Bedeutung der Senken für die Schweiz

In der Schweiz wächst jährlich mehr Holz als genutzt wird. Je nach Intensität der Nutzung des Waldes verändert sich die Senkenleistung. Die Senkenwirkung ist jedoch nicht auf unbegrenzte Zeit möglich.

Die Senken in der Treibhausgasbilanz

Die Schweiz muss zu Handen der Klimakonvention jährlich ein Treibhausgasinventar erstellen. Darin wird auch die CO2-Bilanz des Waldes ausgewiesen. Gemäss dem Treibhausgasinventar, welches 2014 beim UNO-Klimasekretariat eingereicht wurde, betrug die jährliche CO2-Senke im Wald in der ersten Verpflichtungsperiode 2008-2012 durchschnittlich 1.6 Mio. Tonnen. Die Bilanz berücksichtigt die Veränderungen in der lebenden und toten Biomasse, im Humus und im Boden, nicht aber Veränderungen in Holzprodukten aus einheimischen Holz. Diese sogenannte „harvested wood products" (HWP) sind erst seit Beginn der zweiten Verpflichtungsperiode anrechenbar. Neben der Waldbewirtschaftung sind auch Aufforstungen und Rodungen miteingerechnet.

In Jahren mit besonderen Ereignissen, insbesondere nach dem Sturm Lothar wird die Senke viel kleiner. Im Treibhausgasinventar werden alle Kohlenstoff-Reservoirs über drei Jahre gemittelt. Somit ergibt sich nicht nur eine starke Zunahme in der Ernte im Jahr 2000, in welchem die 1999 durch Lothar geworfenen Bäume mehrheitlich geerntet wurden, sondern auch in 2001 und 2002. Daraus resultiert in eine relativ kleine CO2-Waldsenke in 2000 und sogar eine Quelle für die Jahre 2001 und 2002.

Neueste Zahlen zur CO2-Bilanz des Waldes und Holzes sind im aktuellen Treibhausgasinventar enthalten. Bis zum Schluss der zweiten Verpflichtungsperiode (2013-2020) können diese Zahlen auf Grund verbesserter Methoden (Modelle) oder Datengrundlage (LFI-Abdeckung) jährlich revidiert werden.

Vor- und Nachteile von Senken

Vorteile

Dank der Senkenanrechnung lassen sich Reduktionsverpflichtungen verringern oder hinausschieben. Dadurch lässt sich Zeit für weitergehende Massnahmen zur Emissionsreduktion gewinnen.

Dank der periodischen Erfassung der Kohlenstoffbilanz der bewirtschafteten Landflächen werden die menschlichen Einflüsse auf die Rolle der Ökosysteme im Klimasystem bewusster wahrgenommen. Die nachhaltige Bewirtschaftung wird gefördert.

Nachteile

Die Berücksichtigung von Senken könnte einen wirksamen Klimaschutz verzögern, wenn die Zeit nicht genutzt wird, Massnahmen zu ergreifen mit denen die Emissionen aus dem Verbrauch fossiler Brenn- und Treibstoffe reduziert werden.

Senken sind zeitlich beschränkt. Jeder Wald hört einmal auf zu wachsen. Er kann durch Stürme, Borkenkäferbefall oder Waldbrand zerstört werden oder durch Überalterung zerfallen und dadurch zu einer Quelle werden.

Die quantitative Erfassung der Senken erfordert einen beträchtlichen Aufwand und verursacht Kosten.

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Letzte Änderung 29.10.2018

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