Hochwasserereignis vom 29. Juli 2013 im Wallis, Berner Oberland und Urner Reusstal
30.07.2013 - Hydrologischer Spezialbericht des Bundesamtes für Umwelt BAFU Intensive Niederschläge und Gewitter haben am Montag, 29. Juli 2013 in den Gewässern im Wallis, aber auch im Berner Oberland und im Urner Reusstal zu hohen Wasserständen und Abflüssen geführt. Die Rhone führte Abflussmengen, die statistisch gesehen höchstens alle 10 Jahre vorkommen. An zahlreichen Messstationen des BAFU in angrenzenden Gebieten wurden 2- bis 10-jährliche Hochwasser gemessen. Hinweis: Alle erwähnten Messdaten sind provisorisch.
Kaltfront mit Gewittern brachte heftige Niederschläge in der ganzen Schweiz
Abrupter konnte die Hitzewelle wohl kaum enden: Tagelang herrschte in der ganzen Schweiz Hochsommer mit Höchsttemperaturen bis zu 37 Grad und drohender Trockenheit. Die Wasserstände in Flüssen und Seen waren unterdurchschnittlich tief, die Wassertemperaturen sehr hoch.
Am Sonntagabend, 28. Juli 2013 beendete eine Kaltfront mit vorgelagerten heftigen Gewittern diese Hitzewelle. Intensive Niederschläge zogen bis Montagabend über die ganze Schweiz und brachten gemäss Messungen von MeteoSchweiz in den westlichen Landesteilen sowie im Wallis und Tessin flächig 60 bis 90 mm Regen, lokal auch mehr (über 100 mm in Cressier (NE), Gösgen (SO) sowie im Binntal (VS)). Weniger stark geregnet hat es in der Ostschweiz.
Dank der trockenen Witterung der letzten Wochen vermochten die Böden und Gewässer auf der Alpennordseite diese aussergewöhnlich starken Niederschläge gut aufzunehmen. An kleineren Flüssen im Mittelland wurden nur vereinzelt Abflüsse gemessen, die etwa alle zwei Jahre vorkommen (z.B. an den Stationen Birse-Moutier oder Murg-Murgenthal). Zweijährliche Hochwasser wurden ebenfalls an der Urner Reuss in Seedorf sowie in Flüssen des Berner Oberlands (z.B. Lütschine und Kander) registriert.
Neue maximale Juli-Abflusswerte im Wallis
Anders sah es im Wallis aus: Durch die Hitze der letzten Tage war die Schnee- und Gletscherschmelze stark intensiviert. Die Wasserführungen der Rhone und ihrer seitlichen Zuflüsse waren dadurch im Gegensatz zur Alpennordseite auf einem für die Jahreszeit normalen bis leicht erhöhten Niveau. Diese „Grundlast" in Kombination mit dem gewittrigen Starkregen hat im Wallis zu starken Abflussanstiegen geführt.
An der Rhone wurden Messwerte eines Hochwassers registriert, welches statistisch gesehen nur höchstens einmal in 10 Jahren auftritt (Rhone-Brig, Rhône-Sion, Rhône-Branson). An einigen Stationen an der Rhone (Branson, Brig, Reckingen) sowie an den Stationen Goneri-Oberwald, Vispa-Visp, Saltina-Brig und Ticino-Piotta wurden neue Höchstwerte für den Monat Juli registriert.
In der Nacht auf Dienstag, 30. Juli 2013 gingen die Niederschläge zu Ende. Die Wasserstände sind daraufhin überall zurückgegangen und haben sich in einem für die Jahreszeit üblichen Bereich eingependelt
Detaillierte Angaben zu den höchsten Messwerten sind der untenstehenden Zusammenstellung zu entnehmen.
Aktuelle Daten im Internet
Das BAFU beobachtet und misst die Wasserstände an Schweizer Fliessgewässern und Seen sowie diejenigen des Grundwassers. Die Daten sowie das Naturgefahrenbulletin und das hydrologische Bulletin werden laufend aktualisiert und im Internet publiziert.


