Holzernte

Im Schweizer Wald wächst nach wie vor mehr Holz nach als geerntet wird. Gemäss Forststatistik verkauften die Waldeigentümer im Zeitraum 2013–2017 jährlich zwischen 4,5 und 4.9 Millionen Kubikmeter Holz, aktuell konstant auf tiefem Niveau. Das BAFU setzt sich deshalb für eine vermehrte Nutzung von einheimischem Holz ein.

Die Nutzung der erneuerbaren Ressource Holz verbessert die CO2-Bilanz der Schweiz, verhilft Randgebieten zu Arbeitsplätzen und trägt durch regionale Wirtschaftskreisläufe zur Schonung der Umwelt bei. Es können so Synergien zur Erhaltung der  Biodiversität und der Schutzfunktion geschaffen werden, was letztlich zu einem wichtigen Beitrag für eine Grüne Wirtschaft (green economy) führt. Aber das Potenzial wird nicht vollständig ausgeschöpft, weil seit Jahrzehnten weniger genutzt wird als nachwächst – insbesondere im Privatwald und in Gebirgswäldern. So hat die Schweiz im europäischen Vergleich einen der höchsten Holzvorräte. Ziel der Waldpolitik 2020 des Bundesrates ist es, das nachhaltig nutzbare Holznutzungspotenzial unter Berücksichtigung der standörtlichen Bedingungen auszuschöpfen. 

Entwicklung der Holzernte

Die Gesamtnutzungsmenge beträgt im Durchschnitt rund 5 Millionen Kubikmeter Holz. Nadelholz und Laubholz werden unterschiedlich stark genutzt. Die hohe Nachfrage nach Nadelholz führt zu einer fast 3-mal stärkeren Nutzung als beim Laubholz. Folgende Holzsortimente werden verkauft: Stammholz für die Sägewerke (50%), Industrieholz für Papierfabriken und Holzplattenwerke (10%) und Waldenergieholz für Holzfeuerungen (40%). Seit 2005 gibt es eine Sortimentsverschiebung, wobei der Anteil an Energieholz immer mehr zunimmt und sich die Mengen an Stammholz und Industrieholz verringern.

Holzernte in der Schweiz nach Sortimenten 1990 - 2017
Holzernte in der Schweiz nach Sortimenten 1990 - 2017

Mit rund 918‘000 m3 verzeichnete der Kanton Bern 2017 schweizweit die höchste Erntemenge, gefolgt von den Kantonen Zürich (422‘000 m3), Waadt (398‘000 m3), Graubünden (374‘000 m3) und Aargau (372‘000). Das genutzte Holz stammt zu rund zwei Dritteln aus Wäldern von öffentlich-rechtlichen Waldeigentümern wie Gemeinden und Korporationen. Ein Drittel der Holzernte stammt aus Privatwald.

Raccolta di legname dei Cantoni 2014–2017
Raccolta di legname dei Cantoni 2014–2017

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Verkauf von Holz ist die Haupteinnahmequelle der Schweizer Forstbetriebe und bringt Einnahmen von rund 202 Millionen Franken pro Jahr (40% der Gesamteinnahmen). Bestimmend für die Holznutzung und die Holzverwendung sind Produktionskosten und Erlöse. Die Preise sind abhängig von natürlichen Ereignissen (wie Stürme) sowie von den internationalen Märkten und der jeweiligen Konjunkturlage. Dem stehen die Lohnkosten als grösster Ausgabenposten der Forstbetriebe gegenüber. Holzerlöse und Lohnkosten haben sich seit den 1980er Jahren gegenläufig entwickelt: Während die Rohholzpreise bei Fichte/Tanne in den letzten Jahrzehnten von rund 250 auf 100 CHF/m3 deutlich sanken, stiegen die Lohnkosten kontinuierlich (siehe Studie «Entwicklung der Rohholzpreise und der Lohnkosten in der Forstwirtschaft»).

Weiterführende Informationen 

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Letzte Änderung 22.10.2018

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