Geografische Informationssysteme: Umweltdaten für das Smartphone

14.02.2012 - Seit Herbst 2011 ist unter der Webadresse http://map.bafu.admin.ch ein neues Geodatenportal mit räumlich aufgeschlüsselten Umweltinformationen in Betrieb. Es ist umfangreich und schnell, wobei zahlreiche Karten nun auch mit dem Smartphone abrufbar sind.

Das bisherige Geodatenportal ecoGIS des BAFU galt vor Jahren als Pionierleistung. Dank diesem geografischen Informationssystem konnte auch die breite Öffentlichkeit im Internet räumlich aufgeschlüsselte Umweltdaten abrufen - beispielsweise zur Lärmbelastung oder zu Naturschutzgebieten, Steinbockkolonien und Fischbeständen. Seit Ende 2011 hat diese Internetplattform nun ausgedient. Die Nachfolgelösung http://map.bafu.admin.ch ist schneller, basiert auf einer neuen Technologie und ersetzt zudem auch die Portale http://erdbeben.admin.ch sowie http://umweltzustand.admin.ch.

Ein Teil dieser Daten ist auch über das Geodatenportal des Bundes http://map.geo.admin.ch einzusehen und via http://mobile.map.geo.admin.ch neu für Smartphones erreichbar. «Die Entwicklung verläuft derzeit unglaublich schnell», sagt BAFU-Mitarbeiterin Karin Fink, die gemeinsam mit Tom Klingl die Überarbeitung der Plattform betreut hat. «Es werden immer mehr Daten unter einem Dach zusammengeführt, und die Bevölkerung erhält laufend einen besseren Zugang zu den Informationen.»

10‘000 Besucher pro Tag. Die digitalen Karten sind beliebt. «map.geo.admin.ch» zählte im Spätherbst 2011 jeden Tag 10‘000 Besucherinnen und Besucher, auf «map.bafu.admin.ch» rechnen Karin Fink und Tom Klingl im Jahr 2012 mit ähnlichen Zugriffsraten. Die Zahl ist hoch, aber nicht ganz überraschend, wenn man bedenkt, dass 178 gesetzlich verankerte Geobasisdaten-Kategorien existieren, von denen 77 vom BAFU erarbeitet werden. Ein weiteres Indiz für das grosse Interesse der Bevölkerung sind die vielen Mailanfragen, die bei den BAFU-Fachleuten eingehen.

Der Bund ist dem Öffentlichkeitsprinzip verpflichtet. Die zahlreichen publizierten Karten vereinfachen nicht nur Fachleuten die Arbeit - vielmehr erleichtern sie der Bevölkerung auch die demokratische Beteiligung. «Der Steuerzahler hat schliesslich für die Erhebung dieser Umweltdaten bezahlt», meint Tom Klingl zu dieser Form der Transparenz. «In manchen Diktaturen ist gutes Kartenmaterial dagegen nur dem Militär zugänglich.»

Vielfältige Anwendungen. Erst das digitale Zeitalter hat diese Transparenz ermöglicht, und es verändert zugleich auch die wissenschaftliche Forschung. Laut Karin Fink stellen Studierende die Umweltdaten heute häufiger in Kartenform dar als früher. Es sei zudem nicht auszuschliessen, dass künftig auch ganz neue Berufsgruppen die Karten des BAFU nutzen werden - so zum Beispiel Fachleute aus dem Gesundheitswesen.

Studien im Bereich Umwelt, Natur und Gesundheit sind tatsächlich spannende Themen: So zeigte ein japanisches Forschungsteam vor Kurzem auf, dass ein hoher Anteil an begeh­baren Grünflächen in der unmittelbaren Wohnumgebung die Lebenserwartung von alten Menschen in den Städten positiv beeinflusst. Und eine holländische Forschergruppe wies nach, dass die Dickleibigkeit von Knaben direkt mit der zur Verfügung stehenden Grünfläche korreliert. Viele Daten des BAFU, wie beispielsweise der Lärmkataster, bieten sich für Forschungen im Gesundheitsbereich geradezu an.

Mirella Judith Wepf

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 14.02.2012

Zum Seitenanfang

https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/zustand/daten/geografische-informationssysteme--umweltdaten-fuer-das-smartphon.html