Asiatischer Eschenprachtkäfer – Agrilus planipennis

Der asiatische Eschenprachtkäfer ist ein besonders gefährlicher Schadorganismus. Seit dem 1. Januar 2020 ist er in der Verordnung des WBF und des UVEK zur Pflanzengesundheitsverordnung (PGesV-WBF-UVEK) als prioritärer Quarantäneorganismus aufgelistet. Er ist folglich meldepflichtig und muss bekämpft werden. Der asiatische Eschenprachtkäfer kommt ursprünglich aus Ostasien und befällt Eschen. Eine befallene Esche stirbt nach 1-3 Jahren ab. In Europa wurde er im Jahr 2003 zum ersten Mal in Westrussland gemeldet und in der Ukraine 2019 erstmals nachgewiesen. 

Der asiatische Eschenprachtkäfer (EPK) wurde 2002 in Nordamerika entdeckt. Innerhalb von 10 Jahren sind in Stadtgebieten und Wäldern über 30 Millionen Bäumen durch Befall dieses Käfers abgestorben. Seit dem Entdecken des Insektes hat die Bekämpfung des Eschenprachtkäfers die USA hunderte Millionen Dollar gekostet.

Merkmale des asiatischen Eschenprachtkäfers

  • Metallisch glänzender dunkelgrüner Käfer
  • Körper schmal und länglich, bis 13 mm lang und 2 mm breit
  • Lebenszyklus 1-2 jährig, Flugaktivität Mitte-Mai bis Oktober
  • D-förmige Ausbohrlöcher (3-4mm breit)
  • Verbreitung in Russland 30-40 km pro Jahr (durch menschliche Aktivitäten begünstigt)

Betroffene Baumarten

  • Eschen (Fraxinus spp.)

Verwechslungsmöglichkeiten

Es gibt keine einheimischen Agrilus-Arten, welche Eschen angreifen. Findet man die hier beschriebenen Symptome (insb. D-Förmige Ausbohrlöcher), ist ein Eschenprachtkäfer-Befall wahrscheinlich.

Importwege und Befallssituation des Eschenprachtkäfers in der Schweiz

In der Schweiz sowie in der Europäische Union (EU) wurde der Käfer noch nie nachgewiesen. Er hat sich aber in den letzten Jahren in Russland nach Westen verbreitet, wurde 2003 zum ersten Mal in der Region von Moskau, 2019 zum ersten Mal in der Ukraine und 2020 zum ersten Mal in St. Petersburg entdeckt. Das Risiko, diesen Käfer als blinden Passagier von Ländern, in welchen er bereits vorkommt, zu importieren ist hoch. Er kann als Larve im Holz (z.B. Verpackungsholz, Brennholz) die Reise überleben und sich im Ankunftsland verbreiten. Um dies zu vermeiden, unterliegen bestimmte sogenannte "Risikowaren" aus Ländern, in denen der Schädling vorkommt, besonderen Bestimmungen bei der Einfuhr in die europäische Union und die Schweiz. So bestehen zum Beispiel Einfuhrverbote für gewisse Baumarten oder Holzprodukte, oder das Holz muss auf hohe Temperaturen erhitzt werden, bevor es importiert werden kann.

Wie bei den anderen prioritären Quarantäneorganismen hat sich die Schweiz wie auch alle EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, ihr Gebiet aktiv zu überwachen (z.B. mit Hilfe von Insektenfallen an Risikostandorten), um einen Befall so früh wie möglich zu entdecken.

Die Esche ist gefährdet

Da die Esche in der Schweiz die zweithäufigste Laubbaumart ist, könnte der asiatische Eschenprachtkäfer erhebliche Schäden anrichten. Die Esche ist in der Schweiz bereits durch das Eschentriebsterben stark gefährdet.

Mehr Informationen zur «Strategie Esche» und zum Eschentriebsterben:

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Letzte Änderung 14.02.2022

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