Massnahme 7: Biodiversität im Klimawandel
Der Klimawandel verändert Lebensräume und Artenzusammensetzung in der Schweiz bereits heute. Die Massnahme M7 erarbeitet Grundlagen, um diese Veränderungen besser zu verstehen und vorausschauend auf zukünftige klimatische Bedingungen agieren zu können. So können Bund, Kantone und weitere Akteure die Biodiversität gezielt fördern und bei Planungen die künftigen Entwicklungen berücksichtigen.
Worum geht es
Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und häufigere Extremereignisse beeinflussen die Biodiversität zunehmend. Manche Arten profitieren davon, andere verlieren geeignete Lebensräume oder geraten unter zusätzlichen Druck.
Damit Schutz- und Fördermassnahmen auch künftig wirksam bleiben, braucht es fundierte Grundlagen darüber, wie sich Arten und Lebensräume unter veränderten klimatischen Bedingungen entwickeln könnten. Heute fehlen solche Informationen oft in einer ausreichend detaillierten räumlichen Auflösung.
Was wird umgesetzt
Entwicklungen sichtbar machen
Die Massnahme entwickelt in Zusammenarbeit mit M6 und M9 Karten, Szenarien und weitere Werkzeuge, die aufzeigen, welche Gebiete künftig für bestimmte Arten und Lebensräume besonders wichtig werden könnten. Ebenso werden mögliche Wanderwege und Hindernisse für Arten identifiziert.
Pilotregionen testen
Die entwickelten Grundlagen werden in ausgewählten Regionen angewendet und erprobt. Dadurch können Erfahrungen gesammelt und die Instrumente für die Praxis weiter verbessert werden.
Zusammenarbeit stärken
Die Massnahme baut auf früheren Arbeiten auf und bringt Fachwissen aus Forschung, Datenzentren und Verwaltung zusammen. Gleichzeitig erfolgt eine enge Abstimmung mit weiteren Massnahmen des AP SBS II sowie mit den Arbeiten zur Anpassung an den Klimawandel.
Ziele bis 2030
- Besonders vom Klimawandel betroffene Arten und Lebensräume sind identifiziert.
- Künftig wichtige Lebensräume und Verbindungsachsen sind räumlich erfasst (in enger Zusammenarbeit mit M6 und M9).
- Grundlagen für das Management von Arten und Lebensräumen unter veränderten Klimabedingungen liegen vor.
- Die entwickelten Werkzeuge werden in Pilotregionen getestet.
- Klimabedingte Veränderungen können bei Planungen und Fördermassnahmen besser berücksichtigt werden
Nutzen
Die Massnahme hilft Bund, Kantonen und weiteren Akteuren, vorausschauend auf die zukünftigen Folgen des Klimawandels agieren zu können. Schutz- und Fördermassnahmen können gezielter dort eingesetzt werden, wo sie langfristig wirksam bleiben.
Gleichzeitig entstehen wichtige Grundlagen für Raumplanung, Naturschutz, Landwirtschaft, Energie- und Tourismusprojekte. Dadurch lassen sich Konflikte früh erkennen und Synergien besser nutzen.
Stand der Umsetzung
Die erste Umsetzungsphase läuft seit 2025. Gemeinsam mit Datenzentren sowie Forschungs- und Hochschulinstitutionen werden Methoden und Datengrundlagen entwickelt. Darauf aufbauend sollen in einer zweiten Phase konkrete Anwendungen und Pilotregionen folgen.
Verantwortlichkeiten
- Federführung: Bundesamt für Umwelt (BAFU)
- Zusammenarbeit: Mit nationalen Artendatenzentren, insbesondere InfoFlora, sowie Hochschulen und Forschungsinstitutionen. Die massnahmenübergreifende Koordination zwischen M6, M7 und M9 erfolgt über OneBionet.
- Partner: Auftragnehmer Konsortium Phase 1 unter der Leitung von InfoFlora
