Herausforderungen heute - Siedlungsdruck und Klimawandel

Wald und Wasser werden als Allgemeingut wahrgenommen. Entsprechend vielseitig sind die Ansprüche, die an den Umgang mit diesen Ökosystemen gestellt werden. Die angemessene Berücksichtigung dieser Ansprüche und die langfristige Sicherung der Verfügbarkeit der Ressourcen sind die Herausforderungen unserer Zeit.

Pro Sekunde nimmt die Siedlungsfläche in der Schweiz um 0.8 m2 zu, das heisst um über 25 km2 pro Jahr, was etwas mehr als dem Gemeindegebiet von Biel entspricht.

Dieser Zuwachs geht mehrheitlich zu Lasten landwirtschaftlichen Kulturlands. Aber auch der Wald gerät im dichter besiedelten Mittelland stärker unter Druck. Dank der starken Waldgesetzgebung konnte die Waldfläche in diesen Gebieten trotzdem konstant gehalten werden. Für Rodungen von Wald werden grundsätzlich Ersatzaufforstungen geleistet; in bestimmten Fällen sind es Massnahmen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes.

In der Diskussion um die Flächennutzung liefert der Raumbedarf für die Gewässer, wie er nun im Gewässerschutzgesetz vorgeschrieben ist, zusätzlichen Zündstoff. Gerade dort, wo der Nutzungsdruck durch Landwirtschaft und Siedlungsentwicklung am grössten ist, besteht der höchste Bedarf, Gewässer zu revitalisieren.

Anpassung an den Klimawandel

Mit dem Klimawandel verändert sich sowohl der Wasserhaushalt als auch die Zusammensetzung der Wälder. Zudem bringt der globale Warenhandel neue Schadorganismen (z.B. Eschenwelke, Kastanienrindenkrebs) in den Wald, deren Ausbreitung der Klimawandel begünstigt.

Die Schweiz wird auch in Zukunft insgesamt genügend Wasser haben. Hitze- und Trockenperioden wie beispielsweise im Sommer 2003 oder 2015 werden aber in Zukunft häufiger erwartet. Je naturnaher Struktur und Dynamik eines Fliessgewässers sind, umso besser kann es solche Ausnahmesituationen schadlos überstehen und seine Funktionen kontinuierlich erfüllen. Die vermehrt auftretenden Stürme und Starkniederschläge und damit verbundenen Hochwasser stellen Herausforderungen im Umgang mit Naturgefahren dar. Weil sich die Siedlungen ausdehnen, gewinnt der Schutz vor Naturgefahren zusehends an Bedeutung.

Rund 50% des Waldes in der Schweiz ist Schutzwald. Naturnahe Wälder schützen wirksam vor Lawinen und Felsstürzen und bieten Erosionsschutz an Wildbächen. Die standortgerechte Pflege, durch die die Widerstandsfähigkeit der Schutzwälder bisher gewährleistet wurde, muss in Zukunft auch den Klimawandel berücksichtigen. Wie im Wallis, wo die Waldföhre gegenwärtig vermehrt abstirbt, ist damit zu rechnen, dass sich die Zusammensetzung der Baumarten vielerorts drastisch ändern wird. Mit diesen Änderungen ist auch eine Gefährdung wichtiger Waldleistungen verbunden. Der Wandel läuft mit einer Geschwindigkeit ab, die eine genügend rasche Anpassung über natürliche Prozesse in Frage stellt. Die Auswirkungen auf den Wald und seine vielfältigen Leistungen werden gegenwärtig im Forschungsprogramm Wald und Klimawandel untersucht. Das Forschungsprogramm entwickelt auch waldbauliche Strategien zur Stärkung der Anpassungsfähigkeit der Wälder, so dass die von der Gesellschaft erwarteten Waldleistungen auch in Zukunft möglichst weiter gesichert werden.

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Letzte Änderung 16.03.2016

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