Grüne Wirtschaft: Übergreifende Instrumente

Zur Ressourcenschonung und Stärkung der Ressourceneffizienz sind nicht nur Massnahmen in den Kernbereichen «Konsum und Produktion» sowie «Abfälle und Rohstoffe» wichtig. Umfassende Verbesserungen für die Umwelt erfordern ebenfalls interdisziplinäres und internationales Handeln sowie sektorspezifische Ansätze zur Effizienzsteigerung.

Bisherige Meilensteine

Folgende wichtige Meilensteine wurden schon erreicht:

  • Unter anderem nimmt die Schweiz am Zehnjahresrahmenprogramm für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (10YFP) der UNEP teil und hat sich erfolgreich für den Start von je einem Programm in den Bereichen nachhaltige öffentliche Beschaffung und nachhaltige Ernährungssysteme eingesetzt.
  • Seit 2014 ist die Schweiz Mitglied der Partnership for Action on Green Economy (PAGE), einer Initiative zur Unterstützung der Grünen Wirtschaft in Entwicklungsländern.
  • Die Schweiz hatte das UNEP International Resources Panel (IRP) eingeladen, ihr Herbst-Treffen 2015 in Davos gleichzeitig wie das World Resources Forum (WRF) durchzuführen. Auf Initiative verschiedener Länder, darunter die Schweiz, wird das IRP künftig Fragen zur Gouvernanz von natürlichen Ressourcen auch im Rohstoffsektor bearbeiten.
  • Das Indikatorensystem Wohlfahrtsmessung wurde Ende 2014 publiziert, mit rund 40 kommentierten Indikatoren.
  • Eine Vielzahl von Massnahmen wurden im Umfeld Cleantech umgesetzt (u.a. Integration von Cleantech-relevanten Inhalten in bestehende und künftige Bildungsgänge, Analyse von Innovationshemmenden Regulierungen, koordinierte Energieforschung Schweiz, u.a.).
  • Eine Strategie und ein Aktionsplan 2015-2019 zur Weiterentwicklung der Umweltgesamtrechnung wurden vom BFS lanciert.
  • Das BAFU hat Prozesse angestossen, um den Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und öffentlicher Hand aufzubauen und im freiwilligen Bereich Massnahmen zur Senkung der Umweltbelastung und gleichzeitiger Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit umzusetzen. Zudem betreibt das BAFU seit August 2015 das Dialogportal Grüne Wirtschaft als offenes Forum zum Thema Grüne Wirtschaft.

Weiterentwickung 2016-2019

Sektorspezifische Ansätze zur Effizienzsteigerung
Spezifische Wirtschaftssektoren leisten auf freiwilliger Basis einen relevanten Beitrag zur Reduktion der Fussabdrücke und zur Verbesserung der Ressourceneffizienz. Damit kann der attraktive Wirtschaftsstandort Schweiz erhalten und gleichzeitig können Reputationsschäden vermieden werden. Die Arbeiten setzen in den nächsten Jahren beim Finanz- und Rohstoffsektor sowie bei der Abfallwirtschaft einen besonderen Akzent.

Internationales Engagement
Da die Schweiz viele Rohstoffe und Konsumprodukte importiert, fällt ein grosser Teil der Umweltbelastung im Ausland an. Das internationale Engagement der Schweiz leistet einen Beitrag zur Reduktion der Schweizer Fussabdrücke, verstanden als Umweltbelastungen, welche der Schweizer Konsum im In- und Ausland verursacht. Gemessen in Umweltbelastungspunkten fällt über 70 % dieser Umweltbelastungen ausserhalb der Schweiz an, weil die Schweiz stark in den globalen Handel integriert und auf Dienstleistungen spezialisiert ist, während sie ressourcenintensive Güter importiert. Deshalb soll das Engagement der Schweiz in internationalen Organisationen und Umweltkonventionen ausgebaut und das Wissen anderen Ländern und Organisationen zugänglich gemacht werden. Mit dazu gehört auch die Stärkung des Profils der Schweiz im Ausland im Bereich Grüne Wirtschaft sowie die Unterstützung des Auftritts von Schweizer Firmen und Organisation von Ausstellungen.

Anreize und Stärkung der Wissensbasis
Die Erarbeitung von Grundlagenwissen für den Übergang zu einer umweltverträglichen Wirtschaft ist zu verbessern. Dabei sind auch der Austausch mit der Wissenschaft zu intensivieren und in der Bildung die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln.

Ziele, Dialog und Berichterstattung
Um das Engagement verschiedener Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken, soll die Grüne Wirtschaft im Dialog weiter entwickelt werden. Insbesondere sollen wichtige Handlungsbereiche und Ziele für freiwillige Massnahmen erarbeitet werden. Die konkreten Fortschritte Richtung Grüne Wirtschaft aufgrund freiwilliger Massnahmen sollen gemessen und ausgewiesen werden.

Weiterführende Informationen

Dokument

Bericht an den Bundesrat: Grüne Wirtschaft (PDF, 908 kB, 20.04.2016)Massnahmen des Bundes für eine ressourcenschonende, zukunftsfähige Schweiz

Kontakt
Letzte Änderung 20.04.2016

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