Massnahme 13: Integrales Risikomanagement Biodiversität
Der Verlust der Biodiversität hat Folgen für Mensch, Wirtschaft und Umwelt. Die Massnahme M13 entwickelt die Grundlagen für ein integrales Risikomanagement Biodiversität in der Schweiz. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, ihre Auswirkungen besser zu verstehen und geeignete Massnahmen zu entwickeln.
Worum geht es
Biodiversität liefert wichtige Leistungen für Gesellschaft und Wirtschaft. Sie trägt beispielsweise zur Bestäubung von Nutzpflanzen, zur Reinigung von Wasser, zum Schutz vor Naturgefahren oder zur Bereitstellung von Erholungsräumen bei. Gehen Arten und Lebensräume verloren, geraten auch diese Leistungen unter Druck.
Während Risiken in Bereichen wie Naturgefahren oder Bevölkerungsschutz bereits systematisch analysiert werden, fehlt ein vergleichbarer Ansatz für den Biodiversitätsverlust. Die Massnahme M13 schafft deshalb die Grundlagen, um Risiken für Biodiversität und Ökosystemleistungen besser zu erfassen, zu bewerten und künftig gezielter zu steuern.
Was wird umgesetzt
Risiken identifizieren
Zunächst werden Beispiele aus dem In- und Ausland ausgewertet, die zeigen, welche Folgen Biodiversitätsverluste für Ökosysteme, Gesellschaft und Wirtschaft haben können. Dabei werden kritische graduelle Entwicklungen und auch mögliche Kipppunkte untersucht.
Szenarien entwickeln
Für ausgewählte Gefährdungen werden verschiedene Zukunftsszenarien erarbeitet. Sie zeigen auf, wie sich Biodiversitätsverluste entwickeln könnten und welche Auswirkungen damit verbunden wären.
Risiken beurteilen
Die gewonnenen Erkenntnisse werden zusammengeführt und bewertet. Dabei wird untersucht, welche Risiken besonders relevant sind, welche Auswirkungen sie auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft haben und wo Handlungsbedarf besteht.
Massnahmen entwickeln und diskutieren
Auf Basis der Risikoanalysen werden mögliche Massnahmen identifiziert und mit betroffenen Akteuren diskutiert. Ziel ist es, Risiken zu reduzieren, künftige Risiken zu vermeiden und die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen zu stärken.
Ziele bis 2030
- Die Schweiz verfügt über Grundlagen für ein integrales Risikomanagement Biodiversität.
- Risiken des Biodiversitätsverlusts sind besser bekannt und bewertet.
- Szenarien und Gefährdungsanalysen unterstützen künftige Entscheidungen.
- Mögliche Massnahmen zur Risikoreduktion liegen vor.
- Die Integration des Biodiversitätsverlusts in bestehende Risikomanagementprozesse des Bundes kann geprüft werden.
Nutzen
Die Massnahme hilft dabei, Risiken des Biodiversitätsverlusts frühzeitig zu erkennen und besser zu verstehen. Sie schafft eine Grundlage für fundierte Entscheidungen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft.
Langfristig soll dies dazu beitragen, Biodiversität und wichtige Ökosystemleistungen zu erhalten und Risiken für Mensch, Umwelt und Wirtschaft zu reduzieren.
Stand der Umsetzung
Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines Projekts mit mehreren aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten. Aktuell werden Risiken identifiziert, Fallbeispiele ausgewertet und erste Grundlagen für Szenarien und Risikoanalysen erarbeitet.
Verantwortlichkeiten
- Federführung: Bundesamt für Umwelt (BAFU)
- Umsetzung: Gemeinsam mit EBP Schweiz und weiteren Fachpartnern
- Zusammenarbeit: Mit dem BAFU-Risikomanagement, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) sowie weiteren Fachstellen
