Indikator Wirtschaft und Konsum

Energie-Fussabdruck

Die Nutzung von Energie ist mit Umweltbelastungen wie etwa Luftverschmutzung und Klimaerwärmung verbunden. Deshalb ist es wichtig, den Energieverbrauch zu reduzieren. Erneuerbare Energien sollten dabei einen möglichst grossen Anteil abdecken, denn sie weisen in der Regel eine bedeutend bessere Umweltbilanz auf als fossile Energien wie Erdöl, Gas und Kohle sowie tiefere Risiken als Atomkraft.

Der Energie-Fussabdruck zeigt, wie viel Primärenergie im In- und Ausland durch den Schweizer Konsum verbraucht wird. Dabei wird Energieverbrauch, der durch die Produktion von importierten Gütern im Ausland entsteht, berücksichtigt, nicht aber der Verbrauch, der bei der inländischen Produktion von Exportgütern anfällt. Dies unterscheidet die Fussabdruckperspektive von der gängigen Perspektive, die ausschliesslich die Energie betrachtet, die im Inland verbraucht wird (siehe Indikator Endenergieverbrauch).

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
unbefriedigend unbefriedigend
Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2015: 1347.72090796309 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2015: 6667.58730531531 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2014: 1294.86880610421 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2014: 6694.58957346126 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2013: 1332.64463580041 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2013: 7179.78393664921 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2012: 1245.53303045712 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2012: 7165.72308514652 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2011: 1142.11679068091 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2011: 7407.70287714687 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2010: 1119.79533202646 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2010: 7524.29620778634 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2009: 981.807193382843 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2009: 7447.4023517558 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2008: 1047.47303609389 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2008: 7814.48329559274 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2007: 998.465743064556 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2007: 7875.91292852085 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2006: 947.432198687227 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2006: 8215.6111148409 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2005: 950.977263460038 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2005: 8099.35528084522 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2004: 883.54195245707 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2004: 8198.85077985648 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2003: 878.529031485118 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2003: 8149.78892562763 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2002: 786.343297033413 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2002: 8120.40805194681 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2001: 725.807828093765 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2001: 8394.32980753722 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 2000: 807.340594940801 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 2000: 8067.24517721176 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 1999: 919.259860555793 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 1999: 7822.96955928552 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 1998: 841.473905590975 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 1998: 7982.09630604214 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 1997: 851.509741270699 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 1997: 7523.01731500537 Primärenergieaufwand pro Person, erneuerbar 1996: 828.001454965731 Primärenergieaufwand pro Person, nicht erneuerbar 1996: 7835.48340192764

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: BAFU, BFS: STATPOP/ESPOP, BIP
Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2015: 121.712117046149 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2014: 121.758792332144 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2013: 115.125446285879 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2012: 115.125969649975 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2011: 113.552059926316 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2010: 111.431595886893 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2009: 111.689152182972 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2008: 107.482136084014 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2007: 108.166995112693 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2006: 105.373005113412 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2005: 105.090281714979 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2004: 104.492038182371 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2003: 101.512839388682 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2002: 102.645359583598 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2001: 102.952877432594 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 2000: 104.809052806623 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 1999: 103.495227635882 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 1998: 103.611585798814 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 1997: 105.250442459761 Entwicklung der konsumbezogenen Energie-Effizienz 1996: 100

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: BAFU, BFS: STATPOP/ESPOP, BIP
Kommentar

Der Energie-Fussabdruck pro Person verringerte sich zwischen 1996 und 2015 um etwas über 7% auf eine Dauerleistung von rund 8‘000 Watt pro Person. Da die Bevölkerung in diesem Zeitraum jedoch um 17% zugenommen hat, ist er absolut gesehen um 8% gewachsen.

Der Energie-Fussabdruck besteht zu einem grossen Teil aus nicht erneuerbaren Energien und liegt weit über einem Mass, dass (hochgerechnet auf die Weltbevölkerung) mit den Belastbarkeitsgrenzen des Planeten vereinbar wäre. Gemäss der 2000-Watt-Gesellschaft liegt das Ziel für den Energie-Fussabdruck im Zieljahr 2100 bei 2000 Watt und einem nicht erneuerbaren Anteil von 500 Watt pro Person. Der dafür notwendige Reduktionspfad wird mit der bisherigen Abnahme bei weitem verfehlt. Gemessen am Bericht des Weltklimarates vom Oktober 2018 ist das Ziel zudem zurückhaltend (IPCC 2018). Aus diesem Grund wird der Zustand als negativ und die Entwicklung als unbefriedigend bewertet.

Zwischen 1996 und 2016 stieg der Anteil erneuerbarer Energien leicht von 10% auf 17%. Das bedeutet, dass immer noch rund 83 % des Energie-Fussabdrucks aus nicht erneuerbaren Quellen stammen. Die aus dem Inland stammende Primärenergie ist ausschliesslich erneuerbaren Quellen zuzuordnen, da in der Schweiz weder fossile Energieträger (Erdöl, Erdgas, Kohle, etc.) noch Uran abgebaut werden.

Da der Konsum von Gütern und Dienstleistungen mit Energieverbrauch verbunden ist, könnte man erwarten, dass der Energie-Fussabdruck analog zur Endnachfrage steigt. Dies ist jedoch nicht der Fall: Während der Energieverbrauch um 8% angestiegen sind, hat die Schweizer Endnachfrage im gleichen Zeitraum deutlich stärker, nämlich um 32%, zugenommen. Somit hat eine relative Entkoppelung zwischen Wohlstand und Energieverbrauch stattgefunden. Anders ausgedrückt: Die so genannte konsumbezogene Energie-Effizienz hat sich verbessert. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben wie beispielsweise energieeffizientere Technologien oder einen steigenden Marktanteil umweltfreundlicher Güter und Dienstleistungen.

Internationaler Vergleich

Der Primärenergieverbrauch wird zwar von vielen Ländern ausgewiesen, jedoch nicht als Fussabdruck, d.h. aus der Konsum-Perspektive. Der vorliegende Energie-Fussabdruck ist der erste seiner Art auf Länder-Ebene. Ein internationaler Vergleich ist deshalb derzeit nicht möglich.

Methode

Bei der Modellierung des Energie-Fussabdrucks wird die Wertschöpfungskette aller konsumierten Güter und Dienstleistungen bis hin zum Endkonsum berücksichtigt. Vom Aufwand für die Gewinnung über die Produktion und den Transport bis hin zur Entsorgung der Güter fliessen alle Produktionsschritte mit ein. Dabei wird die bei diesen Schritten benötigte Primärenergie ausgewiesen.

Als Primärenergie wird die Energie bezeichnet, die in den unmittelbar in der Natur vorkommenden Primärenergieträgern gespeichert ist. Dazu gehören erneuerbare Energieträger wie Sonne, Wind, Geothermie, Fliess- und Stauwasser sowie nicht erneuerbare Quellen wie Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran. Im Allgemeinen kann Primärenergie nicht direkt zum Heizen, Betreiben von Motoren etc. genutzt werden. Deswegen müssen die Primärenergieträger zu Strom, Diesel, Benzin, usw. weiterverarbeitet werden. Die dabei anfallenden Energieverluste werden ebenfalls berücksichtigt.

Die Berechnung des Energieverbrauchs im Inland fusst auf bestehenden offiziellen Statistiken zu Emissionen und Materialverbräuchen.

Um den Verbrauch durch Importe und Exporte zu bestimmen, wurde die Menge an Gütern und Dienstleistungen mit Ökobilanz-Daten verknüpft.

 
Zuletzt aktualisiert am: 19.02.2019

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