2. Newsletter Wald 2018 (06.07.2018)


Editorial von Rolf Manser, Abteilungschef Wald, Bundesamt für Umwelt

Liebe Leserinnen und Leser

26 Jahre sind eine lange Zeit. Es entspricht rund zwei Dritteln der erwerbstätigen Zeit eines Durchschnitts-Schweizers – da lässt sich doch einiges anpacken und erreichen: zwei Waldgesetz-Reformen (immerhin eine erfolgreich abgeschlossen). Die Mitgestaltung von zwei Wald- und zwei Holzpolitiken der Schweiz. Die Leitung eines 10-jährigen Forschungsprogramms zum Thema «Wald und Klimawandel». Die Neulancierung des Waldschutzes in der Schweiz mittels Konzepten und neuen gesetzlichen Grundlagen. Oder die Neuausrichtung der Förderungspolitik im Waldbereich mit effor2-Pilotprogrammen . Die Vertretung der Schweizer Interessen in New York und Rom für den Schutz des Waldes auf internationaler Ebene. Und, und, und… Diese lange Zeit bedeutet auch Wechsel im privaten Bereich – anderer Wohnort, neue Beziehungen, anderer Beziehungsstatus, aber auch Abschied nehmen von lieb gewonnenen Menschen.

26 Jahre sind eine kurze Zeit. Für das Thema, für welches ich mich tagtäglich eingesetzt habe: Der Schweizer Wald hat sich in 26 Jahren kaum verändert. Nach wie vor bedeckt er rund einen Drittel der Landesfläche, produziert jedes Jahr rund 5 Mio. m3 Holz, schützt auf knapp 50% seiner Fläche Menschen und Sachwerte vor Naturgefahren und bietet unzähligen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum. Den Jahrhundertsturm Lothar hat der Wald letztlich ziemlich locker weggesteckt. Nur ganz langsam schleichen sich Veränderungen ein – der Laubholzanteil steigt an, wärmeliebende Baum- und Pflanzenarten breiten sich aus, und immer mehr neu eingewanderte Pflanzen erobern den Wald. Im Holzsektor geht es langsam, aber stetig aufwärts – neue Verwendungsmöglichkeiten zeigen sich am Horizont und dürften in den nächsten Jahren zur Marktreife gelangen.

Nach 26 Jahren Einsatz für Wald und Holz auf Stufe Bund ist nun Schluss für mich. Ich wechsle per 1. September in den Kanton Solothurn und übernehme dort das Amt für Wald, Jagd und Fischerei. Damit kann ich einen Teil meiner Arbeit mehr auf operativer Ebene weiterführen. Zusätzlich übernehme ich Verantwortung für neue Themen. Darauf freue ich mich sehr. Aber ich verlasse das BAFU natürlich auch mit einem weinenden Auge. Ich lasse hier ein hoch motiviertes Team zurück, mit welchem die Zusammenarbeit praktisch immer viel Freude bereitete. Meine Nachfolge übernimmt eine eingespielte und fachlich hoch kompetente Crew – ich wünsche ihr/ihm dabei viel Erfolg und Glück!

Sollte per unerhörtem Zufall eine Fee meine Wege kreuzen und mir drei Wünsche gewähren, dann würde ich mir wünschen, dass

  • die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Wirtschaft und Umweltorganisationen weitergeführt wird;
  • die Themen Wald und Holz innerhalb des BAFU verstärkt integral, in ihrer Gesamtheit (Schutz UND Nutzung), betrachtet werden, und damit auch der Beitrag des Waldes für andere Sektoren wie Biodiversität, Klima, Energie usw. in den Fokus gestellt wird (und nicht umgekehrt);
  • die Arbeit der Abteilung Wald, welche seit Jahren mit anderen Bereichen vernetzt und synergiebildend erfolgt, stärker wertgeschätzt und anerkannt wird.

Ich wünsche dem BAFU, meiner Nachfolge, meinem Team und natürlich auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, alles Gute!

Rolf Manser

Abteilungschef Wald, Bundesamt für Umwelt



Breaking News: Neuer Chef der Abteilung Wald

Rolf Manser wird das BAFU per Ende August verlassen, um eine neue Herausforderung als Leiter des Amtes für Wald, Jagd und Fischerei im Kanton Solothurn zu übernehmen. Mit dem Abgang von Rolf werden wir einen grossen Know-how-Träger verlieren, welcher über Jahrzehnte die Abteilung Wald geführt und geprägt hat.

Es freut mich daher ausserordentlich, Ihnen bereits heute seine Nachfolge bekannt geben zu können. Michael Reinhard, bisher Sektionschef Waldschutz und Waldgesundheit in der Abteilung Wald wird die Funktion als neuer Abteilungschef Wald per 1. September 2018 Wald antreten. Michael Reinhard arbeitet bereits seit knapp 10 Jahren für den Wald und hat sich in dieser Zeit nicht nur hervorragend eingearbeitet, sondern sich auch ein ausgezeichnetes Netzwerk mit externen Akteuren aufgebaut.   

Ich bin überzeugt, dass wir mit Michael Reinhard einen idealen Nachfolger für Rolf Manser gefunden haben. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Michael Reinhard in seiner neuen Funktion und wünsche ihm dabei viel Erfolg und Freude!

Paul Steffen
Vizedirektor BAFU


Laudatio für Rolf Manser


Rückblick auf das dritte Forum Wissenstransfer Wald

Das Forum Wissenstransfer Wald wurde am 24. Mai 2018 bereits zum dritten Mal nach 2011 und 2014 erfolgreich ausgetragen. An der Försterschule in Lyss trafen sich über 150 Fachleute, um neue Erkenntnisse über Wald-, Holz- und Naturthemen zu erfahren und auszutauschen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Einen Rückblick auf das Forum sowie weitere Informationen zum Wissenstransfer Wald finden sie unter:


Waldschutz: neue Vollzugshilfe und Internetseite zu den Föhrenkrankheiten

Am 1. Juni 2018 hat das BAFU das neue Modul 4 «Rotband- und Braunfleckenkrankheit» der Vollzugshilfe Waldschutz publiziert. Das Modul beschreibt die neue nationale Bekämpfungsstrategie gegen diese beiden besonders gefährlichen Schadorganismen. Ziel ist, befallsfreie Gebiete und Baumschulen vor diesen Krankheiten zu schützen. Im Eindämmungsgebiet wird empfohlen, Befälle wo möglich zu bekämpfen, um Schaden zu begrenzen.

Ergänzend zum Modul hat das BAFU auch eine Internetseite veröffentlicht, welche Waldbesitzern und interessierten Personen hilft, nach Feststellung von verdächtigen Symptomen erste Massnahmen zu treffen.

Bergföhre mit RBK-Befall

Rotband- und Braunfleckenkrankheit

www.bafu.admin.ch/foehrenkrankheiten  

Vollzugshilfe Waldschutz

Cover Vollzugshilfe Waldschutz

Modul 4: Rotband- und Braunfleckenkrankheit


Standortkundliche Grundlagen für die Waldbewirtschaftung im Klimawandel

Im Rahmen des Forschungsprogramms «Wald und Klimawandel» (2009-2018) von BAFU und WSL wurde auch das Ziel verfolgt, Entscheidungs­hilfen für die waldbauliche Praxis bereit zu stellen. Eine zentrale Frage war, wie sich die Waldstandorte infolge des Klima­wandels verändern, und welche Baumarten in Zukunft empfohlen werden können. Dabei sollte die heutige Gliederung der Standortstypen in der Schweiz mit dem Ökogrammansatz um die «Dimension»“ Klimawandel erweitert werden.

Der Bericht beschreibt die Methoden und Ergebnisse, die mit Praktikern in «Waldtests» anhand konkreter Beispiele diskutiert wurden. Die weiterentwickelte standortkundliche Methode bietet nun Orientierung im Hinblick auf die Baumartenwahl unter Berücksichtigung des Klimawandels. Damit können bewährte und in der Praxis akzeptierte Planungsinstrumente weiterhin genutzt werden, die auch für die Kantone und für den Bund in den Programmvereinbarungen Schutzwald, Waldbiodiversität und Jungwaldpflege zentral sind.


Magazin «die umwelt» 2/2018 – Holz macht Karriere – Bestellen Sie die Postkarten mit originellen Sujets

Die sieben originellen Illustrationen in der Holz-Ausgabe «die umwelt» 2/2018 sind auch als Postkarten auf Deutsch und Französisch verfügbar.

Bestellen können Sie die Postkarten ab Mitte Juli unter:  www.bafu.admin.ch/ui-1822-d

Magazin «die umwelt» 2/2018 - Holz macht Karriere

Cover Magazin «die umwelt» 2/2018 - Holz macht Karriere

Was Konsumentinnen und Konsumenten tun können | Wie Holz optimal genutzt wird | Was sich Holzunternehmer wünschen | Warum Holz das «Öl des 21. Jahrhunderts ist | Wie der Kanton Freiburg Holz fördert | Wo Berufsleute für die Holzbranche fit gemacht werden | Wie man Emotionen für Holz weckt


Vegetationshöhenmodell LFI neu auf map.bafu.admin.ch

Das Landesforstinventar veröffentlicht drei flächendeckende Datensätze zum Wald auf map.geo.admin.ch:

  • Vegetationshöhenmodell LFI
  • Reliefschattierung zum Vegetationshöhenmodell LFI
  • Waldmischungsgrad LFI

Die Datensätze basieren auf Luftbildauswertungen. Updates werden periodisch geliefert, wenn neue Luftaufnahmen im belaubten Zustand ausgewertet sind. Somit erhält jedes Gebiet ca. alle 6 Jahre ein Update.

Der Updatezyklus ist kantonal gestaffelt und basiert auf dem Flugrythmus von swisstopo.
www.swisstopo.admin.ch/de/wissen-fakten/geoinformation/die-schweiz-aus-der-vogelperspektive.html


Weitere Informationen

Waldpflegeprogramm Klimastiftung Schweiz – Call für Projekte

Wenn Wälder überaltern, können sie zu CO2-Quellen werden. Seit einem Jahr setzt sich die Klimastiftung Schweiz deshalb für die Verjüngung bestimmter Waldstücke ein. Auch 2018 können wieder Projekte zur Waldverjüngung bei der Klimastiftung eingereicht werden. Die Klimastiftung Schweiz stellt jährlich 500'000 Franken für das Waldpflegeprogramm bereit.

Medienmitteilung Klimastiftung (07.06.2018)

Newsletter AP Holz vom 27. März mit folgenden Themen

  •  Holz macht Karriere
  •  #WOODVETIA geht weiter
  •  Blick in die Baumwipfel
  •  Holzasche und Lyrik
  •  Medien
  •  Insider
#WOODVETIA-Figuren an der Bad Ragartz
Die 20 Holzfiguren von #WOODVETIA sind ein Publikumsmagnet an der Bad Ragartz
© Claire-Lise Suter, BAFU

Anlässe

Der Schweizerische Forstverein feiert am 30. August 2018 in Biel seinen 175. Geburtstag. Anlässlich des Seminars, das von Bundesrätin Doris Leuthard eröffnet wird, werden verschiedene Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur über ihre Visionen für den Wald der Zukunft sprechen.

Mehr zum Programm unter: www.forstverein.ch/de/agenda


Publikationen

Vollzugshilfe Waldschutz

Cover Vollzugshilfe Waldschutz

Modul 2: Edelkastaniengallwespe
Modul 3: Götterbaum
Modul 4: Rotband- und Braunfleckenkrankheit

Forstwirtschaftliches Testbetriebsnetz der Schweiz

Forstwirtschaftliches_Testbetriebsnetz_d

Ergebnisse der Jahre 2014-2016. 2018

Magazin «die umwelt» 2/2018 – Holz macht Karriere

Cover Magazin «die umwelt» 2/2018 - Holz macht Karriere

Dossier: Was Konsumentinnen und Konsumenten tun können | Wie Holz optimal genutzt wird | Was sich Holzunternehmer wünschen | Warum Holz das «Öl des 21. Jahrhunderts ist | Wie der Kanton Freiburg Holz fördert | Wo Berufsleute für die Holzbranche fit gemacht werden | Wie man Emotionen für Holz weckt

360°: Littering - gute Einfälle gegen Abfälle | Wo wir uns am liebsten erholen | Umweltpolitik: Die Schweiz auf dem Prüfstand | Ruhe ist ein kostbares gut | Energie: Wie der Bundesrat zu Fracking steht


Personelles

Per Ende Juni ging Urs Schüpbach nach knapp 30 Jahren beim BUWAL und BAFU vorzeitig in Pension. Dank seinem grossen Einsatz wurden die finanziellen Ressourcen im Bereich Wald und Holz stets einwandfrei bewirtschaftet. Entscheidend mitgearbeitet hat er u.a. auch am Konzept zum Umgang mit biotischen Gefahren für den Wald sowie an der Planung und Realisierung des Pflanzenschutzlabors an der WSL. Wir danken Urs Schüpbach für seine wertvolle Arbeit und sein grosses Engagement, auch für das Zwischenmenschliche,und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

Wichtige Führungspositionen in der Abteilung Wald konnten wiederbesetzt werden. Michael Husistein übernimmt ab 1. September 2018 die Leitung der Sektion Walderhaltung und Waldpolitik und tritt damit die Nachfolge von Anja Herren an. Michael Husistein hat einen Abschluss in Forstwirtschaft der BFH-HAFL. Aktuell ist er für das Dossier Waldökonomie verantwortlich und stellvertretender Leiter der Sektion Holzwirtschaft und Waldwirtschaft. Michael Husistein lebt mit seiner Partnerin in der Stadt Bern.

Die Sektion Waldleistungen und Waldpflege wird ab 1. Oktober 2018 neu in einer Co-Leitung geführt. Clémence Dirac und Christoph Dürr teilen sich die Leitung. Sie folgen auf Matthias Kläy. Clémence Dirac ist Biologin (2004 promoviert) und hat eine interdisziplinäre Dissertation (Sozialwissenschaften, Ökonomie und Waldwissenschaften)  an der ETHZ / EPFL über Waldökosystemsleistungen in Madagaskar gemacht. Danach leitet sie das Sinergia Programm des Schweizerischen Nationalfonds. Seit Oktober 2015 ist sie verantwortlich für die Thematik Waldökosystemleistungen (Ökonomische Bewertung sowie Inwertsetzung der Wald-Ökosystemleistungen Freizeit & Erholung, CO2-Senkenleistung, Trinkwasser) und für das Dossier Urban Forestry beim BAFU. Clémence Dirac lebt in Säriswil (BE), ist verheiratet und hat drei Kinder.
Christoph Dürr ist dipl. Forstingenieur ETH/SIA und war über 20 Jahre als freiberuflicher Berater für verschiedene Kantone und Gemeinden tätig, in den Themen Waldschadeninventuren, Wald-Betriebspläne, Naturschutzkonzepte und Auenwaldbewirtschaftung. Er war 8 Jahre Geschäftsführer von Lignum Thurgau, Vorstandsmitglied von proNatura Thurgau und hat eine langjährige Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und der internationalen Waldpolitik. Aktuell ist er stellvertretender Chef der Sektion Waldleistungen und Waldpflege und für die Internationale Wald- und Holzpolitik der Abteilung Wald verantwortlich. Christoph Dürr ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Kontakt
Letzte Änderung 06.07.2018

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