3. Newsletter Wald 2017 (02.10.2017)

Hans Romang
Hans Romang, Leiter Abteilung Arten, Ökosysteme, Landschaften, BAFU

Editorial von Hans Romang, Leiter Abteilung Arten, Ökosysteme, Landschaften, BAFU

Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser

Die Natur nimmt einen besonderen Stellenwert in meinem Leben ein. Sie gibt mir Ruhe und Gelassenheit. Sie hilft mir, scheinbar Unüberwindbares zu meistern und Kräfte für neue Aufgaben zu sammeln. Die beeindruckende Stärke der Berge, die Symbolkraft eines Baums oder die Leichtigkeit der Insekten begleiten mich bei meinen Entscheidungen. Meine Verbundenheit mit der Natur hat mich vor zwei Jahren ins Bundesamt für Umwelt geführt. Als Leiter der Abteilung Arten, Ökosysteme, Landschaften kann ich grosse Projekte für unsere Umwelt entwickeln, gestalten und umsetzen.

Am 6. September haben wir vom Bundesrat  grünes Licht zur Umsetzung des Aktionsplans zur Strategie Biodiversität Schweiz erhalten. Der Aktionsplan Biodiversität ist das jüngste Instrument der Schweizer Umweltpolitik. Er macht es uns möglich, uns noch zielgerichteter für die Natur einzusetzen. Die Massnahmen und Pilotprojekte des Aktionsplans konzentrieren sich auf die direkte Förderung der Biodiversität im Feld, schlagen eine Brücke zwischen der Biodiversitätspolitik des Bundes und anderen Politikbereichen und treiben die Sensibilisierung von Entscheidungsträger/-innen und Öffentlichkeit für die Bedeutung und den Nutzen der Biodiversität voran.

Das Engagement für die Biodiversität ist auch ein Engagement für uns Menschen, für unsere Gesellschaft und die kommenden Generationen. Denn die Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage. Damit wir sie langfristig erhalten können, müssen wir bewährte Ansätze im Naturschutz weiterführen, aber auch bereit sein, neue Ansätze auszuprobieren und neues Denken zuzulassen. So schliessen sich die Nutzung der Biodiversität und der Naturschutz nicht unbedingt aus. Die naturnahe Bewirtschaftung des Schweizer Waldes zeigt eindrücklich, dass nachhaltige Nutzungen auch Lebensraum für Arten oder berührende Naturerlebnisse für uns Menschen erhalten oder neu schaffen können.

Die Forderungen des Aktionsplans Biodiversität betreffen uns alle. Wir sind alle gefordert, uns für unsere Lebensgrundlage einzusetzen. Die Diskussionen, wie die Massnahmen und Pilotprojekte im Detail umzusetzen sind und schliesslich umgesetzt werden, verlangen von allen Seiten eine hohe Dialog- und Kompromissbereitschaft. Ich freue mich auf die Herausforderung, gemeinsam mit Ihnen gute Lösungen für die Natur, aber auch für uns zu finden.

Mit den besten Grüssen

Hans Romang
Leiter Abteilung Arten, Ökosysteme, Landschaften



Aktionsplan zur Strategie Biodiversität Schweiz

Der Bundesrat hat am 6. September 2017 den Aktionsplan zur Strategie Biodiversität (AP SBS) verabschiedet. Der AP SBS konkretisiert die Ziele der Strategie Biodiversität Schweiz. Die Massnahmen und Pilotprojekte des AP fördern die Biodiversität direkt (z.B. Schaffung Ökologische Infrastruktur, Artenförderung), schlagen eine Brücke zwischen der Biodiversitätspolitik des Bundes und anderen Politikbereichen (z.B. Landwirtschaft, Raumplanung, Verkehr, wirtschaftliche Entwicklung) und sensibilisieren Entscheidungsträger/Innen und die Öffentlichkeit für die Wichtigkeit der Biodiversität als unsere Lebensgrundlage.


Grosses Interesse für Schweizer Holz - Rückblick auf Tage des Schweizer Holzes

Tage des Schweizer Holzes

Mit den landesweiten «Tagen des Schweizer Holzes» hat die Wald- und Holzbranche am 14. und 15. September  die Bevölkerung zum Entdecken eingeladen. Die beteiligten Betriebe konnten an den beiden Tagen rund 80‘000 Besucherinnen und Besucher empfangen, darunter auch viele Schulklassen. 26 regionale Aktionen an insgesamt 80 Veranstaltungsorten zeigten der Öffentlichkeit das ganze Spektrum der Waldnutzung und Holzverarbeitung, vom traditionellen Handwerk bis zum Einsatz von Hightech-Maschinen.

«Das Konzept hat funktioniert, die zwei Tage sind als grossen Erfolg zu werten», freuen sich der OK-Präsident Toni Horat und Projektleiterin Regina Weber. Der eindrückliche Publikumsaufmarsch ist der Lohn für die Anstrengungen der 178 Betriebe, die einen beträchtlichen finanziellen und personellen Einsatz geleistet haben. Die Kreativität in der Umsetzung der einzelnen Programme war sehr beeindruckend.

Das Projekt war eingebettet in die Kampagne #WOODVETIA des Bundesamts für Umwelt BAFU und der Wald- und Holzbranche.

#WOODVETIA: Werde zur Legende aus Schweizer Holz!

Schweizerische Forststatistik 2016: Rückläufige Holzernte erreicht Zehnjahrestief

Die Schweizer Holzernte war auch 2016 rückläufig. Mit insgesamt 4,46 Millionen Kubikmetern wurden 2 Prozent weniger Holz geerntet als im Vorjahr. Über die letzten zehn Jahre gesehen, erreichte die Holzerntemenge damit ihren Tiefpunkt. Die wirtschaftliche Lage der Schweizer Forstbetriebe blieb auch 2016 weiter angespannt. Dies geht aus der Forststatistik sowie dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz 2016 der Bundesämter für Statistik BFS und Umwelt BAFU hervor.


Zwischenevaluation Programmvereinbarung Waldwirtschaft 2016 – 2019: Programmziel 1 «Optimale Bewirtschaftungsstrukturen und –prozesse»

Im Rahmen der NFA-Programmvereinbarung Waldwirtschaft Programmziel 1 unterstützt das Bundesamt für Umwelt die Kantone bei der Umsetzung von Massnahmen zur Verbesserung der Bewirtschaftungsstrukturen und -prozesse, insbesondere im Bereich der eigentums- und betriebsübergreifenden Kooperation. Das Programmziel leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Waldwirtschaft. Eine von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) durchgeführte Zwischenevaluation der aktuellen Programmperiode zeigt, dass das Ziel noch nicht erreicht ist, und es deshalb sinnvoll ist, das Programm weiterzuführen.


Weitere Informationen

Rückblick 125th Anniversary Congress 2017 IUFRO in Freiburg (D)

Die International Union of Forest Research Organizations (IUFRO) hat vom 18. bis 22. September im Rahmen eines Kongresses in Freiburg (D) ihr 125-jähriges Jubiläum gefeiert. BAFU-Direktor Marc Chardonnens vertrat die Schweiz am Ministertreffen. Als Gründungsmitglied von 1892 beteiligte sich unser Land an der Durchführung des Anlasses. Das globale Netzwerk von Waldforschern hat heute 15‘000 Mitglieder aus 700 Institutionen aus über 110 Ländern. Die Gründungsperiode in Mitteleuropa war geprägt durch Übernutzung der Wälder und daraus resultierende Naturkatastrophen mit Überschwemmungen, Murgängen und Lawinenniedergängen. Eine länderübergreifende wissenschaftliche Zusammenarbeit war zu dieser Zeit ein grosser Schritt. Durch die Herausforderungen des Klimawandels ist diese Zusammenarbeit wichtiger denn je. 

Informationen zum Konferenzprogramm, Dialogen und präsentierten Forschungsresultaten auf:

iufro2017.com

Aktionsplan Holz

Info zu Nachfolgeprogramm WoodwisdomNet+

Die Schweiz kann wieder an einem Programm der EU im Rahmen des European Research Network (ERA-NET) teilnehmen. Die EU-Kommission hat das Cofund Programm ForestValue Bioeconomy genehmigt. Schweizer Unternehmen und Forschungseinrichtungen können die Gelegenheit zur europäischen Zusammenarbeit nutzen und daran teilnehmen. S-WIN, KTI und BAFU informieren im Verlauf des Herbstes über die Details. 

Themen für den Internationalen Tag des Waldes 2018 und 2019

Das UN Waldforum (UNFF) hat die Themen für den Internationalen Tag des Waldes der nächsten zwei Jahre bekannt gegeben: 2018 Forests and sustainable cities – Wald und nachhaltige Städte. 2019 Forests and Education – Wald und Bildung. Diese Themen werden von allen 14 globalen waldrelevanten Institutionen unterstützt und werden deshalb auch vom BAFU übernommen.


Anlässe

3. Forum für Wissenstransfer Wald – Aufruf für Atelierbeiträge

Am Donnerstag, 24. Mai 2018, findet zum dritten Mal das Forum für Wissenstransfer Wald am Bildungszentrum Wald in Lyss statt. Waldfachpersonen aus Praxis, Forschung und Bildung treffen sich für einen Wissens- und Erfahrungs-Austausch. Den Referaten des Vormittags folgt eine Reihe kurzer Ateliers mit Beiträgen aus Praxis und Forschung, wo Erkenntnisse und Lösungsansätze zu aktuellen Themen vorgestellt und diskutiert werden. Detailliertere Informationen finden Sie unter untenstehendem Link.
Wer ein Atelier anbieten möchte, kann sich bis am 15. November über das Kontaktformular im Internet melden:
www.bafu.admin.ch/wissenstransfer-wald

Ab dem 15. November ist das Detail-Programm verfügbar und die Anmeldung für die Teilnehmenden offen.

#WOODVETIA

Ausstellung aller Figuren und Enthüllung der 20. Figur am 9. November 2017 auf dem Waisenhausplatz in Bern

Kontakt
Letzte Änderung 02.10.2017

Zum Seitenanfang

https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/themen/wald/wald--newsletter-wald/3-newsletter-wald-2017-02-10-2017.html