1. Newsletter Wald 2017 (03.04.2017)

Claire-Lise Suter, Achim Schafer und Madame Tussaud anlässlich der Avant-Première von Woodvetia
Claire-Lise Suter, Achim Schafer und Madame Tussaud anlässlich der Avant-Première von Woodvetia

Editorial von Claire-Lise Suter Thalmann, Projektleiterin von #WOODVETIA – Aktion für mehr Schweizer Holz

Liebe Leserinnen und Leser

Vor 7 Jahren sanierten wir unser Taglöhnerhaus aus dem Jahre 1900. Ausschliesslich lokale Handwerker unterstützten uns dabei. Es wurde auch eine neue Holzheizung eingebaut, welche mit Solarwärme kombiniert ist. Und selbstverständlich kleideten wir das Haus warm ein – mit einem Zellulosedämmstoff und einer Fassade aus Weisstanne. Keine Sekunde dachte ich damals daran nachzufragen, ob die Weisstanne aus der Schweiz sei. Und damit befand ich mich in bester Gesellschaft: Herr und Frau Schweizer kommt es nämlich ebenfalls gar nicht erst in den Sinn, nach Schweizer Holz zu fragen.

Das wollen wir ändern, mit unserer Aktion für mehr Schweizer Holz #WOODVETIA.
Wir, das ist die gesamte Wald- und Holzkette, welche sich erstmals gemeinsam und mit geballter Kraft dafür einsetzt, fürs Schweizer Holz zu sensibilisieren. Wir wollen einen Sog erzeugen, damit auch mehr Holz aus Schweizer Wäldern geerntet und bereitgestellt wird.

Im Mittelpunkt von #WOODVETIA stehen lebensechte Figuren von Schweizer Persönlichkeiten. Diese werden jeweils aus einer Holzart hergestellt, die aus der Herkunftsregion der dargestellten Person stammt. Der Zürcher Künstler Inigo Gheyselinck schafft die Statuen zusammen mit seinem Team. Am künstlerischen Prozess sind Vertreter der Wald- und Holzkette wie Förster, Säger und Drechsler beteiligt.

Den Anfang des #WOODVETIA-Figuren-Reigens machte am 12. Januar 2017 Marie Tussaud, die Gründerin des weltberühmten Wachsfiguren-Kabinetts in London. Sie wurde aus einer Berner Winterlinde geschnitzt, weil Madame Tussauds gemäss eigenen Angaben in Bern geboren sein soll. In der Zwischenzeit sind in verschiedenen Schweizer Regionen weitere Figuren enthüllt worden: Auguste Piccard, Johanna Spyri, Alfred Escher, Lux Guyer sowie - am Internationalen Tag des Waldes - Giovanni Segantini auf dem Jungfraujoch. Vielleicht treffen Sie irgendwo in einem Zweitklasseabteil der Bundesbahnen Alfred Escher und lassen sich zu einem Selfie mit ihm inspirieren?

Es macht ungemein Freude, sich für ein solch emotionales Produkt wie Schweizer Holz einzusetzen. Dass wir es so weit brachten, ist letztlich der guten Zusammenarbeit zwischen Kommunikationsprofis und Engagierten aus der ganzen Branche zu verdanken.

Bitte unterstützt #WOODVETIA in den Sozialen Medien und in den Regionen.

Übrigens: Ja, die Weisstanne an unserem Haus stammt aus der Schweiz.

Claire-Lise Suter

 



#WOODVETIA

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Die Wald- und Holzbranche und das BAFU haben am 12. Januar 2017 die Kampagne #WOODVETIA lanciert. Sie will die Bevölkerung für Schweizer Holz sensibilisieren und dafür gewinnen, bei Neubauten, bei Umbauprojekten oder beim Kauf von Möbeln auf Schweizer Holz zu setzen.

#WOODVETIA setzt keine klassischen Werbemassnahmen wie TV-Spots und Plakate ein, sondern ermöglicht der Bevölkerung im ganzen Land, Schweizer Holz auf besondere Art und Weise zu erfahren, zu riechen und zu ertasten.

Dafür hat der Künstler Inigo Gheyselinck Holzfiguren von Schweizer Persönlichkeiten geschaffen, die so verblüffend echt wirken, dass die Betrachterinnen und Betrachter sofort in ihren Bann gezogen werden. Die Figuren werden aus einem Baum hergestellt, der typisch für die Region ist, in der die jeweilige Persönlichkeit gelebt oder gewirkt hat. Die Figuren repräsentieren damit auch die Vielfalt von Schweizer Hölzern.

Unterstützen Sie bitte die Kampagne aktiv in den Sozialen Medien mit dem Hashtag: #WOODVETIA.


Kurzfilme und Veranstaltungen über Kooperationsformen in der Waldwirtschaft

Die heutigen Waldeigentumsverhältnisse bilden oft eine schwierige Ausgangslage für eine rentable Waldbewirtschaftung. Durch Zusammenarbeit können die Bewirtschaftungsstrukturen und -prozesse nachhaltig verbessert werden. Dies erlaubt eine optimale und kostengünstige Bewirtschaftung des Waldes. Um dies aufzuzeigen und die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer in der Schweiz zu motivieren, aktiv zu werden, hat WaldSchweiz mit Unterstützung des BAFU die Veranstaltungsserie «Kooperationen im Wald – Zäme zum Wald luege» gestartet. In vier Kurzfilmen werden verschiedene erfolgreiche Zusammenschlüsse von Waldeigentümern gezeigt. 


Internationaler Tag des Waldes ITW am 21. März 2017

Anlässlich des Internationalen Tag des Waldes am 21. März 2017 wurde auf dem Jungfraujoch die sechste Holzfigur der Kampagne #WOODVETIA enthüllt. Es ist die die Statue von Giovanni Segantini, dem Meister der Hochgebirgsmalerei und des Lichts.

#WOODVETIA: Giovanni Segantini

Problematische Nährstoffverarmung und Versauerung der Waldböden

Gelangen zu viele stickstoffhaltige Luftschadstoffe in den Wald, so führt das zur Überdüngung sowie Versauerung der Böden und letztlich zu Mangelernährung der Bäume. Der Bundesrat ist sich dieses Problems bewusst und schlägt Gegenmassnahmen vor. Dazu hat er am 15. Februar 2017 in Erfüllung eines Postulats von Nationalrat Erich von Siebenthal den Bericht «Optionen zur Kompensation der Versauerung von Waldböden und zur Verbesserung der Nährstoffsituation von Wäldern» gutgeheissen.

Neben einer Reduktion der Stickstoff-Emissionen werden im Bericht waldbauliche Massnahmen sowie die Prüfung der Sanierung von Waldböden in einem Pilotprojekt zur Kalkung vorgeschlagen. Als nächster Schritt wird zur Vorbereitung von Feldversuchen im Sommer 2017 ein Workshop durchgeführt, in dem die Kriterien der Flächenauswahl festgelegt werden sollen.


Aktualisierung der fachspezifischen Erläuterungen zur Programmvereinbarung im Bereich Waldbewirtschaftung, Schutzwald und Waldbiodiversität

Das revidierte Waldgesetz ist nun in Kraft, deshalb können mehr Mittel zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wald zur Verfügung gestellt werden. Beispielweise werden Massnahmen im Bereich Waldschutz ausserhalb des Schutzwaldes, Arbeitssicherheitskurse für WaldarbeiterInnen sowie praktische Ausbildungen von Waldfachleuten von Bund mitfinanziert. Die Erläuterungen zur Programmvereinbarung Waldbewirtschaftung wurden entsprechend angepasst:

Die fachspezifischen Erläuterungen der Programme Schutzwald und Waldbiodiversität bleiben hingegen unverändert. Der Genehmigungsvorbehalt im Programmziel 3 Waldschutz ist seit 1. Januar 2017 hinfällig.

Derzeit werden die entsprechenden Ergänzungen der Programmvereinbarung Waldbewirtschaftung (Programmziel 2) aufgrund der Rückmeldungen zum finanziellen Bedarf aus den Kantonen im BAFU vorbereitet.


Grüne Waldberufe heute und in Zukunft

Das FAO/UNECE Team of Specialists on Green Jobs in the Forest Sector erarbeitet derzeit einen Bericht zu den Herausforderungen und Chancen, die sich für das Berufsfeld der Waldbranche im Kontext der grünen Ökonomie ergeben. Insgesamt wurden 19 verschiedene Handlungsfelder eruiert, zu denen Hintergründe, Trends, mögliche Berufs- und Tätigkeitsfelder und die hierfür benötigten Fähigkeiten und Kompetenzen für Waldfachleute aufgelistet werden. Ausgewählte traditionelle sowie neue forstliche Berufsprofile werden an konkreten Beispielen beschrieben.

Details zum ToS Team of Specialists


Weitere Informationen 

Bericht Trockenheit - Hitzesommer 2015

Hitze und Trockenheit im Sommer 2015 haben sich teilweise stark auf die Schweiz ausgewirkt. Die Trockenheit konnte im Vergleich zu 2003 besser bewältigt werden - dank den seither eingeleiteten Massnahmen. Wegen der Hitze starben aber deutlich mehr Menschen als üblich. Aufgrund des Klimawandels werden künftig mehr Hitzewellen erwartet. Deshalb braucht es zusätzliche Massnahmen wie Hitzepläne zum Schutz der Bevölkerung. Wichtigste Massnahme im Kampf gegen den Klimawandel bleibt jedoch die Senkung der Treibhausgase. Dies zeigt ein Bericht des Bundes an welchem sich für den Wald ebenfalls die WSL beteiligt hat.

Hitze und Trockenheit im Sommer 2015

Cover Hitze und Trockhenheit Sommer 2015

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. 2016


Keine Mehrwertsteuer auf subventionierte Aufgaben

In der Frühlingssession hat der Nationalrat einer Motion zugestimmt, welche die Mehrwertsteuer auf subventionierte Aufgaben abschaffen will. Heute müssen für Subventionen etwa zur Schutzwaldpflege Mehrwertsteuern entrichtet werden, was eine Reduktion des Leistungsumfangs bedeutet. Bereits der Bundesrat und der Ständerat waren der Ansicht, dass diese Praxis überprüft werden soll. Ueli Maurer sagte während der Debatte im Nationalrat, dass noch 2017 eine Vernehmlassung zu den notwendigen gesetzlichen Änderungen erfolgen soll. 

Motion WAK 16.343: Keine Mehrwertsteuer auf subventionierten Aufgaben


Arbeitssicherheitskurse in der Holzernte für forstlich ungelernte Personen

Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe Arbeitssicherheit zu Arbeitssicherheitskursen für forstlich ungelernte Personen wurden überarbeitet und mit Erläuterungen zum neuen Kursobligatorium für Personen, welche im Auftragsverhältnis arbeiten, ergänzt. Sie sind zu finden unter:


Co-Leitung Fachstelle Codoc 

Die Fachstelle Codoc wurde im Rahmen einer Neugliederung unserer Waldbildungs-Aktivitäten erweitert und besteht neu aus zwei Fachbereichen. Rolf Dürig leitet weiterhin den Fachbereich Information und Dokumentation inklusive Führung des Sekretariats. Neu konnten wir Stefan Flury von der Kaufmann + Bader GmbH für die Leitung des neuen Fachbereichs Kompetenzförderung Waldarbeit gewinnen.


Anlässe

Mit Strategie auf die Erfolgspur - Waldökonomischer Wissenstransfer

Waldökonomischer Wissenstransfer am 25.04.2017 an der der Berner Fachhochschule – Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen     


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Letzte Änderung 03.04.2017

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