Gastbeitrag SwissFoundations: Im Zeichen der Zeit

Das Stiftungskapital in der Schweiz wird auf mindestens 70 Milliarden Franken geschätzt. Richten Stiftungen ihr Investitionsverhalten nachhaltig aus, können sie auch in diesem Bereich ihren Stiftungszweck erfüllen.

Text: Beate Eckhardt, Geschäftsführerin von SwissFoundations. Der Verband der Schweizer Förderstiftungen wurde 2001 gegründet und repräsentiert über seine Mitglieder 25 Prozent aller jährlichen Stiftungsausschüttungen in der Schweiz.

© Illustration Ruth Schürmann

Mit über 13 000 gemeinnützigen Stiftungen gehört der Schweizer Stiftungssektor zu den wichtigsten und bedeutendsten Philanthropiestandorten Europas. Stiftungen sind entscheidende zivilgesellschaftliche Akteure. Durch ihre Unabhängigkeit und ihre grossen Handlungsfreiheiten können sie innovative wie auch nicht mehrheitsfähige Projekte und Initiativen unterstützen. Hierzulande tun dies Stiftungen mit einem geschätzten Fördervolumen von zwei Milliarden Franken pro Jahr.

Die Stiftung als Wirkungseinheit

Um Wirkung zu erzielen, müssen Stiftungen zweierlei tun: Nischen suchen, wo ihr Beitrag einen Unterschied macht, und all ihre Ressourcen für die Zweckerfüllung einsetzen. Ganz entscheidend ist dabei auch das Stiftungsvermögen. Die Beschäftigung mit Anlagefragen betrachteten bis vor einigen Jahren erst wenige Stiftungsräte als Kernaufgabe des gesamten Gremiums. Dieses Blatt scheint sich zu wenden. Mediale Diskussionen rund um Investments grosser Stiftungen, das garstige Niedrigzinsumfeld und der Ende 2015 in dritter Auflage erschienene «Swiss Foundation Code» haben zu dieser Entwicklung beigetragen.

Von passiv bis Impact Investing

Eine Stiftung hat bezüglich Vermögensbewirtschaftung verschiedene Handlungsoptionen. Auf jeden Fall gilt es zu vermeiden, dass Investitionen dem Stiftungszweck diametral entgegenwirken und zu Reputationsrisiken führen. Viele gemeinnützige Stiftungen tun dies heute über Ausschlusskriterien oder die Anwendung internationaler Standards wie des UN Global Compact. Diesen Weg geht seit einigen Jahren beispielsweise die VELUX STIFTUNG, die weltweit tätig ist und eine breite Palette von gemeinnützigen wissenschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Projekten unterstützt. Ihre Anlagepolitik besagt, dass nur noch in Unternehmen investiert werden darf, welche die Prinzipien des UN Global Compact, eines Kodex für Unternehmen zu Themen wie Menschenrechten, Arbeitsbedingungen, Umwelt und Korruption, nicht verletzen. Die Einhaltung dieser Prinzipien wird jährlich überprüft. Neben solchen Ausschlussstrategien können gemeinnützige Stiftungen über fokussierte Investments aber auch sehr direkt einen Beitrag zum Stiftungszweck leisten. Unter dem Begriff «Impact Investing» investieren Umweltstiftungen beispielsweise in innovative Cleantech-Unternehmen. So profitiert im besten Fall nicht nur die Umwelt, sondern auch die Stiftung, die ihren Franken zweimal einsetzen kann. Einer ganzheitlichen Vermögensbewirtschaftung gehört die Zukunft.

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Letzte Änderung 31.05.2017

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