Pumpipumpe: mit Nachbarn teilen

27.08.2013 - In den meisten Haushalten gibt es Gegenstände, die man nur selten braucht und bei denen man bereit wäre, sie Nachbarn im Quartier auszuleihen: den Akkubohrer, die Schneeschuhe, den Beamer. Umgekehrt wären viele dankbar, sich selber rasch und unkompliziert ein Produkt ausleihen zu können: ein Waffeleisen, eine Leiter, einige Festbänke.

© Pfuschi-Cartoon, Bern

Die im Oktober 2012 gestartete Berner Initiative «Pumpipumpe» (umgangssprachlich für: eine Fahrradpumpe ausleihen) fördert diesen Austausch unter Nachbarinnen und Nachbarn. Sie macht Angebot und Nachfrage sichtbar: Kleine Aufkleber am Briefkasten, an dem in der Nachbarschaft oder im Quartier wohnende Personen täglich vorbeigehen, ermöglichen die gegenseitige Information. Mit dem Teilen lassen sich die vorhandenen Geräte besser nutzen, sodass nicht jedermann selber ein Schlauchboot, einen Rasenmäher, ein Zelt oder einen WLAN-Internetzugang anzuschaffen braucht. Anbietende und Nachfragende können sich direkt an der Haus- oder Wohnungstüre treffen, was die sozialen Kontakte im Quartier fördert. Für die Mitinitiantin Sabine Hirsig ist das Projekt erfolgreich angelaufen: «Wir haben schon über 2000 Bestellungen für Sticker erhalten - aus der ganzen Schweiz, selbst aus dem Ausland. Die Bereitschaft, in unserer Sharing-Community mitzumachen, ist enorm.» Unter www.pumpipumpe.ch lassen sich die Aufkleber kostenlos bestellen.

Um die Umweltbelastung des Konsums auf ein naturverträgliches Mass zu reduzieren, müssten wir in unserem Land den Ressourcenverbrauch gesamthaft um 65 % senken. Ein Projekt wie «Pumpipumpe» trägt dazu bei, unsere Lebensweise ressourcenschonender zu gestalten. Solche Initiativen deuten darauf hin, dass das Bewusstsein für ein zukunftsfähiges Verhalten bei vielen Menschen wächst und dass das Soziale wieder stärker betont wird: ein gesellschaftlicher Wandel vom ungebremsten Konsum zur Genügsamkeit (Suffizienz), von der Ich-AG zum gegenseitigen Support.

Während das Nachbarschaftsprojekt «Pumpipumpe» noch in der Aufbauphase steckt, hat sich auf der Strasse ein Sharing-Modell schon erfolgreich etabliert: Mobility Carsharing Schweiz. Die 1997 gegründete Genossenschaft stellt heute ihren 102‘000 Kundinnen und Kunden 2650 Fahrzeuge an 1380 Standorten in 9 verschiedenen Fahrzeugkategorien rund um die Uhr zur Verfügung: eine ökologische und ökonomische Alternative zum eigenen Privat- oder Firmenauto.

Georg Ledergerber

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 27.08.2013

Zum Seitenanfang

https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/themen/thema-wirtschaft-und-konsum/wirtschaft-und-konsum--dossiers/pumpipumpe--mit-nachbarn-teilen.html