Drittes Forum Wissenstransfer vom 24. Mai 2018

Das Forum Wissenstransfer Wald wurde am 24. Mai 2018 bereits zum dritten Mal nach 2011 und 2014 erfolgreich ausgetragen. An der Försterschule in Lyss trafen sich über 150 Fachleute um neue Erkenntnisse über Wald-, Holz- und Naturthemen zu erfahren und auszutauschen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Ziel dieses Forums war es, den Erfahrungs- und Wissensaustausch unter den Teilnehmenden zu fördern und sie zur Weiterverbreitung des neu erlangten Wissens zu motivieren. Denn alle fünf Jahre verdoppelt sich das Wissen. Zentrale Elemente für einen erfolgreichen Wissenstransfer sind gut aufbereitete und auf die Zielgruppe ausgerichtete Informationen sowie die Bereitschaft der verschiedenen Akteure, diese Informationen aufzunehmen und weiterzugeben. Durch die Veranstaltung führten Gerda Jimmy vom BAFU und Andreas Bernasconi von Pan Bern.

Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen

Am Vormittag wurde die Zukunft unseres Waldes aus drei verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

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Daniel Dubas vom Bundesamt für Raumentwicklung ARE stellte in seinem Referat die Agenda 2030 vor. 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung mit ihren 169 Unterzielen bilden das Kernstück dieser Agenda. Sie tragen der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimension der nachhaltigen Entwicklung Rechnung und führen zum ersten Mal Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung in einer Agenda zusammen. Das Ziel 15, dem auch der Wald zugeordnet wird, will Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern. Die Herausforderungen sind dabei je nach Land sehr unterschiedlich.

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Katharina Lehmann,  Vorsitzende der Blumer-Lehmann AG zeigte in Ihrer Präsentation eindrücklich, welch ästhetisch und technisch beeindruckende Gestaltungsformen im modernen Holzbau realisiert werden können. Immer häufiger werden dabei Elemente und Module vorgefertigt, um die Montage- und somit die Bauzeit zu verkürzen. Herausfordernd wird sein, in der Schweiz auch zukünftig genügend Verwertungsmöglichkeiten für das Restholz zu haben. Denn 40% des verarbeiteten Holzes fallen als Restholz an. Frau Lehmann betonte, dass in unmittelbarer Zukunft Fichte und Tanne die wichtigsten Rohstoffe im Holzbau bleiben werden. «Wichtig sind für die Holzbranche auch starke und vertrauensbildende Partnerschaften mit der Waldwirtschaft, denn nachhaltiges Bauen mit Holz wird auch in Zukunft bedeutend sein» unterstrich Frau Lehmann zum Abschluss.

High-Tech Holz (PDF, 12 MB, 03.06.2018)Katharina Lehmann, Lehmann Gruppe, Gossau

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«Wie können wir den Wald bei der Anpassung an den Klimawandel optimal unterstützen?» Dieser Frage widmete sich Peter Brang von der WSL im Rahmen seines Referats. Er führte aus, dass sich der Wald auch selber anpassen könnte, nur würde dies erheblich länger dauern und gewisse Waldleistungen könnten dann nicht mehr gewährleistet werden. Dass sich das Klima bis Ende des 21. Jahrhunderts weiter erwärmt, gilt als gesichert, allerdings ist das Ausmass nicht klar. Denkbar ist dannzumal im Schweizer Mittelland ein Klima wie es heute in der Toskana üblich ist. Dadurch sind Absterbephänomene wahrscheinlich, die den Wald an sich aber nicht gefährden dürften. Nicht sicher ist, ob dann noch alle Waldleistungen erbracht werden könnten.

Am naturnahen Waldbau sollte auch in Zukunft festgehalten werden, jedoch muss der Klimawandel als neues Entscheidkriterium mitberücksichtigt werden. Das bedeutet beispielsweise zukunftsfähige Baumarten sowie die Vielfalt der Arten allgemein mit gezielten Eingriffen stärker zu fördern, teilweise auch mit Pflanzungen, und die Beobachtungen gut zu dokumentieren.



Wissen kompakt in zahlreichen Ateliers

Am Nachmittag konnten alle Teilnehmenden bis zu 6 Ateliers besuchen. Zur Auswahl standen total 37 Ateliers, wo in Kleingruppen Vorträge und Workshops zu einer breiten Themenpalette von Waldpädagogik über Technologieeinsatz zu Waldbau und –management angeboten wurden. Eine Übersicht und vertiefende Informationen zu den Ateliers finden Sie nachfolgend.

Organisation

Der Anlass wurde von der Arbeitsgruppe Wissenstransfer Wald Schweiz organisiert. In der Arbeitsgruppe sind folgende Institutionen vertreten: BAFU, WSL, Bildungszentrum Wald Lyss, ibW Bildungszentrum Wald und Holz Maienfeld, WaldSchweiz, Fortbildung Wald und Landschaft, OdA Wald Schweiz, sia Fachverein Wald, ETHZ, HAFL, SFV, VSF, FUS und Forstdienste Lenzia.

 

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Kontakt
Letzte Änderung 05.06.2018

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