Veröffentlicht am 23. September 2026
Sommer 2026: Trockenheit und ihre Folgen
Dieses Dossier bündelt häufige Fragen und Antworten zur Trockenheit im Sommer 2026, zu ihren Auswirkungen sowie zum Umgang damit. Da sich die Lage laufend und regional unterschiedlich entwickeln kann, finden sich aktuelle Informationen auf der Nationalen Trockenheitsplattform sowie bei den zuständigen Kantonen und Gemeinden.

Das Wichtigste in Kürze
Mit dem Ende einer Hitzeperiode sind die Trockenheit und ihre Auswirkungen nicht beendet. Kleinere Gewässer können zwar rasch auf Regen reagieren. Tiefe Bodenschichten, Grundwasser und Quellen benötigen jedoch deutlich länger, um sich zu erholen. Für eine nachhaltige Entspannung sind länger anhaltende und grossflächige Niederschläge wichtig; für die Neubildung von Grundwasser spielt insbesondere das Winterhalbjahr eine zentrale Rolle.
Die Lage kann regional sehr unterschiedlich sein. Situationsbedingt angeordnete Massnahmen – etwa Einschränkungen bei Wasserentnahmen oder Feuerverbote – bleiben verbindlich, solange die zuständigen kantonalen oder kommunalen Behörden sie aufrechterhalten. Auch entsprechende Empfehlungen bleiben weiterhin sinnvoll, solange die Trockenheit und ihre Auswirkungen andauern. Aktuelle Informationen zur Trockenheit und zur Waldbrandgefahr finden sich auf der Nationalen Trockenheitsplattform, auf waldbrandgefahr.ch sowie bei den zuständigen Kantonen und Gemeinden.
Lage und Entwicklung
In der Schweiz – insbesondere im Mittelland - herrscht seit dem Frühling 2026 eine ausgeprägte Trockenheit. Niederschläge blieben deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig lagen die Temperaturen häufig über den üblichen Werten für die Jahreszeit.
Die Auswirkungen zeigen sich unter anderem in trockenen Böden und tiefen Wasserständen von Gewässern und Grundwasser. Die Fachstellen beobachten die Entwicklung laufend.
Die Trockenheit kann regional unterschiedlich ausgeprägt sein. Eine gesamtschweizerische Übersicht zur aktuellen Lage und deren Entwicklung bieten die offiziellen Warn- und Informationskanäle des Bundes. Kantonale Fachstellen und Gemeinden veröffentlichen ergänzend Informationen zur Situation vor Ort.
Das Trockenheitsbulletin des Bundes wird jeden Donnerstagnachmittag aktualisiert.
Wie sich die Trockenheit weiterentwickelt, hängt vor allem von den Niederschlägen und den Temperaturen in den kommenden Wochen ab. Die aktuelle Lage sowie Prognosen zur weiteren Entwicklung werden laufend im Trockenheitsbulletin der nationalen Trockenheitsplattform des Bundes veröffentlicht.
Eine Übersicht über die aktuelle Waldbrandgefahr in der Schweiz bietet das Portal waldbrandgefahr.ch des BAFU. Es bietet eine aktuelle Gefahrenkarte, Informationen zu kantonalen Feuerverboten und Hinweise zur Lage. Den Anweisungen der lokalen Behörden ist unbedingt Folge zu leisten.
Hitze und Trockenheit können zusammenhängen, sind aber nicht dasselbe. Sinkende Temperaturen verringern die Verdunstung und entlasten Menschen und Ökosysteme. Sie gleichen ein über längere Zeit entstandenes Niederschlags- und Wasserdefizit jedoch nicht aus.
Kleinere Gewässer und obere Bodenschichten können rasch auf Niederschläge reagieren. Tiefe Bodenschichten, Grundwasser und Quellen erholen sich deutlich langsamer. Kurzzeitige oder lokale Niederschläge können die Lage deshalb vorübergehend verbessern, für eine nachhaltige Entspannung braucht es jedoch länger anhaltende und grossflächige Niederschläge. Für die Neubildung von Grundwasser ist insbesondere das Winterhalbjahr wichtig

Gewässer und Wasserversorgung
Auf der Alpennordseite ist die Mehrzahl der Flüsse von Niedrigwasser betroffen. Im August wurden an rund einem Drittel der Abflussmessstationen Niedrigwasser registriert, wie sie nur alle 30 Jahre oder noch seltener auftreten.
Auf der Alpensüdseite war die Niedrigwassersituation weniger ausgeprägt. Aber auch hier wurden an etwa der Hälfte der Stationen Abflüsse gemessen, wie sie nur alle 2 bis 10 Jahre oder noch seltener auftreten. In den alpinen Einzugsgebieten wird dagegen nur vereinzelt Niedrigwasser beobachtet. Grund dafür sind insbesondere die gelegentlichen Niederschläge sowie die Gletscherschmelze.
Auch die Wasserstände zahlreicher Seen sind aussergewöhnlich tief. Der Bodensee, der Walensee, der Zürichsee und der Zugersee sowie kleinere Seen wie der Sempacher- und der Baldeggersee wiesen Ende August für die Jahreszeit extrem tiefe Wasserstände auf. Auch weitere Seepegel liegen deutlich unter dem Durchschnitt für diese Jahreszeit. Der Pegel des Lago Maggiore war Mitte August ebenfalls sehr tief. Inzwischen hat sich aber die Niedrigwassersituation auf der Alpensüdseite nach grossen Regenfällen entspannt.
Regional werden zudem niedrige bis extrem niedrige Grundwasserstände und Quellschüttungen beobachtet.
Die gelegentlichen Niederschläge und Gewitter in den letzten Wochen haben auf der Nordseite nicht zu einer nachhaltigen Entspannung der Situation geführt. Das Abflussdefizit ist in weiten Teilen der Schweiz weiterhin erheblich bis extrem. Ausnahmen bilden Regionen, deren Abflüsse stark von der Gletscherschmelze beeinflusst werden.
Ein Vergleich der Messwerte 2026 mit früheren Trockenjahren ist weiter unten zu finden. → Vergleich und Einordnung → Gab es ähnliche Trockenperioden in der Vergangenheit?
Die aktuellen Messwerte und Einordnungen sind zu finden unter:
Die Wassermenge in Flüssen und Bächen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören Niederschläge, Schneeschmelze, Grundwasserzufluss und Verdunstung. Bleiben Niederschläge über längere Zeit aus und steigen die Temperaturen, gelangt weniger Wasser in die Gewässer. Gleichzeitig verdunstet mehr Wasser aus Böden, Vegetation und Gewässern. Dadurch sinken die Wasserstände und Abflüsse vieler Flüsse und Bäche. Die aktuelle Situation ist auf den Niederschlagsmangel seit dem Frühling und dem schneearmen Winter und damit wenig Schmelzwasser zurückzuführen.
Die Wassertemperaturen vieler Gewässer liegen seit Monaten über den für diese Jahreszeit üblichen Werten. Bereits im Mai wurden an zahlreichen Messstationen des BAFU neue Höchstwerte verzeichnet. So kletterte zum Beispiel die Temperatur der Aare bei Bern und der Reuss bei Luzern schon Ende Mai über 20 °C, was vorher noch nicht vorgekommen war.
In den Monaten Juni bis August erreichten die Temperaturen vieler – auch grösserer – Flüsse neue Höchstwerte. Bei mehr als der Hälfte der Stationen wurden sogar neue absolute Maxima für die ganze Messperiode gemessen (siehe Tabelle).
Ein Vergleich der Messwerte 2026 mit früheren Trockenjahren ist weiter unten zu finden. → Vergleich und Einordnung → Gab es ähnliche Trockenperioden in der Vergangenheit?
Aktuell sind die Wassertemperaturen vieler Fliessgewässer immer noch überdurchschnittlich hoch für die Saison. Die höchsten Wassertemperaturen treten im Jahresverlauf meist im Juli oder August auf.
Auch sehr tiefe Wasserstände und geringe Abflüsse stellen besondere Anforderungen an die Messung. Bei Niedrigwasser fliesst das Wasser teilweise so langsam und nur noch in einem kleinen Teil des Flussbetts. Dadurchlassen Fliessgeschwindigkeit und Abfluss weniger genau bestimmen als bei normalen Wasserständen und bereits kleine Veränderungen im Flussbett oder in der Strömung können die Messwerte beeinflussen. An gewissen Messstationen wurden deshalb spezielle Niedrigwasserrinnen eingebaut, die auch bei sehr geringen Abflüssen genauere Messungen ermöglichen.
Fallen die Wasserstände tiefer als bei bisher beobachteten Trockenperioden, können zusätzliche Unsicherheiten entstehen. Die für eine Messstation bekannte Beziehung zwischen Wasserstand und Abfluss muss dann unter Umständen neu bestimmt werden. Gerade bei sehr geringen Abflüssen bleiben Messungen jedoch generell mit grösseren Unsicherheiten verbunden. In einzelnen Fällen können mit den fest installierten Messeinrichtungen gar keine zuverlässigen Werte mehr erfasst werden. Dann wird ein aussergewöhnlich tiefer Wasserstand bei Bedarf zusätzlich vor Ort bestimmt.
Auch die Messung der Wassertemperatur kann bei extremem Niedrigwasser beeinträchtigt sein. Fällt eine fest installierte Messsonde trocken, misst sie die Luft- statt der Wassertemperatur. Da die Sonden aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht überall tiefer angebracht werden können, kommen an einzelnen Messstellen zusätzliche Messgeräte zum Einsatz. Deren Daten stehen teilweise nicht in Echtzeit zur Verfügung, können aber nachträglich zur Überprüfung und Korrektur der Messreihe verwendet werden.
Sind Messstationen im BAFU-Messnetz von solchen Einschränkungen betroffen, wird auf dem Datenportal www.hydrodaten.admin.ch eine entsprechende Störungsmeldung angezeigt.
Kleine und mittelgrosse Gewässer reagieren besonders empfindlich auf Trockenheit und Hitze. Bei tiefen Wasserständen erwärmt sich das Wasser schneller als in grossen Seen oder Flüssen. Hohe Lufttemperaturen und intensive Sonneneinstrahlung können dort zu starken Schwankungen im Tagesverlauf führen.
Ausnahmen sind Bäche und Flüsse mit hoch gelegenen Einzugsgebieten, wo die Schnee- und Gletscherschmelze während warmen Tagen kühles Schmelzwasser in die Gewässer bringt. Auch kann es in kleineren Flüssen nach Gewittern kurzzeitig zu einer Abkühlung kommen.
Aktuelle Informationen zu Wasserständen und Abflüssen von Flüssen und Bächen, zum Grundwasser sowie zu den Wassertemperaturen sind zu finden unter:
Das BAFU betreibt seit 2022 gemeinsam mit der Eawag und den kantonalen Fachstellen ein Echtzeitmonitoring der Seetemperaturen. Informationen zu Seetemperaturen sind teilweise auch bei den Kantonen, Badeanstalten oder der Seepolizei erhältlich.
Mit steigender Wassertemperatur sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser. Gleichzeitig geraten viele Wasserlebewesen unter Stress. Besonders empfindlich reagieren Fischarten, die auf kühles und sauerstoffreiches Wasser angewiesen sind. Siehe auch → Auswirkungen auf Natur und Umwelt.
Um empfindliche Arten und ihre Lebensräume zu schützen, können Behörden Massnahmen ergreifen. Dazu gehören beispielsweise Einschränkungen bei der Einleitung von erwärmtem Kühlwasser aus Industrieanlagen oder Kernkraftwerken sowie Badeverbote in sensiblen Gewässerabschnitten, die Fischen als Rückzugsräume dienen.
Wie schnell und wie stark Grundwasservorkommen auf Trockenheit reagieren, hängt von der Beschaffenheit des Untergrundes, sowie von ihrer Grösse und Tiefenlage ab. Grundwasservorkommen entlang von Fliessgewässern oder in Karstgebieten können relativ rasch auf die Witterung reagieren. Bei anderen Grundwasservorkommen zeigen sich die Auswirkungen erst nach Tagen, Wochen oder sogar Monaten.
Hält eine Trockenperiode länger an oder treten Trockenperioden über mehrere Jahre wiederholt auf, kann die Grundwassermenge längerfristig abnehmen. Bisher haben längere Niederschlagsperioden im Winterhalbjahr nach Trockenperioden jeweils dazu geführt, dass sich die Grundwassermengen in der Schweiz wieder normalisierten.
Grundwasser wird in tiefen Lagen vor allem im Winter neu gebildet, in den Bergen spielt im Frühling zusätzlich die Schneeschmelze eine wichtige Rolle. Niederschläge im Winterhalbjahr sind deshalb besonders wichtig, um das Grundwasservorkommen wieder aufzufüllen. Sobald die Vegetationsperiode einsetzt, nehmen Pflanzen viel Wasser auf, zudem nimmt die Verdunstung zu. Dadurch gelangt weniger Wasser bis ins Grundwasser.
Sinkende Grundwasserstände und Quellabflüsse sind im Sommer daher grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Der niederschlagsarme Winter 2025/26 hat jedoch dazu geführt, dass sich im Winterhalbjahr weniger Grundwasser gebildet hat. Die Grundwasserstände und Quellabflüsse waren deshalb bereits zu Beginn des Sommers vergleichsweise niedrig und liegen seit mehreren Wochen an vielen Messstationen auf tiefem Niveau.
Bäche und Flüsse reagieren meist schneller auf Niederschläge und Trockenheit als das Grundwasser: Bei Regen können ihre Pegel rasch steigen, bleiben Niederschläge aus, sinken die Abflüsse entsprechend schnell.
Grundwasser und Fliessgewässer sind je nach örtlichen Gegebenheiten unterschiedlich stark miteinander verbunden. Manche Flüsse werden auch während Trockenperioden durch Grundwasser gespeist. Umgekehrt können Flüsse Wasser an das Grundwasser abgeben. Viele kleinere Bäche haben jedoch keine oder nur eine geringe Verbindung zu einem Grundwasservorkommen. Bleiben Regen- und Schmelzwasser über längere Zeit aus, können sie deshalb wenig Wasser führen oder ganz trockenfallen, obwohl in der Region weiterhin Grundwasser vorhanden ist.
Wie schnell sich ein Gewässerökosystem nach dem Austrocknen erholt, hängt unter anderem davon ab, wie lang der betroffene Gewässerabschnitt ist und wie weit entfernt überlebende Populationen von Wasserlebewesen sind. Entscheidend ist zudem, dass wieder geeignete Lebensbedingungen wie ausreichend Wasser, geeignete Wassertemperaturen und eine ausreichende Nahrungsgrundlage vorhanden sind.
Nach der Rückkehr des Wassers können Fische, Krebse und weitere Wasserlebewesen die betroffenen Abschnitte aus angrenzenden Gewässern wieder besiedeln, sofern diese für sie erreichbar sind. Eine wichtige Rolle im Gewässerökosystem spielen dabei auch Wasserinsekten, die nicht nur Teil des Nahrungsnetzes für Wasserlebewesen sind sondern auch für Landlebewesen wie Vögel oder Reptilien. Eine Wiederbesiedlung durch die verschiedenen Wasserlebewesen kann je nach Art relativ schnell einsetzen, bis sich frühere Populationsgrössen wieder eingestellt haben, können jedoch mehrere Jahre vergehen.
Wie gut sich ein Gewässer erholt, hängt somit auch von seiner Vernetzung und vom Zustand der angrenzenden Lebensräume ab. Mit häufigeren und länger andauernden Trockenperioden wird die Erholung schwieriger, insbesondere wenn zwischen den Extremereignissen weniger Zeit für die Wiederbesiedlung bleibt.
Grundwasser entsteht, wenn Regen- und Schmelzwasser versickert und sich in den Poren und Klüften von Gesteinsschichten sammelt. Entlang von Fliessgewässern speist teils auch Flusswasser das Grundwasser. Bei Trockenheit kann es umgekehrt sein: Dann speist das Grundwasser teilweise die Flüsse (siehe Frage → «Warum können Bäche und Flüsse austrocknen, obwohl es noch Grundwasser gibt?»).
Die grossen Grundwasservorkommen im Mittelland und in den grossen Alpentälern sind mehrere Meter bis Zehner von Metern mächtig. Sie verfügen über grosse Wassermengen und reagieren vergleichsweise wenig auf einzelne Trockenperioden. Kleinere Grundwasservorkommen sind hingegen stärker von Trockenheit betroffen. Sie speisen häufig Quellen und liegen ausserhalb der grossen Täler und in Bergregionen. Bei ausgeprägter Trockenheit können Quellen deutlich weniger Wasser führen oder zeitweise trockenfallen.
Für die Wassernutzung ist deshalb nicht nur entscheidend, ob grundsätzlich noch Grundwasser vorhanden ist, sondern ob vor Ort genügend nutzbares Wasser zur Verfügung steht. Die meisten Wasserversorgungen in der Schweiz sind gut miteinander vernetzt und können bei Engpässen beispielsweise Wasser von Nachbargemeinden nutzen. Lokal kann es bei ausgeprägter Trockenheit dennoch vorübergehend zu Engpässen kommen.
Wasserspeicher können dazu beitragen, lokale Wasserknappheit während Trockenperioden zu lindern. Voraussetzung ist jedoch, dass genügend Wasser gespeichert werden kann und der Speicher dort zur Verfügung steht, wo später Wasser fehlt.
Gerade im dicht besiedelten Mittelland, wo die grössten Wasserdefizite erwartet werden, sind die Möglichkeiten für neue grosse künstliche Speicher begrenzt. Auch bestehende Speicherseen können die erwartete Wasserknappheit im Sommer nur beschränkt ausgleichen.
Neben künstlichen Wasserspeichern spielen deshalb auch Massnahmen eine wichtige Rolle, die Wasser möglichst lange in der Landschaft und im Boden zurückhalten und verzögert wieder abgeben. Dazu gehören beispielsweise die Entsiegelung von Böden, die Wiedervernässung geeigneter Flächen sowie Massnahmen zur Verbesserung des Wasserrückhalts in landwirtschaftlichen Böden. Auch «Schwammstadt»- und «Schwammland»-Ansätze tragen dazu bei, Regenwasser zurückzuhalten, statt es möglichst rasch abzuleiten.
Während Hitze- und Trockenperioden sind natürliche Wasserspeicher wie Grundwasser und Seen sowie der Wasserrückhalt im Boden besonders wichtig. Neben der verfügbaren Wassermenge ist auch die Wasserqualität entscheidend: Bund, Kantone und Gemeinden setzen sich deshalb dafür ein, natürliche Wasserspeicher wie Grundwasservorkommen, Moore, Auen und Feuchtgebiete zu erhalten und den Eintrag von Schadstoffen in Grund- und Oberflächengewässer zu reduzieren.
Die Schweiz verfügt weiterhin über grosse Wasserressourcen. Der Klimawandel verändert jedoch, wann und wo Wasser verfügbar ist. Die hydrologischen Szenarien des BAFU (Hydro-CH2018) zeigen, dass der Beitrag von Schnee- und Gletscherschmelze zu den Abflüssen weiter abnimmt. Dadurch verändert sich die jahreszeitliche Verteilung: Die Gewässer werden künftig im Winter tendenziell mehr und im Sommer weniger Wasser führen. Die gesamte jährlich verfügbare Wassermenge nimmt hingegen nur geringfügig ab.
Gleichzeitig werden besonders im Sommer Trockenperioden häufiger und länger. Während solcher Extremereignisse kann es regional und zeitlich begrenzt zu Wasserknappheit kommen. Dies kann zu Nutzungskonflikten zwischen Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Energieproduktion, Industrie sowie dem Schutz von Gewässern und Ökosystemen führen. Kleine Bäche können während ausgeprägter Trockenperioden zeitweise trockenfallen.
Entscheidend wird deshalb sein, die verfügbaren Wasserressourcen künftig noch besser aufeinander abzustimmen und nachhaltig zu bewirtschaften. Dazu erarbeitet der Bund eine nationale Wassermanagement-Strategie, über die der Bundesrat voraussichtlich Ende 2027 entscheiden wird.
Die Wasserhoheit liegt in der Schweiz bei den Kantonen. Das BAFU unterstützt die Kantone mit Grundlagen, Daten, Vollzugshilfen und der Nationalen Trockenheitsplattform.
Das BAFU erarbeitet derzeit zudem eine nationale Wassermanagement-Strategie. Das Parlament hatte den Bundesrat im Rahmen der Legislaturplanung 2023 – 2027 damit beauftragt.
Die Strategie zielt darauf ab, die vorhandenen Wasserressourcen langfristig nachhaltig zu nutzen und ausreichend zu schützen. Angesichts häufiger Trockenperioden und Starkniederschläge soll Wasser künftig verstärkt zurückgehalten und die Gewässer besser geschützt werden. Darüber hinaus soll die Nutzung dieser wertvollen Ressource gesamtheitlich betrachtet und koordiniert werden.
Die nationale Wassermanagement-Strategie baut auf bereits vorhandenen Strategien und Aktionsplänen des Bundes (u.a. «Anpassung an den Klimawandel», «Strategie Biodiversität» und «Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung») sowie kantonalen Wasserstrategien auf. Sie soll dazu beitragen, die bestehenden Grundlagen und Aktivitäten besser aufeinander abzustimmen, Nutzungskonflikte frühzeitig zu erkennen und den Umgang damit zu verbessern. Zudem soll sie Lücken aufzeigen, beispielsweise in der Gesetzgebung oder in den Datengrundlagen zur Verfügbarkeit und Nutzung des Wassers, und diese durch geeignete Massnahmen schliessen.
Die Erarbeitung der Strategie läuft unter Einbezug der betroffenen Staatsebenen (Bund, Kantone und Städte/Gemeinden) sowie der relevanten Sektoren (Wasserwirtschaft, Energie, Landwirtschaft, Umweltschutz, Forschung). Der Bundesrat verabschiedet diese voraussichtlich Ende 2027.
Neben den Arbeiten auf Bundesebene sind auch Kantone und Gemeinden aktiv: Gestützt auf die Gewässerschutzgesetzgebung setzen sie laufend Massnahmen um und entwickeln bestehende sowie neue Instrumente weiter, um künftig noch besser auf Trockenperioden und Wasserknappheitssituationen vorbereitet zu sein. Dazu zählen kantonale Wasserstrategien, regionale Wasserressourcenplanungen oder Gremien für die die Vorsorge oder die Bewältigung von Wasserknappheitssituationen.

Monitoring, Daten und Warnungen
Die Schweiz verfügt seit 2025 über ein nationales Früherkennungs- und Warnsystem für Trockenheit. Dafür arbeiten BAFU, MeteoSchweiz und swisstopo eng zusammen. Die WSL unterstützt sie. Auf der Trockenheitsplattform werden Daten zu Niederschlag, Bodenfeuchte, Abflüsse, Grundwasserstände, Satellitendaten zum Gesundheitszustand der Vegetation laufend bewertet und eingeordnet. Der Bund überwacht die Entwicklung kontinuierlich und passt seine Einschätzungen laufend an.
In der Schweiz gibt es seit 2025 ein nationales Früherkennungs- und Warnsystem für Trockenheit. Es überwacht laufend verschiedene relevante Einflussfaktoren wie Niederschlag, Bodenfeuchte, Abflüsse und Wasserstände in Gewässern sowie Grundwasserstände. Werden festgelegte Schwellenwerte erreicht oder lässt die Entwicklung eine erhebliche Trockenheit erwarten, veröffentlicht der Bund entsprechende Warnungen. Diese informieren über die aktuelle Lage und deren voraussichtliche Entwicklung. Diese Warnungen unterstützen die zuständigen Behörden dabei, die Situation frühzeitig zu beurteilen, sich zu koordinieren und bei Bedarf Massnahmen vorzubereiten oder umzusetzen.

Verhalten und Massnahmen
Welche Massnahmen erforderlich oder weiterhin sinnvoll sind, hängt von der regionalen Lage und vom betroffenen Bereich ab. Massgebend sind die aktuellen Informationen und Anordnungen der zuständigen kantonalen und kommunalen Behörden.
Bei Trockenheit können die zuständigen kantonalen Behörden Wasserentnahmen aus Flüssen, Bächen oder anderen Gewässern einschränken oder vorübergehend verbieten. Solche Massnahmen dienen dazu, Gewässer und ihre Lebensräume zu schützen und die verfügbaren Wasserressourcen zu sichern.
Informationen zu Wasserentnahmeverboten oder -einschränkungen veröffentlichen die zuständigen Kantone. Das BAFU verfügt nicht über einen Überblick über die Massnahmen.
Nicht vollständig. Die hydrologischen Szenarien des BAFU (Hydro-CH2018) zeigen, dass Trockenperioden insbesondere im Sommer künftig häufiger und länger werden. Während ausgeprägter Trockenperioden können deshalb vor allem kleinere Bäche zeitweise trockenfallen.
Massnahmen des Gewässerschutzes können dazu beitragen, Gewässer widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit zu machen. Dazu gehören Revitalisierungen, ausreichende Restwassermengen unterhalb von Wasserentnahmen sowie die ökologische Sanierung der Wasserkraft. Naturnahe und revitalisierte Gewässer weisen zudem vielfältigere Strukturen und unterschiedliche Wassertiefen auf, was ihre ökologische Widerstandsfähigkeit erhöht.
Auch Massnahmen, die Wasser in Böden und Landschaft zurückhalten und verzögert wieder abgeben, können die Wasserführung von Gewässern während Trockenperioden unterstützen. Bleibt der Zufluss jedoch vollständig aus, lässt sich das Austrocknen eines Gewässers nicht in jedem Fall verhindern.
Hitze, Niedrigwasser und Trockenheit können Fische und andere Wasserlebewesen stark belasten. Besonders kälteliebende Arten wie Äschen und Bachforellen sind auf geeignete Rückzugsräume angewiesen, wenn sich Gewässer stark erwärmen oder wenig Wasser führen.
Langfristig sind naturnahe und gut vernetzte Gewässer zentral. Revitalisierungen schaffen vielfältigere Lebensräume und Rückzugsmöglichkeiten. Durchgängige Gewässer ermöglichen es Fischen, bei ungünstigen Bedingungen in geeignetere Abschnitte auszuweichen. Revitalisierungen können an geeigneten Stellen im Bach dazu beitragen, dass kühles Grundwasser ins Gewässer gelangt und dort Rückzugsräume für Fische entstehen.
Ein dichter Uferbewuchs spendet Schatten und kann dazu beitragen, dass sich das Wasser weniger stark erwärmt. Wichtig ist zudem, dass bei Wasserentnahmen ausreichend Restwasser im Gewässer verbleibt. Auch die ökologische Sanierung der Wasserkraft trägt dazu bei, die Lebensbedingungen für Fische und weitere Wasserlebewesen zu verbessern, dies sind beispielsweise Kiesflächen zum Laichen oder weniger schnell schwankende Wassermengen.
Der Bund fördert solche Massnahmen auf Grundlage des Gewässerschutzgesetzes und des Bundesgesetzes über die Fischerei; umgesetzt werden sie durch die Kantone. Angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden gewinnen diese Massnahmen weiter an Bedeutung.
Bei akuten Hitze- und Trockenperioden können zusätzlich kurzfristige Massnahmen notwendig werden. Kantone können beispielsweise zeitlich befristete Betretungs-, Bade-, Fischerei- oder andere Nutzungsverbote verfügen oder die Bevölkerung auffordern, gewisse Gewässerabschnitte zu meiden. Damit sollen zusätzliche Störungen vermieden werden: Fluchtreaktionen können Fische aus kühlen Rückzugsräumen vertreiben und ihren Energie- und Sauerstoffbedarf zusätzlich erhöhen. Unter den der bereits belastenden Bedingungen kann dies die Tiere zusätzlich gefährden und im Extremfall zu ihrem Tod führen.
Je nach Situation kommen weitere Notfallmassnahmen infrage, beispielsweise Wasserentnahmestopps, künstliche Beschattung, die Schaffung temporärer Kaltwasser-Rückzugsräume durch die Einleitung von kühlerem Frischwasser oder Notabfischungen. Solche Massnahmen werden situationsabhängig eingesetzt und haben Grenzen. Notabfischungen werden beispielsweise und nach sorgfältiger Abwägung durchgeführt (siehe auch «Warum werden Fische abgefischt oder in andere Gewässer umgesiedelt?»).
Wer tote oder sterbende Fische in einem Bach, Fluss oder See entdeckt, sollte dies umgehend der zuständigen kantonalen Fischereibehörde oder der Polizei melden. Dies gilt auch während Hitze- und Trockenperioden.
Hohe Wassertemperaturen und tiefe Wasserstände können Fische stark belasten und zu Fischsterben führen. Es können jedoch auch andere Ursachen vorliegen, beispielsweise eine Verunreinigung des Gewässers. Die zuständigen Behörden können die Situation beurteilen, bei Bedarf die Ursache abklären und geeignete Massnahmen einleiten.
Fische sollten nicht eigenständig eingefangen oder in ein anderes Gewässer umgesetzt werden. Das Einfangen und Umsetzen bedeutet für die Tiere zusätzlichen Stress und birgt das Risiko, Krankheiten oder gebietsfremde Organismen zu verschleppen. Zudem ist nicht gewährleistet, dass im Zielgewässer geeignete Bedingungen wie ausreichend Wasser, geeignete Wassertemperaturen und genügend Sauerstoff vorhanden sind. Ob eine Fang- und Umsiedlungsaktion sinnvoll ist, muss deshalb fachlich beurteilt und mit der zuständigen kantonalen Fischereifachstelle abgestimmt werden.
Der Verkauf von Feuerwerk und Feuerverbote aufgrund erhöhter Waldbrandgefahr unterliegen unterschiedlichen Regelungen und Zuständigkeiten.
Für Feuerwerk gelten schweizweit gesetzliche Vorschriften, unter anderem für Herstellung, Einfuhr, Verkauf und Verwendung. Feuerverbote aufgrund erhöhter Waldbrandgefahr werden hingegen von den zuständigen kantonalen und kommunalen Behörden erlassen. Sie können ihre Massnahmen an die aktuelle Gefahrensituation vor Ort anpassen.
Ein Feuerverbot bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Feuerwerk nicht mehr verkauft werden darf. Entscheidend ist, ob und wo es verwendet werden darf. Bei erhöhter Waldbrandgefahr können die zuständigen Behörden das Abbrennen von Feuerwerk einschränken oder verbieten.
Informieren Sie sich deshalb vor dem Abbrennen von Feuerwerk über die aktuell geltenden Bestimmungen Ihres Kantons und Ihrer Gemeinde.
Ob Feuerwerk abgebrannt werden darf, hängt von der aktuellen Waldbrandgefahr und den geltenden Bestimmungen am jeweiligen Ort ab. Trockenheit bedeutet nicht automatisch, dass Feuerwerk verboten ist.
Bei erhöhter Waldbrandgefahr können die zuständigen kantonalen oder kommunalen Behörden das Abbrennen von Feuerwerk einschränken oder ganz verbieten. Die Regelungen können deshalb je nach Kanton oder Gemeinde unterschiedlich sein und sich bei einer Veränderung der Gefahrensituation kurzfristig ändern.
Informieren Sie sich deshalb vor dem Abbrennen von Feuerwerk über die aktuell geltenden Bestimmungen Ihres Kantons und Ihrer Gemeinde. Auch wenn kein Feuerverbot gilt, ist bei erhöhter Waldbrandgefahr besondere Vorsicht im Umgang mit Feuer und Feuerwerk geboten.
Das BAFU kann kein nationales Feuerverbot erlassen. Das BAFU erarbeitet Grundlagen zur Waldbrandprävention, informiert über die Waldbrandgefahr und veröffentlicht eine nationale Übersicht zur aktuellen Waldbrandgefahr und zu geltenden Feuerverboten.
Einschränkungen oder Verbote zur Waldbrandprävention werden von den zuständigen kantonalen und teilweise kommunalen Behörden aufgrund der konkreten Situation vor Ort erlassen. Eine bestimmte Gefahrenstufe führt dabei nicht automatisch zu einem Feuerverbot.
Für den Vollzug sind die zuständigen kantonalen oder kommunalen Behörden verantwortlich. Je nach kantonaler Regelung können dies insbesondere die Polizei, die Feuerpolizei, die Forstbehörden oder weitere Vollzugsstellen sein. Verstösse werden nach den jeweils anwendbaren kantonalen und kommunalen Bestimmungen geahndet.
Luftfahrzeuge können die Brandbekämpfung wirksam unterstützen, beispielsweise indem sie die Ausbreitung verlangsamen, besonders gefährdete Stellen kühlen oder Einsatzkräfte am Boden entlasten. Sie ersetzen die Brandbekämpfung am Boden jedoch nicht. Für das vollständige Löschen eines Waldbrands und die Kontrolle möglicher Glutnester bleiben die Einsatzkräfte vor Ort entscheidend.
Eine flächendeckende Bewässerung der Schweizer Wälder ist aus praktischen, finanziellen und ökologischen Gründen weder machbar noch sinnvoll. Sie würde gerade während Trockenperioden sehr grosse Wassermengen und eine aufwendige Infrastruktur erfordern. Zudem wäre ihre Wirkung räumlich und zeitlich begrenzt.
Die naturnah bewirtschafteten Schweizer Wälder sind grundsätzlich an natürliche Trockenphasen angepasst, auch wenn der Klimawandel sie zunehmend stark fordert. Das vorzeitige Verfärben und Abwerfen des Laubes im Sommer ist ein natürlicher Schutzmechanismus der Bäume, um die Verdunstung zu verringern und Wasser zu sparen. Gleichzeitig ist es ein Zeichen von Trockenstress.
In einzelnen Fällen können Jungbäume oder neu angelegte Pflanzungen gezielt bewässert werden, beispielsweise im Siedlungsraum oder auf Versuchsflächen. Dies dient dem Anwachsen oder Erhalt der Bäume, nicht der grossflächigen Verhinderung von Waldbränden.
Ursachen und Klimabezug
Ein einzelnes Ereignis wie die Sommer-Trockenheit 2026 lässt sich nicht eindeutig dem Klimawandel zuschreiben. Der Klimawandel erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit längerer und intensiverer Hitze- und Trockenperioden. Die Kombination aus geringerem Sommerniederschlag, wärmerer Luft und erhöhter Verdunstung führt zu vermehrter Austrocknung der Böden im Sommer. Dadurch nehmen Bodenfeuchte und Wasserverfügbarkeit schneller ab. Geringe Schneemengen verringern die Wasserspeicherung im Winter und führen zudem im Frühling und Sommer zu geringeren Abflüssen. Als Folge werden die nutzbaren Wassermengen im Sommer abnehmen.

Auswirkungen auf Natur und Umwelt
Tiefe Wasserstände führen während sommerlichen Hitzewellen zu höheren Wassertemperaturen und geringerem Sauerstoffgehalt. Dies belastet Fische und andere Wasserorganismen. Trockenstress schwächt Bäume und erhöht ihre Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten, zudem können geschwächte Schutzwälder womöglich ihre Schutzfunktion nicht mehr wahrnehmen. Anhaltende Trockenheit erhöht zudem das Risiko von Wald- und Flurbränden. Die Bodenfeuchte nimmt ab, Erträge können sinken und die Bewässerungsnachfrage nimmt zu, was den Druck auf die Gewässer weiter erhöht.
Wenn Gewässerabschnitte auszutrocknen drohen oder die Bedingungen für Fische kritisch werden, können die zuständigen kantonalen Fachstellen Fische abfangen und in geeignetere Gewässer umsiedeln.
Eine Erholung ist möglich, wenn wieder geeignete Lebensbedingungen wie ausreichende Wassermengen, geeignete Wassertemperaturen und eine ausreichende Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Wie schnell sich Fischbestände erholen, hängt unter anderem davon ab, wie lang der betroffene Gewässerabschnitt ist und ob überlebende Populationen in Seitengewässern oder ober- und unterhalb des betroffenen Gewässerabschnitts diesen wieder erreichen können.
Besonders für spezialisierte und kälteliebende Arten wird die Erholung mit fortschreitendem Klimawandel schwieriger. Treten extreme Hitze- und Trockenperioden häufiger auf, bleibt zwischen den Ereignissen weniger Zeit für die Erholung der Populationen. Langfristig können dadurch auch irreversible Veränderungen der Fischbestände und Gewässerökosysteme auftreten.
Hitze und Trockenheit setzen Bäume unter Stress. Sie wachsen weniger, können ihre Blätter oder Nadeln vorzeitig verlieren und werden anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Besonders betroffen sind trockene, flachgründige oder stark sonnenexponierte Standorte. Wie stark die Folgen ausfallen, hängt von Dauer und Intensität der Trockenheit bzw. der Hitzewelle sowie von Standort, Baumart und Zustand des Waldes ab.

Vergleich und Einordnung
In den letzten Jahrzehnten erlebte die Schweiz mehrere ausgeprägte Trockenperioden, unter anderem in den Sommermonaten der Jahre 2003, 2015, 2018, 2022 und 2023. Solche Trockenperioden führen häufig zu Wasserknappheit, ausgetrockneten Böden, hohen Wassertemperaturen und einer erhöhten Waldbrandgefahr. Der Sommer 2018 galt dabei bisher als einer der trockensten seit über 100 Jahren.
Niederschläge
Erste Auswertungen von MeteoSchweiz zeigen, dass der Frühling und die erste Sommerhälfte 2026 zu den trockensten Monaten zählen, die je gemessen wurden.
Abflüsse und Wasserstände
Die Auswertungen des BAFU zeigen, dass im Sommer 2026 an vielen Flüssen und Seen tiefere Abflüsse bzw. Wasserstände beobachtet wurden als in den früheren Trockenjahren Zwischen dem 1. Juni und Ende August verzeichneten knapp 40 % aller Messstationen der Schweiz neue Niedrigwasserrekorde für diesen Zeitraum (siehe Karte).
Jahr mit dem kleinsten Tagesmittelwert des Abflusses im Zeitraum vom 1. Juni bis Ende August seit dem jeweiligen Messbeginn. Dargestellt sind BAFU-Abflussmessstationen mit mindestens 30-jährigen Messreihen. — © BAFU Besonders ausgeprägt ist die Situation im zentralen und östlichen Mittelland, in den Voralpen und in Graubünden. Stark vom Niedrigwasser betroffen ist insbesondere der Rhein. In Basel ist die Situation besonders auffällig: Mit Ausnahme des Februars lagen die Abflussmengen des Rheins seit Jahresbeginn unter dem langjährigen Durchschnitt. Seit Mitte Juni hat sich die Situation noch weiter verschärft: Die Abflussmengen liegen fast durchgehend unter den Tiefstwerten der Referenzperiode 1991-2020 für die entsprechende Jahreszeit (siehe Grafik unten).
In den alpinen Regionen, die stark von der Gletscherschmelze beeinflusst werden, zeigt sich teilweise ein anderes Bild: Dort sind neue Tiefstwerte seltener, da die Hitze die Menge an Schmelzwasser erhöhte und so die Abflussmengen trotz des Niederschlagsdefizits aufrechterhalten konnte. An der Massa bei Blatten beispielsweise lagen die Abflüsse oft über den saisonalen Werten der Referenzperiode 1991–2020.
Auch die Wasserstände vieler Seen sind deutlich unterdurchschnittlich. Die Pegel einiger Seen, z.B. Zugersee, Vierwaldstättersee und Lago Maggiore, lagen Mitte August nur noch knapp über den Werten aus den Trockenjahren 2018 bzw. 2003. Der Zürichsee, der Walensee und der Bodensee sind unter die bisherigen tiefsten Wasserstände für diese Jahreszeit gesunken (siehe Grafiken). Die Situation am Zürichsee zeigt eindrücklich, dass sich der Seepegel trotz Regulierung aufgrund der fehlenden Niederschläge nicht immer auf dem üblichen Niveau halten lässt. Um die notwendigen Restwassermengen in der Limmat sicherzustellen, musste vom Regulierreglement abgewichen werden.

Station Rhein-Basel, Rheinhalle: Vergleich der Abflusswerte 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Massa-Blatten: Vergleich der Abflusswerte 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Doubs-Ocourt: Vergleich der Abflusswerte 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Dischmabach-Davos: Vergleich der Abflusswerte 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Bodensee-Romanshorn: Vergleich der Wasserstände 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Zürichsee-Zürich: Vergleich der Wasserstände 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Zugersee-Zug: Vergleich der Wasserstände 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Walensee-Murg: Vergleich der Wasserstände 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Vierwaldstättersee-Luzern: Vergleich der Wasserstände 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Lago Maggiore-Locarno: Vergleich der Wasserstände 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU Die Zusammenstellung der niedrigsten Messwerte der einzelnen Messstationen sind weiter oben zu finden. → Sind die Wasserstände derzeit aussergewöhnlich tief?
Wassertemperaturen
Eng mit den niedrigen Abflüssen verbunden sind die hohen Wassertemperaturen. Diese erreichten 2026 in vielen Regionen der Schweiz Rekordwerte. Zwischen dem 1. Juni und Ende August verzeichneten fast 60 Prozent der Messstationen neue Höchstwerte der Wassertemperatur für diesen Zeitraum seit Beginn der Beobachtungen. Die Rekorde konzentrieren sich hauptsächlich auf das Mittelland und den Jura, während sich die von Gletschern gespeisten Fliessgewässer dank des Schmelzwassers weniger stark erwärmten.

Jahr mit dem höchsten Tagesmaximum der Wassertemperatur im Zeitraum vom 1. Juni bis Ende August. Berücksichtigt sind die Messreihen der Wassertemperaturmessstationen des BAFU seit dem jeweiligen Messbeginn. — © BAFU An mehreren Gewässern wurden sogar die Höchstwerte der Hitzesommer 2003 und 2018 übertroffen. So erreichte die Aare in Bern am 14. Juli 24,8 °C und übertraf damit den bisherigen Rekord von 24,12 °C vom 4. August 2022. An der Messstation an der Reuss in Luzern wurde am 27. Juni ein neuer Rekordwert von 26,36 °C verzeichnet, der damit über dem bisherigen Höchstwert von 26,23 °C vom 5. August 2018 lag.
Bemerkenswert ist auch, wie früh im Jahr diese neuen Höchstwerte auftraten, was die Intensität der im Jahr 2026 beobachteten Hitzewellen verdeutlicht.

Station Aare-Bern, Schönau: Vergleich der Wassertemperatur 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU 
Station Reuss-Luzern: Vergleich der Wassertemperatur 2026 mit den Jahren 2003 und 2018 — © BAFU Die Zusammenstellung der höchsten Messwerte der einzelnen Messstellen sind weiter oben zu finden. → Sind die aktuellen Wassertemperaturen aussergewöhnlich hoch?
Ausblick in die Zukunft
Die Klimaszenarien zeigen, dass Hitzeperioden zunehmen und längere Trockenperioden als Folge der Klimaerwärmung in Zukunft häufiger auftreten werden.
Webmagazin «die umwelt»: Trockenheit ist keine Ausnahme mehr
Schwere, grossflächige Waldbrände, wie sie sich im Sommer 2026 in Frankreich, Spanien oder Portugal ereigneten, sind in der Schweiz weniger wahrscheinlich. Die Schweizer Landschaft ist kleinräumiger gegliedert und stärker durch Siedlungen, Verkehrswege, Wiesen und Weiden unterbrochen. Solche offenen Flächen können als natürliche Brandbarrieren wirken und die Ausbreitung eines Feuers verlangsamen.
Ausgeschlossen sind schwere Waldbrände dennoch nicht. Längere Trockenperioden, hohe Temperaturen und starker Wind können auch in der Schweiz zu intensiven oder gleichzeitig auftretenden Bränden führen. Das Risiko nimmt zudem nicht nur auf der Alpensüdseite und in den inneralpinen Tälern, sondern auch nördlich der Alpen zu.
Der Waldbrand von Bitsch im Wallis im Juli 2023 zeigt die möglichen Auswirkungen: Rund 130 Hektaren Wald und schätzungsweise 50 000 Bäume wurden zerstört. Besonders problematisch sind Brände in Schutzwäldern. Wird deren Schutzwirkung beeinträchtigt, können Folgerisiken wie Erosion, Steinschlag, Rutschungen oder Murgänge zunehmen.
Die Grossbrände zeigen, wie wichtig Prävention, Früherkennung, vorbereitete Einsatzabläufe und eine enge Koordination zwischen den Einsatzkräften am Boden und in der Luft sind. Sie verdeutlichen zudem, dass bei mehreren gleichzeitigen Bränden auch grosse nationale und internationale Kapazitäten an ihre Grenzen kommen können. Die Schweiz setzt deshalb auf ein gestuftes System aus kantonalen, interkantonalen, privaten, militärischen und internationalen Mitteln.

Zuständigkeiten und Koordination
Die Kantone beurteilen die Lage vor Ort und treffen in ihrem Zuständigkeitsbereich die erforderlichen Massnahmen. Je nach Situation können die zuständigen kantonalen oder kommunalen Behörden beispielsweise Wasserentnahmen einschränken, Massnahmen zur Sicherstellung der Wasserversorgung treffen oder Feuerverbote erlassen.
Die zuständigen Bundesstellen beobachten und beurteilen die gesamtschweizerische Entwicklung, stellen Grundlagen und Warninformationen bereit und stehen mit den Kantonen im regelmässigen Austausch. Das BAFU erhebt bei den Kantonen zudem regelmässig Informationen zur Trockenheitslage, zu den konkreten Auswirkungen und zu einem allfälligen Unterstützungsbedarf.
Die zuständigen Bundesstellen beurteilen die Trockenheitslage laufend und stimmen sich untereinander sowie mit den Kantonen ab. Das BAFU erhebt bei den Kantonen zudem regelmässig Informationen zur Lage, zu den konkreten Auswirkungen und zu einem allfälligen Unterstützungsbedarf.
Für eine noch engere Koordination über mehrere Departemente hinweg steht der Fachstab Trockenheit zur Verfügung. In diesem Fachstab stimmen die betroffenen Bundesstellen ihre Lagebeurteilung und ihr weiteres Vorgehen aufeinander ab. Auch die Kantone sind darin vertreten. Geleitet wird der Fachstab vom Generalsekretär des UVEK.
Der Fachstab Trockenheit ist derzeit nicht formell aktiviert. Die laufenden Arbeiten der zuständigen Bundesstellen, die Lagebeurteilung und der Austausch mit den Kantonen finden unabhängig davon statt. Bei erhöhtem Koordinationsbedarf kann der Fachstab aktiviert werden; dadurch würde die bestehende Zusammenarbeit in einer dafür vorgesehenen Struktur gebündelt und intensiviert.
Eine Aktivierung würde jedoch nicht automatisch zusätzliche Einsatzmittel schaffen. Sie ist auch keine Voraussetzung dafür, dass der Bund die Kantone im Rahmen seiner Möglichkeiten subsidiär unterstützt.
Welche Unterstützung möglich ist, hängt vom betroffenen Bereich und von den konkreten Auswirkungen der Trockenheit ab. Für Landwirtschaftsbetriebe, Gemeinden, Wasserversorger oder weitere Betroffene bestehen unterschiedliche Zuständigkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten. Informationen dazu erteilen die jeweils zuständigen kantonalen und eidgenössischen Fachstellen.
Kann ein Kanton die Situation mit den eigenen Mitteln oder durch interkantonale Zusammenarbeit nicht mehr bewältigen, kann er Unterstützung des Bundes beantragen. Sind die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, kann der Bund im Rahmen der bestehenden Rechtsgrundlagen ergänzende Unterstützung leisten (subsidiäre Hilfe). Möglich ist auch die militärische Katastrophenhilfe: Sie erfolgt auf Gesuch der zuständigen kantonalen Stellen und ergänzt die zivilen Mittel. Eine formale Aktivierung des Fachstabs Trockenheit ist dafür nicht erforderlich.