3. Newsletter Wald 2018 (02.10.2018)

Michael Reinhard

Editorial von Michael Reinhard, Abteilungschef Wald, Bundesamt für Umwelt

Liebe Leserinnen und Leser, bonjour!

Zum Zeitpunkt, in dem ich in meinem Büro sitze und diese Zeilen schreibe, habe ich eine neue Funktion übernommen, welche einige ungewohnte Aufgaben mit sich bringt. Eine davon ist das Verfassen dieses Editorials. Vielleicht ist es für Sie ja ebenso ungewohnt, etwas von mir Geschriebenes zu lesen. Lernen wir uns also kennen!  

Im letzten Newsletter hatte Ihnen BAFU-Vizedirektor Paul Steffen meine Ernennung zum Nachfolger von Rolf Manser angekündigt. Doch werfen wir einen Blick zurück: Vor zehn Jahren nahm ich meine Arbeit im BAFU in der damaligen Sektion Waldleistungen und Waldqualität unter der Leitung von Christian Küchli auf. Dort betreute ich die Dossiers «Biotische Gefahren», «Waldbrände» und «Neobiota im Wald». Später befasste ich mich gemeinsam mit Behörden und privaten Verbänden mit der Klimaleistung der Schweizer Wälder zwischen Anpassung und Abfederung. 2015 übernahm ich die Leitung der neu geschaffenen Sektion Waldschutz und Waldgesundheit. Jetzt, im September 2018, verlasse ich das engagierte Team dieser Sektion – dem ich bei dieser Gelegenheit herzlich danke – und übernehme die Führung der ganzen Abteilung Wald.

Nach dem Studium in Geografie und Umweltwissenschaften verfasste ich eine Dissertation an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL zum Thema Waldbrandprävention im Kontext des Klimawandels und verteidigte diese an der ETH Lausanne. Meine Jahre im akademischen Umfeld standen im Zeichen von Bildung und Forschung, wobei mich stets die Interaktionen zwischen natürlichen Systemen und der Gesellschaft fasziniert haben. Diese Wechselwirkungen sind typisch für den Wald, wo es immer darum geht, ein Gleichgewicht zwischen Schutz und Nutzung der natürlichen Ressourcen zu finden.

Dieses Gleichgewicht erprobe ich seit meiner Kindheit, zum Beispiel beim vergnüglichen Balancieren über umgestürzte Fichtenstämme auf den Waldweiden meiner jurassischen Heimat. Als Enkel väterlicherseits eines Wagners haben mich Wald und Holz von Kind an geprägt, beispielsweise durch die von der Schule verordnete «Waldputzete» nach Holzfällarbeiten, durch das Pilzesammeln mit meinem Vater und Grossvater mütterlicherseits oder durch spannende Entdeckungsstreifzüge.

Dieses Konzept des Gleichgewichts steht im Zentrum der Aufgaben der Abteilung Wald und ist zugleich das Ziel der Waldpolitik 2020, die auf Grundlage der Zwischenevaluation optimiert werden wird. Mehr darüber erfahren Sie Im vorliegenden Newsletter. Der internationale Tag des Waldes 2019 ist der Waldpädagogik gewidmet und eine gute Gelegenheit, diese Facette des Waldes in den Fokus zu rücken. Die Strategie Freizeit und Erholung im Wald ist unter Dach und Fach und wird in der Folge vorgestellt. Der Druck auf das Waldökosystem bleibt hoch, wie der heisse und lange Sommer einmal mehr verdeutlicht hat. Die folgenden Seiten werden Ihnen einen Eindruck davon geben, mit welchen Fragen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Wald tagtäglich beschäftigen. Denn dieser Newsletter ist ein Stück weit das Abbild unserer Abteilung.

Das letzte Editorial schloss mit den besten Wünschen meines Vorgängers an die Adresse der neuen Führung. Ich habe das Glück, von Rolf Manser ein sehr kompetentes Team sowie gute Strategien übernehmen zu können. Vielen Dank, Rolf! Ich bin zuversichtlich, dass wir die Umsetzung einer ausgewogenen Wald- und Holzpolitik vorantreiben können, und zwar im Sinne einer Partnerschaft zwischen Bund, Kantonen, Wirtschaft und Umweltorganisationen. So zumindest stelle ich mir das zukünftige Vorgehen vor.

Liebe Leserinnen und Leser, jetzt haben Sie mich ein bisschen kennen gelernt. Ich meinerseits hoffe, mit der Zeit Ihre nähere Bekanntschaft zu machen. Mit einem freundlichen Grüezi oder bonjour gibt man seinem Gegenüber zu verstehen, dass man ihm alles Gute für den begonnenen Tag wünscht. Ich stehe gleichsam am Anfang meines «Tages» als Chef der Abteilung Wald des BAFU. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen sowie meinem neuen Team ganz herzlich bonjour!

Michael Reinhard

Abteilungschef Wald, Bundesamt für Umwelt



Waldpolitik: Massnahmenplan nach 2020 und Mitwirkung

Im September 2017 hat die Departementsvorsteherin beschlossen, dass die aktuelle Waldpolitik auch nach 2020 weitergeführt werden soll. Aufgrund der Resultate der Zwischenevaluation zur Waldpolitik 2020 und der ersten Vorabklärungen startet das BAFU nun den Prozess zur Erarbeitung des neuen Massnahmenplans. Je nach Bedarf werden in diesem Prozess auch die externen Partner aus den kantonalen Verwaltungen und den Verbänden koordiniert einbezogen bzw. angesprochen. Damit wird eine möglichst zweckmässige Mitwirkung angestrebt. D.h. unter anderem, dass Arbeitsgruppen, ausgehend von einer von allen geteilten Gesamtsicht gebildet werden. Die BAFU-Verantwortlichen werden mit den externen Gremien  zwischen November und Dezember 2018  Kontakt aufnehmen.

Weiterentwicklung der Waldpolitik 2020: Analyse der Anliegen der Waldstakeholder (PDF, 1 MB, 31.03.2016)2016. ETH Zürich und HAFL Zollikofen. Studie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU.


Internationaler Tag des Waldes ITW 2019

Der Internationale Tag des Waldes 2019 hat „forests and education“ zum Thema. Da Bildungsaktivitäten im Wald an Bedeutung zunehmen, möchten wir den ITW als Anlass nehmen, schweizweit und gemeinsam auf den Wald als guten Bildungsort aufmerksam zu machen. Das BAFU stellt in Zusammenarbeit mit SILVIVA Kommunikationsmittel und Musterbeispiele für Aktivitäten zur Verfügung, die kantonal und lokal durchgeführt werden können. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Kantone, Forstreviere und Bildungsinstitutionen am nächsten ITW mitmachen, um so eine breite Wirkung zu erzielen.

Kontakt: Adrian Schmutz


Strategie Freizeit und Erholung im Wald

Die Strategie Freizeit und Erholung im Wald zielt auf eine hohe Qualität der Leistungen des Waldes für Freizeit und Erholung. Sie leistet einen direkten Beitrag an die Umsetzung der Waldpolitik 2020 des Bundesrates und knüpft an die verschiedenen Strategien und Politiken des Bundes an, die der Gesundheit, dem Sport, dem Tourismus, der Biodiversität oder der Raumnutzung gewidmet sind.


Weitere Informationen

Management Summary «Grundlagen zur Betriebsanalyse und Strategieentwicklung in Forstbetrieben»

Eine Kurzanleitung zur Betriebsanalyse und Strategieentwicklung für Schweizer Forstbetriebe:

Newsletter AP Holz vom 2. Oktober mit folgenden Themen

  • Prix Lignum Preisverleihung
  • Fragen Sie nach Schweizer Holz
  • Taschenbuch Holzbau
  • Investitionsentscheidungen für Holz
  • Insider
Bronze für drei Holz-Langhäuser, Freilager-Areal, Zürich
Prix Lignum 2018: Bronze für drei Holz-Langhäuser, Freilager-Areal, Zürich
© Zeljko Gataric, Zürich

Internationales: UN Wald- und Holzkomittee in Vancouver vom 5. - 9. November 2018  

Die 76. Session des “UNECE Committee on Forests and the Forest Industry” (COFFI) findet in Vancouver, Britisch Kolumbien/Kanada, statt. Das Komitee wird Richtlinien zu Datenmonitoring, Analysen, Weiterbildung sowie Kommunikation erarbeiten. Unter dem Titel 'Building the Future with Forests' wird der Schwerpunkt auf den Themen Waldprodukte, circular bio-economy und nachhaltige Waldbewirtschaftung liegen.

Alle Informationen zu Programm und Registrierung finden Sie auf: www.unece.org/forests/coffi2018

 

Pa. Iv von Siebenthal 16.471 / Mo. UREK-S 18.3715

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK-S) hat am 30. August 2018 der parlamentarischen Initiative 16.471 «Umsetzung der Waldpolitik 2020. Erleichterungen bei den Rodungsvoraussetzungen» keine Folge gegeben. Im Rahmen dieser Sitzung hat die Kommission die Motion 18.3715 «Umsetzung der Waldpolitik 2020 - Erleichterung bei der Rundholzlagerung» eingereicht. Dieser Vorstoss will den Bundesrat beauftragen, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, dass Rundholzlagerungen im Wald für Waldeigentümer und Sägereien möglich werden.

Mit der geforderten Änderung auf Verordnungsstufe möchte die Kommission darauf verzichten, die gesetzliche Regelung für Rodungen zu ändern. Die beiden Vorstösse werden voraussichtlich in der Wintersession im Ständerat behandelt.


Personelles

Therese Plüss hat am 1. September 2018 die Nachfolge von Michael Reinhard als Leiterin der Sektion Waldschutz und Waldgesundheit angetreten. Therese Plüss ist promovierte Biologin und befasste sich bereits in ihrer Dissertation mit Pflanzenschutzfragen: Sie untersuchte die Machbarkeit von Tilgungsmassnahmen gegen Pflanzenschädlinge. Sie arbeitet seit sieben Jahren im BAFU und ist zuständig für das Risikomanagement gegen die Einschleppung und Ausbreitung von waldrelevanten Quarantäneorganismen. Seit zwei Jahren ist sie stellvertretende Sektionschefin und Mitglied der Geschäftsleitung des Eidgenössischen Pflanzenschutzdienstes EPSD.

Per 1. Januar 2019 werden Vakanzen in der Sektion Waldschutz und Waldgesundheit neu besetzt. Andrea De Boni übernimmt die Bundesvollzugsaufgaben des EPSD. Er hat einen Master in Regionalmanagement in Gebirgsräumen an der HAFL gemacht. Dieses Jahr absolvierte er sein Hochschulpraktikum in der Sektion Waldschutz und Waldgesundheit.
Ebenfalls per 1. Januar tritt Joana Beatrice Meyer ihre Stelle bei uns an. Sie hat an der ETH in Phytopathologie promoviert und verfügt über Projektleitungserfahrung. Seit vier Jahren arbeitet sie als post-doc an der WSL.

Kontakt
Letzte Änderung 02.10.2018

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