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Veröffentlicht am 29. September 2026

Massnahme 04: Wiederherstellung leistungsfähiger Ökosysteme

Die Massnahme schafft Grundlagen, um degradierte Ökosysteme in der Schweiz gezielt zu wiederherstellen und ihre Ökosystemleistungen nachhaltig zu stärken. Im Fokus stehen nationale Planungsgrundlagen und Priorisierungsmethoden. Die Wiederherstellungsplanung wird in Pilotregionen getestet.

Niermont-Moor

Worum geht es

Viele natürliche Lebensräume in der Schweiz stehen unter Druck. Klimawandel, intensive Nutzung, Entwässerung oder Lichtverschmutzung beeinträchtigen ihre ökologische Funktion und damit auch wichtige Leistungen für die Gesellschaft.

Davon betroffen sind unter anderem:

  • Moore und Feuchtgebiete,
  • Gewässer und Uferbereiche,
  • Strukturreiche und Mosaike von Lebensräumen
  • nächtliche Aerosphäre,
  • fruchtbarer Boden

Die Massnahme entwickelt deshalb Grundlagen, um degradierte Ökosysteme schweizweit besser zu identifizieren, Prioritäten festzulegen und die notwendigen Wiederherstellungs Massnahmen langfristig zu planen. Dabei orientiert sie sich unter anderem an den internationalen Biodiversitätszielen des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF).

Was wird umgesetzt

Nationale Planungsgrundlagen entwickeln

Es werden schweizweite Grundlagen geschaffen, um Wiederherstellungsbedarf, Prioritäten und Kosten besser abschätzen zu können.

Dazu gehören:

  • Kostenschätzung für Restaurierung,
  • nationale Planungs- und Priorisierungsmethoden,
  • räumliche Grundlagen und Karten,
  • ökologische Ziele und Ziele im Bereich der Ökosystemleistungen,
  • Abgrenzung der Zuständigkeiten,
  • Szenarien für Finanzierung und Umsetzung,
  • Indikatoren zur Erfolgskontrolle und Modalitäten für die Revision der Planung

Thematische Grundlagen erarbeiten

Für verschiedene Lebensräume und Querschnittsthemen werden bestehende Grundlagen konsolidiert und weiterentwickelt.

Im Fokus stehen unter anderem:

  • Wiedervernässung von Feuchtwäldern und landwirtschaftlichen Böden,
  • Nutzung strukturreicher Lebensraummosaike
  • Revitalisierung von Gewässern und Uferbereichen,
  • Wiederherstellung der Nachtdunkelheit,

Dabei werden ökologische Funktionen und Ökosystemleistungen gemeinsam betrachtet.

Pilotregionen umsetzen

Die Wiederherstellung wird in mindestens zwei Pilotregionen geplant und umgesetzt.

Die Pilotregionen dienen dazu:

  • Methoden praktisch zu testen,
  • Zuständigkeiten und Finanzierung zu klären,
  • Erfahrungen für weitere Regionen zu sammeln,
  • den Nutzen koordinierter Wiederherstellung sichtbar zu machen

Ziele bis 2030

  • Der Wiederherstellungsbedarf ökologisch wertvoller Lebensräume ist schweizweit besser bekannt.
  • Nationale Grundlagen zur Priorisierung und Planung liegen vor.
  • Methoden zur Bewertung von Ökosystemleistungen sind entwickelt.
  • Pilotregionen testen konkrete Umsetzungsansätze.
  • Zuständigkeiten und Finanzierungsmöglichkeiten sind besser geklärt.
  • Grundlagen für langfristige Revitalisierungsstrategien stehen zur Verfügung.

Nutzen

Die Massnahme unterstützt Bund, Kantone und anderen Akteuren dabei, Wiederherstellungsmassnahmen gezielter und wirksamer zu planen. Dadurch können Biodiversität, ökologische Funktionen und wichtige Ökosystemleistungen langfristig gestärkt werden.

Davon profitieren unter anderem:

  • Klimaresilienz und Wasserrückhalt,
  • Kohlenstoffspeicherung und Reduzierung der Treibhausgasemissionen,
  • Artenvielfalt und Vernetzung,
  • Landschaftsqualität,
  • Erholung und Lebensqualität

Die Massnahme schafft zudem wichtige Grundlagen für eine koordinierte und langfristige Biodiversitätspolitik. Letztendlich ermöglicht diese Massnahme der Gesellschaft, nachhaltig von Ökosystemleistungen zu profitieren

Stand der Umsetzung

Die Massnahme befindet sich im Aufbau. Erste Arbeiten zur Entwicklung nationaler Planungsgrundlagen sowie zu thematischen Vertiefungen laufen oder sind in Vorbereitung. Parallel dazu werden mögliche Pilotregionen geprüft.

Verantwortlichkeiten

  • Federführung: Bundesamt für Umwelt (BAFU)
  • Zusammenarbeit: Mit Kantonen, Forschungseinrichtungen und weiteren Fachakteuren
  • Wichtige Umsetzungspartner: unter anderem WSL,

Weiterführende Informationen