Inhalte der Konferenz

Ich höre und vergesse, ich sehe und behalte, ich handle und verstehe. (Konfuzius)

Der Umweltbericht der europäischen Umweltagentur von 2015 ist zum Schluss gekommen, dass „…wahrscheinlich weder Umweltmassnahmen allein noch wirtschafts- oder technologiebedingte Effizienzverbesserungen ausreichend sein werden, um die Leitidee 2050 (Living well within the ecological limits of the planet) zu verwirklichen. Stattdessen wird gutes Leben innerhalb der planetaren Belastbarkeitsgrenzen grundlegende Veränderungen der Produktions- und Verbrauchssysteme erfordern, welche die Grundursache der Umwelt- und Klimabelastungen darstellen“ (EUA, 2015).

Der „gesellschaftliche Wandel“ oder auch „tiefgreifende, gesellschaftliche Transformation“ sind sowohl in der Umweltberichterstattung als auch der Nachhaltigkeitsdiskussion angekommen. Unter der Annahme, dass sich die Gesellschaft in eine aus Umweltsicht nachhaltige Richtung transformieren soll, widmete sich die Umweltbeobachtungskonferenz 2018 folgender Leitfrage:

Wie kann Kommunikation von Umweltthemen zum gesellschaftlichen Wandel beitragen?

Dabei stehen die Fragen nach den zentralen Herausforderungen, die sich für die Gesellschaft stellen, nach dem Beitrag von (naturwissenschaftlichem) Wissen zur gesellschaftlichen Transformation und adäquaten Formen von Kommunikation und Dialog im Zentrum der Konferenz.

Am Anfang stand die inhaltliche Diskussion zu Planetaren Belastbarkeitsgrenzen und gesellschaftlichen Transformationen. Vor diesem Hintergrund wurden drei aus Umweltsicht zentrale Themen, nämlich Biodiversitätsverlust, Stickstoffkreislauf und Landnutzungswandel vertieft betrachtet.

Wir haben die Teilnehmenden dazu eingeladen, aus den gewohnten Gedankenwelten auszubrechen, „fachfremde“ Arbeitsweisen und ungewohnte Arbeitsinstrumente auszuprobieren und damit vielleicht auch andersartige Resultate zu schaffen. In Workshops, in denen ExpertInnen zu Kommunikationsthemen ihr Wissen weitergegeben haben, und mit einem Labor, in dem Ausprobieren erlaubt war, haben wir nach neuen Ideen geforscht.

Einleitende Vorträge

Die Inhalte der Konferenz wurden in folgenden einleitenden Vorträgen präsentiert:

Planetare Belastbarkeitsgrenzen (PPT, 19 MB, 20.12.2018)Dieter Gerten, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Planetare Belastungsgrenzen (PDF, 4 MB, 22.01.2019)Dieter Gerten, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Biodiversitätsverlust (PDF, 8 MB, 22.01.2019)Markus Fischer, Institut für Pflanzenwissenschaften, Universität Bern

Biodiversitätsverlust (PPT, 22 MB, 22.01.2019)Markus Fischer, Institut für Pflanzenwissenschaften, Universität Bern

Der nicht geregelte Stickstoffkreislauf (PDF, 1 MB, 28.01.2019)Andreas Prüeß, Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg

Landnutzungswandel (PDF, 13 MB, 01.02.2019)Thomas Schauppenlehner, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung ILEN, Universität für Bodenkultur Wien

Die Workshops

Folgende vier Themen standen zur Auswahl:

 
  • Umweltpsychologie (vom Knowledge-Action Gap bis zu Nudging)
  • Daten- und Informationsvermittlung (von der Visualisierung bis zum sinnlichen Naturerlebnis)
  • Medienformate (vom Buchdruck über Social Media bis hin zur virtuellen Realität)
  • Zielgruppenspezifische Kommunikation (von digitalen Nomaden bis hin zur Politik)

Workshop Umweltpsychologie (PPT, 4 MB, 22.01.2019)Hannah Scheuthle, Bundesamt für Umwelt

Workshop Umweltpsychologie (PDF, 1009 kB, 22.01.2019)Hannah Scheuthle, Bundesamt für Umwelt

Workshop Daten- und Informationsvermittlung (PDF, 7 MB, 20.12.2018)Frank Heidmann, Interaction Design Lab, FH Potsdam

Workshop Medienformate (PDF, 1 MB, 22.01.2019)Wilhelm Deitermann, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfahlen LANUV

Das Labor – eine partizipative Werkstatt

In angewandten Labors haben wir anhand von konkreten Beispielen mit Herangehensweisen und Kommunikationstools experimentiert und mögliche Lösungsansätze erarbeitet.
Folgende Themenschwerpunkte wurden in den Labors diskutiert:

Biodiversitätsverlust:

  • Wie kommunizieren wir die komplexen Zusammenhänge, zentrale Risiken und Herausforderungen, die sich im Bereich Biodiversität für die Gesellschaft stellen?
  • Wie können wir die Menschen für Artenvielfalt begeistern und erreichen, dass sie sich für den Erhalt der Biodiversität auch einsetzen?
  • Wie können wir die Akzeptanz für Schutzmaßnahmen erreichen, die die Bewegungsfreiheit des Menschen beschränken?

Stickstoffkreislauf:

  • Wie können wir die zentralen Risiken und Herausforderungen für die Gesellschaft im Zusammenhang mit der Stickstoffproblematik wirkungsvoll erklären?
  • Vom Wissen zum Handeln: Wie können wir die Akteure motivieren und den Erfolg von Kommunikationsmassnahmen messen?
  • Wie könnten wir mittels Kommunikation das Momentum für eine Veränderung der Stickstoffgesetzgebung schaffen und begleiten sowie politischen Handlungsdruck erhöhen?

Landnutzungswandel:

  • Wie können wir die Bedeutung, die Risiken und die Konsequenzen von Landnutzungswandel kommunizieren?
  • Was kann die Einzelperson tun und wie kommunizieren wir das? Was können andere Akteure erreichen?
  • Mobilität und Landschaftsverbrauch sind eng miteinander verknüpft: Wie können wir diese Verknüpfung erlebbar machen und Anreize für Alternativen schaffen?

Vorgehen

Das Medium ist die Botschaft! (McLuhan)

Wenn wir von Wandel reden, liegt es auf der Hand: Warum nicht damit beginnen, das Format der Umweltbeobachtungskonferenz zu transformieren?

Wir wollten nicht nur zum theoretischen Diskurs einladen, sondern unsere Ideen herstellen – das Medium ist die Botschaft!
Ziel war es, auf der einen Seite Vorgehensweisen (Design Thinking) und Kommunikationstools vertiefter kennenzulernen, diese gleich anzuwenden und konkrete Lösungsansätze herzustellen.

Der Abschluss der Konferenz bildete eine kleine Ausstellung zu den in den Labors gebauten Prototypen.

Kontakt
Letzte Änderung 01.02.2019

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