1. Newsletter Wald 2018 (29.03.2018)


Editorial von Rolf Manser, Abteilungschef Wald, Bundesamt für Umwelt

Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser

Das Jahr 2018 hat für den Schweizer Wald stürmisch begonnen. Anfangs Januar fegten der Orkan Burglind und weitere Stürme übers Land und bescherten der Schweiz Sturmschäden in der Höhe von rund 25% einer jährlichen Nutzung. Verglichen mit den Jahrhundertstürmen Vivian (1990) und Lothar (1999) ist das zwar deutlich weniger, aber seit Lothar war es der stärkste Sturm und brachte insbesondere im nördlichen Mittelland erhebliche Holzmengen zu Fall. Dank den ausgesprochen besonnenen Reaktionen von Waldeigentümerinnen und -eigentümern, Försterinnen und Förstern wie auch der Holzwirtschaft konnte dieses Ereignis aber am Holzmarkt problemlos aufgefangen werden. Dafür gebührt allen Beteiligten ein grosser Dank!

Stürmisch geht es auch bei uns in der Abteilung Wald zu und her: Gleich drei Mitglieder unserer Abteilungsleitung haben sich entschlossen, neue Herausforderungen anzunehmen und werden (oder haben schon) das BAFU verlassen. Während die Stabsleitung bereits wieder besetzt werden konnte, ist die Ausschreibung für die Sektionsleitungen Walderhaltung/-politik sowie Waldleistungen/-pflege soeben angelaufen. Zusätzlich werden zwei langjährige verdienstvolle Mitarbeiter in die Pensionierung verabschiedet. Auch hier geht an alle Scheidenden mein grosser Dank für Euren Einsatz!

Die Kampagne Woodvetia hat im Februar einen Meilenstein erreicht. Die Gruppenausstellung der 21 Holzskulpturen gastiert von Ende Februar bis Ende April im Bundeshaus und stösst dabei auf grosses Selfie-Interesse bei Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Insbesondere die drei weiblichen Persönlichkeiten Marie Tussaud, Johanna Spyri sowie Gilberte de Courgenay im Gruppenbild vor den drei Eidgenossen in der Kuppelhalle sind ein begehrtes Motiv – auch bei unserem Kulturminister!

Schliesslich konnten auf Anfang Jahr neue gesetzliche Grundlagen im Bereich Waldschutz (VH Waldschutz, VpM–BAFU, GebV) in Kraft gesetzt werden. Allerdings bleibt der Waldschutz äusserst dynamisch – bereits ist die nächste Änderung unterwegs;:aufgrund neuer EU-Vorschriften muss die Pflanzenschutz-Verordnung angepasst werden.

Auch 2018 geht uns die Arbeit also nicht aus. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern und einen schönen Frühling.

Rolf Manser



Rückblick auf den internationalen Tag des Waldes 2018

Wald und seine Bedeutung für nachhaltige Städte war das Thema des internationalen Tags des Waldes 2018. Denn urbane Wälder und städtische Grünräume tragen massgeblich zu einer guten Lebensqualität bei und leisten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit in Städten.

Detaillierte Informationen dazu finden Sie im BAFU-Webdossier:

Urban Gardening, Breitenrain Quartier, Stadt Bern

Von Stadtwäldern und Grünräumen profitieren alle

21.03.2018 - Wald und seine Bedeutung für nachhaltige Städte ist das Thema des internationalen Tag des Waldes 2018. Denn urbane Wälder und städtische Grünräume tragen massgeblich zu einer guten Lebensqualität bei und leisten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit in Städten. Hoher Siedlungsdruck und zunehmend negative Klimaeinflüsse setzen den städtischen Grünräumen jedoch zu.

Am 21. März hat ArboCityNet in Baden einen Anlass dazu organisiert. Eine Expertenrunde befasste sich mit der Frage, wie sich Grünräume und Stadtwälder in Zukunft entwickeln werden und sollen.  Ein wichtiges Anliegen war, Grünräume und Übergänge zum Wald zukünftig noch besser untereinander zu vernetzten. In Stadtgebieten wäre es zudem wünschenswert, weniger Bodenfläche zu versiegeln und den Bäumen sollte wieder mehr Raum gegeben werden. In Zukunft dürften partizipative Prozesse beim Ausgestalten von neuen Grünräumen an Bedeutung gewinnen.

Im Anschluss wurden draussen an verschiedenen Posten die verschiedenen Funktionen der urbanen Wälder und die Bedeutung der Grünräume veranschaulicht.


Waldschutz: ALB-Tilgung in Brünisried und laufende Totalrevision der PSV

Am 2. Februar 2018 meldete das Amt für Wald, Wild und Fischerei des Kantons Freiburg die Tilgung des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Brünisried. Dank beherztem Eingreifen und unermüdlichen Nachkontrollen gelang es, den 2011 entdeckten Erstbefall dieses gefährlichen Laubholzschädlings zu tilgen. Das BAFU gratuliert allen Beteiligten zu diesem Erfolg. Er stimmt auch für die zwei verbleibenden Befallsherde des Käfers in Marly (Freiburg) und Berikon (Aargau) zuversichtlich.

Medienmitteilung Kanton Freiburg vom 2.2.2018

Der Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD – ein gemeinsamer Dienst des BAFU und des BLW - revidiert zurzeit die Pflanzenschutzverordnung. Ziel ist ein noch besserer Schutz vor eingeschleppten Pflanzenschädlingen und -krankheiten. Die Totalrevision ist bis am 4. Mai in der Vernehmlassung:

BLW - Verordnungspaket 2018


Rückblick auf Sturm Burglind/Winterstürme im Januar 2018

Die Winterstürme Burglind/Eleanor (3./4. Januar 2018) sowie in kleinerem Ausmass auch Evi (17. Januar 2018) und Friederike (18. Januar 2018) haben in allen Kantonen ausser dem Tessin zu Waldschäden geführt. Die geworfene Menge Holz wird auf rund 1,3 Millionen Kubikmeter geschätzt, was auf die ganze Schweiz bezogen einem Viertel der Jahresnutzung entspricht. Am stärksten betroffen wurden die Wälder im Mittelland und am Jurasüdfuss (Bern, Luzern, Solothurn, Zürich und Aargau). Regional beträgt dort die geworfene Holzmenge bis zu drei Viertel der Jahresnutzung, lokal (Kanton Solothurn) sogar mehr als eine Jahresnutzung. In den meisten Kantonen handelt es sich um Streuschäden. Zu grösseren Flächenschäden kam es insbesondere in den Kantonen Bern, Luzern, Solothurn und Aargau.

Durch die sofortige Zurückstellung der regulär geplanten Holzschläge, die in den meisten Gebieten erst angelaufen waren, konnten starke Auswirkungen auf den Holzmarkt verhindert werden.

In den betroffenen Kantonen testet die WSL zurzeit, in Abstimmung mit dem BAFU und der KOK, eine neue Methode zur Erfassung von Flächen- und Streuschäden mittels Satellitendaten (neuer Radarsatellit Sentinel-1). Die Methode ist schnell und auch bei anhaltender Bewölkung einsetzbar, die Methodik der Auswertung muss jedoch noch verbessert werden.


Weitere Informationen

Studie Transporte in der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft

Die Bereitstellung des dezentral anfallenden Rohstoffs Holz hat einen wesentlichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Holz und damit verbunden eine Bedeutung für die Waldpolitik 2020 und die Ressourcenpolitik Holz. Die Studie hat die aktuelle Situation im Bereich Holztransporte auf breiter Ebene analysiert sowie Verbesserungsmöglichkeiten in organisatorischer, technischer und normativer Hinsicht aufzeigt. Das weitere Vorgehen und eine mögliche Umsetzung soll nun zusammen mit den wichtigsten Akteuren der Wald- und Holzwirtschaft diskutiert werden.

Newsletter AP Holz vom 27. März mit folgenden Themen

•    Institutionelle Bauherren
•    #WOODVETIA im Bundeshaus
•    Swissbau 2018
•    Medien
•    Insider

Woodvetia: Die 3 Eidgenossen gemeinsam mit 3 Schweizer Frauen Legenden
Die drei Eidgenossen gemeinsam mit drei Schweizer Frauen-Legenden: Gilberte de Courgenay, Marie Tussaud, Spyri.
© Woodvetia

Anlässe

Forum Wissenstransfer Wald am 24. Mai 2018 – Anmeldung bis am 30.4. möglich!

Am Donnerstag, 24. Mai 2018, findet zum dritten Mal das Forum für Wissenstransfer Wald am Bildungszentrum Wald in Lyss statt. Waldfachpersonen aus Praxis, Forschung und Bildung treffen sich für einen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Den Referaten des Vormittags mit den Themen Entwicklungstrends und der Wald, Wald und Klimawandel sowie Wertschöpfungskette Holz folgt am Nachmittag eine Reihe kurzer, vielfältiger Ateliers mit Beiträgen aus Praxis und Forschung, wo Erkenntnisse und Lösungsansätze zu aktuellen Themen vorgestellt und diskutiert werden.

Waldökonomischer Wissenstransfer 2018 – «CO2 - Chance für die Wald- und Holzwirtschaft?»

Waldökonomischer Wissenstransfer am 15. Mai 2018 an der Berner Fachhochschule – Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen

HAFL: Waldökonomischer Wissenstransfer


Publikationen

Jahrbuch Wald und Holz 2017

Cover Jahrbuch Wald und Holz

Waldressourcen, Holznutzung, Leistungen und Produkte des Waldes. 2017


Personelles

Nachdem wichtige waldpolitische Geschäfte auf Kurs bzw. unter Dach und Fach sind, hat die Chefin der Sektion Walderhaltung und Waldpolitik, Anja Herren, das Angebot angenommen, per 1. April die Abteilung Recht und politische Geschäfte bei der Oberzolldirektion des Bundes aufzubauen. Damit wird sie sich auch weiterhin mit Umweltthemen beschäftigen, zugleich aber den Fokus verstärkt auf die Aspekte Strategie, Recht und Führung legen können.   

Nach rund neun Jahren im BAFU, zuletzt als Leiter der Sektion Waldleistungen und Waldpflege sowie stellvertretender Leiter der Abteilung, hat sich Matthias Kläy dazu entschieden, per 1. Oktober die Leitung des Forstbetriebs Region Zofingen zu übernehmen. In dieser Funktion wird er sich auf anderer Flughöhe auch weiterhin für den Wald engagieren.

Per Ende März 2018 wird Christian Küchli, zuletzt wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Sektion Waldleistungen und Waldpflege, pensioniert. Aus seiner 18-jährigen Zeit im BAFU stechen insbesondere sein Engagement und seine Verdienste in der internationalen Waldpolitik, für einen naturnahen und klimaadaptierten Waldbau sowie die für die Klimaschutzleistung Wald hervor.

Allen drei Mitarbeitenden danken wir für ihr grosses und wirkungsvolles Engagement und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.

Als neue Stabschefin und Nachfolgerin von Daniel Landolt heissen wir Daniela Jost herzlich willkommen. Sie ist mit vielen Waldthemen bereits bestens vertraut und hat eine grosse Erfahrung in Umweltthemen, speziell in der Umweltbildung. Daniela Jost wird ihre Arbeit in der Abteilung Wald am 1. Juni 2018 aufnehmen.

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Letzte Änderung 29.03.2018

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