführen. Die Ergebnisse werden Ende September im Rahmen eines Workshops mit den Vertretern von betroffenen Organisationen behandelt und der neue Massnahmenplan wird für den weiteren Prozess der Verabschiedung vorbereitet.


WOODVETIA – das Land der Holzvielfalt

 «Wie eine Zürcherin einer Ausserrhoderin ihre Ecken und Kanten zeigte»: So und ähnlich machen die Schweizer Holzwirtschaft und das Bundesamt für Umwelt künftig auf Schweizer Holz aufmerksam.
Im Juni startete die neue Kampagne «Woodvetia – das Land der Holzvielfalt».  Sie lässt den Rohstoff aus unseren hiesigen Wäldern in spannender und humorvoller Art lebendig werden. Das Label Schweizer Holz zeigt sich in einem neuen Look.

Die dreisprachige Kampagne basiert auf «hölzigen» Geschichten, die sieben reale Objekte aus Schweizer Holz zeigen. Das Herzstück sind TV-Spots, die im Schweizer Fernsehen gezeigt werden. Zum ersten Mal wurde der Spot am 9. Juni vor der Sendung «Pfahlbauer Reloaded» auf SRF1 in deutscher Sprache ausgestrahlt. Auf RTS „un“ Noon, um 12.45 ab Juli und im Tessin Ende Jahr vor „La mia banda suona il volk“.

Woodvetia - Das Land der Holzvielfalt

Zukunft Ressourcenpolitik Holz und Aktionsplan Holz

Am 11.6.2019 fand ein eintägiger Workshop zur zukünftigen Ausrichtung der Ressourcenpolitik Holz und seinem Umsetzungsinstrument Aktionsplan Holz mit Vertretern der Branche, Praxis, Kantonen und Forschung statt. Es ging darum, relevante Themen für die künftige Ressourcenpolitik Holz zu sammeln und zu diskutieren. Auch die strategische Ausrichtung war Thema. Die engagierten Teilnehmenden brachten wertvolle Impulse aus der Wirtschaft, Forschung und anderen Sektoralpolitiken. Ende Jahr wird die BAFU Direktion über die Aktualisierung der Ressourcenpolitik Holz und die Nachfolge des Aktionsplans Holz entscheiden.


Umweltschutzgesetz - Verbot des Inverkehrbringens von illegal geschlagenem Holz

Nationalrat will Handel mit illegal gefälltem Holz verbieten (SDA-Meldung - Debatte im Nationalrat, 05.06.2019)
Illegal gefälltes Holz soll in der Schweiz nicht mehr gehandelt werden dürfen. Der Nationalrat hat am Mittwoch einer Änderung des Umweltgesetzes zugestimmt, um Handelshemmnisse gegenüber der EU abzubauen. Er zielt damit auch auf das umstrittene Palmöl.

Der Nationalrat geht in einigen Schritten weiter als der bundesrätliche Vorschlag. Dieser sieht vor, dass Händler dokumentieren müssen, von wem sie Holz und Holzerzeugnisse bezogen haben und wem sie diese weitergegeben haben. Der Nationalrat will zusätzlich, dass Händler verpflichtet werden, die Konsumentinnen und Konsumenten über die Art des Holzes sowie über dessen Herkunft zu informieren.

Details zum Geschäft:
www.parlament.ch


Forstmesse 2019: Wie mache ich den Wald fit für das zukünftige Klima?

Es wird wärmer und im Sommer trockener. Dies hat Auswirkungen auf die klimatische Eignung der Baumarten auf ihren heutigen Standorten und bedingt Anpassungsmassnahmen.

An der Forstmesse präsentieren das BAFU, die WSL und die Kantone an einem gemeinsamen Stand eine neue App, die Fachleute bei der Wahl zukunftsfähiger Baumarten unterstützt, um die Wälder besser an den Klimawandel anzupassen. Die App zeigt für jeden Punkt im Schweizer Wald die künftig zu erwartende Vegetationshöhenstufe an und gibt Empfehlungen und Erläuterungen zur Baumartenwahl ab.
Der Stand befindet sich gegenüber der Sonderschau «Treffpunkt Forst, Forêt, Foresta» im hinteren Teil der Halle 2.
Die Grundlagen für die zukünftige Baumartenwahl wurden im Forschungsprogramm «Wald und Klimawandel» von der WSL und dem BAFU erarbeitet.

Zu diesem Thema organisiert der Kanton Luzern, unterstützt von WSL und BAFU am 14. August 2019 – einen Tag vor der Messe-Eröffnung – in Luzern eine Medienorientierung.


Vernehmlassung zum Umweltschutzgesetz (USG - Massnahmen gegen invasive gebietsfremde Arten) eröffnet

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 15.05.2019 die Vernehmlassung zur USG-Revision über invasive gebietsfremde Arten eröffnet. Die Vorlage basiert auf der vom Bundesrat am 18. Mai 2016 gutgeheissenen Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten. Mit der Änderung des Umweltschutzgesetzes soll die Grundlage geschaffen werden für neue Vorschriften zur Verhütung, Bekämpfung und Überwachung von invasiven gebietsfremden Organismen. Namentlich sollen Massnahmen an der Landesgrenze sowie verbindliche Meldungs- und Bekämpfungspflichten möglich sein. Auch sollen Private verpflichtet werden können, gewisse Bekämpfungsmassnahmen auf ihrem Grundstück zu treffen bzw. solche Massnahmen zu dulden. Die Vernehmlassung dauert bis zum 04.09.2019.


ITW Thema 2020: Wald und Biodiversität

Das Thema des nächsten Internationalen Tag des Waldes ITW wurde von der UNECE/FAO festgelegt. Am 21. März 2020 wird nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit über die Biodiversität im Wald kommuniziert. Erste Planungen sind im BAFU bereits angelaufen.

Falls es nebst den ITW- Partnern weitere Interessierte hat, welche mitwirken möchten, können Sie sich gerne melden bei: Adrian Schmutz


Weitere Informationen

Ereignisbewältigung Borkenkäfer / Hitzesommer
Seit Anfang Jahr treffen sich Vertreter von Bund, Kantonen und Branche regelmässig, um die aktuelle Lage zu analysieren, allfällige Massnahmen vorzuschlagen und die notwendige Koordination sicherzustellen.

Anhörung Aktualisierung Landschaftskonzept Schweiz (LKS)
Das Landschaftskonzept Schweiz LKS von 1997 wird in einem breit abgestützten Verfahren aktualisiert. Es formuliert eine Strategie und vierzehn Landschaftsqualitätsziele für den Zeithorizont 2040, sowie Sachziele für dreizehn landschaftsrelevanten Politikbereiche des Bundes, darunter der Wald. Ergänzend werden in einem Massnahmenplan Massnahmen der betroffenen Bundesstellen identifiziert. Für den Wald sind es deren fünf. Die Anhörung und öffentliche Mitwirkung laufen vom 20. Mai bis 15. September 2019.

www.bafu.admin.ch/landschaftskonzept

Newsletter Aktionsplan Holz vom 1. Juli 2019 mit folgenden Themen

  • Kampagne «WOODVETIA – das Land der Holzvielfalt»
  • Studie «Bioproduktewerk Schweiz»
  • Bedarfserhebung «Holz Technikum Schweiz»
  • Machbarkeitsstudie «Buchenhalbstoffe aus Bioproduktewerk Schweiz»
  • Ressourcenpolitik Holz und sein Umsetzungsprogramm ab 2020
  • Daten und Worte

Personelles

Seit Anfang Juni arbeitet Cornelia Weber im Sekretariat der Abteilung Wald. Sie ist gelernte Kauffrau und Natur- und Umweltfachfrau mit eidg. Fachausweis.

Am 1. September 2019 wird Christian Aebischer in der Sektion Holz- und Waldwirtschaft die Dossiers Holzforschung und -förderung mit Schwerpunkt Bauen und Sanieren, CO2 und Holz sowie Ökobilanzierung von Holzprodukten übernehmen. Er folgt Werner Riegger nach, der Ende 2018 in Pension gegangen ist.

Wir heissen die beiden neuen Mitarbeitenden herzlich willkommen.

Kontakt
Letzte Änderung 02.07.2019

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