Renaturierung von Flüssen und Seen

Schweizer Seen und Flüsse sollen wieder naturnaher werden. Das geänderte Gewässerschutzgesetz (GSchG), das seit dem 1. Januar 2011 in Kraft ist, bildet die Grundlage für verschiedene Massnahmen. Ziel des Bundes sind Renaturierungen, die zur Wiederherstellung von naturnahen, sich selbst regulierenden Bächen, Flüssen und Seen mit einer gewässertypischen Eigendynamik und charakteristischen Tier- und Pflanzenarten führen.

Natürliche oder naturnahe Ökosysteme und die darin lebenden Organismen sind für das menschliche Leben von grosser Bedeutung. Das revidierte Gewässerschutzgesetz, das seit dem 1. Januar 2011 in Kraft ist, bildet die Grundlage für verschiedene Renaturierungsmassnahmen, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten umgesetzt werden sollen.

Diese sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität auf nationaler Ebene. Die Schweiz steht damit am Anfang einer der wichtigsten Etappen im Gewässerschutz, vergleichbar mit dem Bau der Kläranlagen in den 60er und 70er Jahren.

Gewässer, denen genügend Raum zur Verfügung steht, erfüllen weitere, vielfältige und wichtige Funktionen.

Neue gesetzliche Bestimmungen

Das revidierte Gewässerschutzgesetz sieht vor, dass die Kantone in drei Bereichen aktiv werden:

Gewässerraum: Die Kantone müssen entlang der Bäche, Flüsse und Seen Raum auszuscheiden, der die natürlichen Funktionen der Gewässer sowie den Hochwasserschutz gewährleistet.

Renaturierungen: Die Kantone sind verpflichtet, Renaturierungen zu planen und umzusetzen um naturnahe Fliessgewässer und Seeufer zu erhalten oder wiederherzustellen.

Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung: Die Abflüsse unterhalb von Speicherkraftwerken können stark schwanken. Organismen sind daher gefährdet, bei plötzlichem Hochwasser (Schwall) abgeschwemmt zu werden bzw. bei Niedrigwasser (Sunk) zu stranden. Die Kantone sind verpflichtet, diese Beeinträchtigungen zu beseitigen und dafür geeignete Sanierungsmassnahmen zu planen. Zudem müssen Beeinträchtigungen des Geschiebehaushaltes behoben und Massnahmen zur Wiederherstellung der freien Fischwanderung (Fischgängigkeit) umgesetzt werden.

Geänderte Gewässerschutzverordnung präzisiert Neuerungen im Gesetz

Die geänderte Gewässerschutzverordnung nimmt die Bestimmungen des Gewässerschutzgesetzes auf und präzisiert sie. Sie trat per 1. Juni 2011 in Kraft.

Gewässerraum: Die Verordnung präzisiert die jeweils erforderliche Breite des Gewässerraums welche nötig ist, um die vom Gesetz geforderten natürlichen Funktionen der Gewässer, den Schutz vor Hochwasser und die Gewässernutzung zu gewährleisten. Der Gewässerraum muss bis Ende 2018 festgelegt werden.

Revitalisierungen: Die Verordnung beschreibt das konzeptionelle Vorgehen bei der Planung von Revitalisierungen. Damit wird sichergestellt, dass zuerst dort revitalisiert wird, wo die Wirkung am grössten ist. Revitalisierungen müssen bis 2014 strategisch geplant werden.

Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung: Die Verordnung präzisiert, welche Beeinträchtigungen als wesentlich gelten und bei welchen Anlagen Massnahmen zu prüfen sind. Die Anforderungen im Bereich Wiederherstellung der Fischgängigkeit sind in einer Anpassung der Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei präzisiert.

Durch diese Massnahmen wird die Stromproduktion nicht eingeschränkt.

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Letzte Änderung 01.06.2011

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