Normen

Privatrechtliche Normen haben eine grosse Bedeutung, wenn es darum geht, Produkte (Güter, Bauwerke und Dienstleistungen) umweltschonend bereitzustellen. Das BAFU möchte mit seiner Normenstrategie dazu beitragen, dass Umweltaspekte bei der Normung zunehmend berücksichtigt werden.

Normen sind Regeln der Technik und beschreiben Prozesse, Messmethoden, Testverfahren sowie Managementabläufe. Sie dienen einerseits der Harmonisierung wirtschaftlichen Handelns, andererseits öffentlichen Interessen wie Produkte- und Arbeitssicherheit und Schutz der Umwelt und Gesundheit. Normen sind freiwillige Instrumente, die von interessierten Fachleuten aus Wirtschaft, Fachorganisationen und der öffentlichen Hand ausgearbeitet werden. Weil diese gleichzeitig auch die Hauptanwender sind, stossen die Normen auf grosse Akzeptanz.

Die Normenstrategie des BAFU

Der Normenstrategie des BAFU liegt die Vision einer umfassenden und optimierten Integration von Umweltaspekten in die Normung zugrunde. Dadurch kann einerseits eine von der Wirtschaft selbst getragene Verbesserung der Umweltsituation bei Produkten und Prozessen erzielt werden. Normen sollen andererseits als komplementärer Teil zu Rechtserlassen und Vollzugshilfen genutzt werden und dadurch eine bessere Ausrichtung der behördlichen Regelungstätigkeiten auf die wirtschaftlichen Bereiche ergeben, die stark durch Normen bestimmt sind.

Ausgehend von der Vision wurden strategische Ziele und folgende sechs Handlungsfelder abgeleitet:

1. Integration von Umweltwissen ins Normenschaffen;
2. Umweltfachleute in Normengremien;
3. Normenwissen pflegen;
4. Aktives Anregen von Normen;
5. Normen zur Unterstützung des Vollzugs und
6. Normen zur Unterstützung der KMU-Verträglichkeit von Umweltauflagen.

Konzept des „New and Global Approach" der Europäischen Kommission

Normen werden von globalen, europäischen oder nationalen Gremien geschaffen. Im Allgemeinen müssen europäische Normen auf nationaler Ebene übernommen werden. Bei der Erarbeitung von internationalen Normen können die nationalen Normengremien Experten nominieren, welche ihre Interessen vertreten.

Die Europäische Union wendet den sogenannt „New and Global Approach" an: die Rechtsvorschriften regeln nur die grundlegenden Anforderungen an Produkte. Technische Aspekte werden in sogenannt „harmonisierten" Normen festgelegt, welche im Auftrag der Europäischen Kommission erarbeitet werden.

Bei der Anpassung der Schweizerischen Rechtsgrundlagen zu Produkten an die Europäischen Richtlinien vom Typ „New and Global Approach" ist es wichtig, dass die Schweiz die harmonisierten Normen in nationale Normen überträgt. Sie beteiligt sich deshalb aktiv an den Arbeiten der Europäischen Normenorganisationen.

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Letzte Änderung 13.08.2015

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