Grundwassertemperatur

Die Grundwassertemperatur ist eine wesentliche Eigenschaft und ein wichtiger Einflussfaktor hinsichtlich des hydrochemischen und biologischen Zustands des Grundwassers. Sie hat Auswirkungen auf den Anteil an gelöstem Sauerstoff im Wasser sowie den Grad der Mineralisierung. Anhand der Entwicklung der Grundwassertemperatur können mögliche Auswirkungen der Klimaänderung bzw. der Urbanisierung auf die Grundwasser-Quantität und Grundwasser-Qualität aufgezeigt werden.

Die Wassertemperatur in oberflächennahen Grundwasservorkommen wird durch die Lufttemperatur, bzw. entlang der Fliessgewässer auch durch die Temperatur des infiltrierenden Flusswassers, geprägt. In urbanen Gebieten wird die Grundwassertemperatur zudem von Infrastrukturen wie Erdwärmesonden, Grundwassernutzungen zum Kühlen und Heizen oder Installationen im Untergrund (Tunnel, Tiefgeschosse, Leitungen) beeinflusst.

Im langjährigen Vergleich stellen die Jahre 2015 bis 2019 eine Periode mit erhöhten Grundwassertemperaturen dar. Dies widerspiegelt sich in einer vergleichsweise grösseren Anzahl von Messstellen mit hohen Jahrestemperaturen. So waren im Hitzejahr 2018 sowie im Folgejahr 2019 in der Schweiz an rund der Hälfte der Messstellen des Moduls QUANT (Grundwasser-Quantität) der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA hohe Grundwassertemperaturen zu verzeichnen.

Grundwassertemperatur 2000 bis 2019
Grundwassertemperatur 2000 bis 2019. Anzahl Messstellen mit tiefen, normalen und hohen Jahreswerten. Grundwassertemperatur normal: Jahreswert liegt im Bereich der mittleren 80 % der langjährigen Mittelwerte; hoch: Jahreswert liegt im Bereich der höchsten 10 % der langjährigen Mittelwerte; tief: Jahreswert liegt im Bereich der tiefsten 10 % der langjährigen Mittelwerte.

In oberflächennahen Grundwasservorkommen weist die Grundwassertemperatur einen charakteristischen Jahresgang auf, welcher im Vergleich zur Lufttemperatur um rund zwei Monate verzögert ist. Dies widerspiegelt sich auch in einer vergleichsweise grösseren Anzahl von Messstellen mit hohen Monatstemperaturen im Herbst und Winter. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds variiert die Grundwassertemperatur im Jahresverlauf über einen Bereich von einem bis mehreren Grad Celsius.

Grundwassertemperatur 2018 und 2019
Grundwassertemperatur 2018 und 2019. Anzahl Messstellen mit tiefen, normalen und hohen Monatswerten. Grundwassertemperatur normal: Monatswert liegt im Bereich der mittleren 80 % der langjährigen Mittelwerte für diesen Monat; hoch: Monatswert liegt im Bereich der höchsten 10 % der langjährigen Mittelwerte für diesen Monat; tief: Monatswert liegt im Bereich der tiefsten 10 % der langjährigen Mittelwerte für diesen Monat.

Der Mittelwert der Grundwassertemperatur 2018 und 2019 lag an den einzelnen Messstellen zwischen 5 und 15 °C. Entsprechend der Höhenlage der Einzugsgebiete traten die tiefsten Grundwassertemperaturen von unter 10 °C im Jura und in den Alpen auf. Im Mittelland und auf der Alpensüdseite lagen sie bei 10 bis 13 °C. Die höchsten Werte, d.h. über 13 °C, wurden in urbanen Zentren registriert.

Mittlere Grundwassertemperatur 2018 und 2019
Mittlere Grundwassertemperatur 2018 und 2019 im Vergleich zur Periode 2000 bis 2017 (bzw. 2018) (Modul QUANT).

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 25.05.2020

Zum Seitenanfang

https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/themen/wasser/fachinformationen/zustand-der-gewaesser/zustand-des-grundwassers/grundwassertemperatur.html