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Renaturierung der Gewässer

Gewässer sind jene Lebensräume in der Schweiz, die sich wohl am meisten von ihrem natürlichen Zustand entfernt haben. Die Gewässerschutzpolitik des Bundes hat zum Ziel, Flüsse, Bäche und Seeufer wieder aufzuwerten. Dies soll mit folgenden Massnahmen geschehen: ausreichender Gewässerraum, Revitalisierungen und die Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung.

Als Renaturierung versteht man sowohl die Revitalisierung von Fliessgewässern und Seeufern als auch die Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung. Es handelt sich um eine mehrere Generationen überspannende Aufgabe mit zahlreichen Synergien zwischen Gewässerschutz, Hochwasserschutz Biodiversität und Aufwertungen wovon meist auch die Naherholung profitiert.

Die Ausscheidung eines ausreichenden Gewässerraums, Revitalisierungen und die Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung bilden ein Gesamtpaket, das in erster Linie von den Kantonen und den Inhabern von Wasserkraftanlagen umgesetzt wird.

Das BAFU stellt Planungsgrundlagen für die Kantone und die Betreiber von Wasserkraftanlagen zur Verfügung.

Vollzugshilfe «Renaturierung der Gewässer» -

Die Bereiche Revitalisierung, Fischwanderung, Schwall-Sunk und Geschiebehaushalt werden vor allem durch eine Vollzugshilfe konkretisiert. Die ist in verschiedene Module gegliedert. Die Darstellung gibt einen Überblick über diese Module und ihre Zusammenhänge. Die aktuell verfügbaren Module sind mit einem Link aktiv hervorgehoben.

Revitalisierungen

Revitalisierungen tragen zur Wiederherstellung naturnaher Lebensräume bei. Durch die ökologische Aufwertung sollen natürliche Funktionen von verbauten Gewässern wieder in Gang gebracht werden. Gemäss dem Gewässerschutzgesetz von 2011 übernimmt der Bund 35 - 80 % der anrechenbaren Kosten von Revitalisierungsprojekten.

Gewässerraum

Natürliche Fliessgewässer sind von dynamischen Prozessen geprägt. Diese finden nicht nur im Flussbett statt, sondern auch entlang des Wassers. Deshalb müssen die Kantone einen ausreichenden Gewässerraum entlang der meisten Gewässer ausscheiden, der höchstens extensiv bewirtschaftet wird. Die Gewässerschutzverordnung 2011 sieht die Möglichkeit der Finanzierung von Biodiversitätsförderflächen im Gewässerraum gemäss der Landwirtschaftsgesetzgebung vor.

Sanierung Wasserkraft

Das Gewässerschutzgesetz 2011 schreibt vor, dass Anlageninhaber die negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung auf die Gewässer bis 2030 reduzieren müssen.

Schwall und Sunk

Die Folgen des Schwall-Sunk-Betriebs lassen sich durch verschiedene bauliche und betriebliche Massnahmen vermindern oder abdämpfen. Das Gewässerschutzgesetz 2011 schreibt vor, dass die Sanierungen bis 2030 abgeschlossen sein müssen. Der Bund übernimmt die anrechenbaren Kosten von Sanierungsprojekten zu 100 %.

Geschiebe

Der Geschiebehaushalt wird durch Wasserkraftwerke, Gewässerverbauungen (z.B. Kiessammler) sowie die industrielle Entnahme von Kies (Kieswerke) gestört. Der gestörte Geschiebehaushalt lässt sich durch eine Vielzahl technischer und betrieblicher Lösungen reaktivieren. Diverse Massnahmen sind seit längerem erprobt. Das Gewässerschutzgesetz 2011 schreibt vor, dass die Sanierungen bis 2030 abgeschlossen sein müssen.

Die finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten des Bunds variieren je nach Verursacher und Projekten. Bei Sanierungen von Wasserkraftwerken werden 100 % der anrechenbaren Kosten übernommen, bei Revitalisierungen von verbauten Gewässern 35 - 80 %.

Fischgängigkeit

Die Fischwanderung wird sowohl durch die Wasserkraftwerke gestört, wie durch künstliche Stufen in verbauten Gewässern. Um die Durchlässigkeit wieder herzustellen, müssen viele Wasserkraftwerke bauliche Massnahmen ergreifen. Das Bundesgesetz über die Fischerei 1991 und das Gewässerschutzgesetz 2011 schreiben vor, dass die Sanierungen von Wasserkraftwerken bis 2030 abgeschlossen sein müssen.

Die finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten des Bunds variieren je nach Verursacher und Projekten. Bei Sanierungen von Wasserkraftwerken werden 100 % der anrechenbaren Kosten übernommen, bei Revitalisierungen von verbauten Gewässern 35 - 80 %.

Restwasser

Damit Fliessgewässer ihre natürlichen Funktionen erfüllen können, braucht es unterhalb von Wasserentnahmen ausreichend Wasser in Fluss- und Bachbetten. Bei rund der Hälfte der Entnahmen sind Sanierungen nötig. Das Gewässerschutzgesetz 1991 schreibt eine teilweise Sanierung bis 2012 vor, die komplette Sanierung muss bei der Erneuerung der Konzessionen abgeschlossen sein. Der Bund beteiligt sich nicht an der Finanzierung. Eine Ausnahme stellt die partielle Sanierung in inventarisierten Zonen dar (Art. 80 Abs. 2 GSchG).


Kontakt: wasser@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 30.06.2015

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