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Aus den erarbeiteten Ergebnissen wurden Empfehlungen zur Erhaltung und Pflege der Bergwälder abgeleitet. Mit dem am 29.10.2007 unterschriebenen „Memorandum of Understanding" einigen sich die Partnerländer und Beobachterstaaten auf den Erhalt des Bergwaldes als naturnahen Lebensraum mit höchster Priorität. Mit der gemeinsamen Schifffahrt soll darüber hinaus symbolisch signalisiert werden, dass - wenn es um den Bergwald geht - alle in einem Boot sitzen", so Reinhard Mang, Generalsekretär im Lebensministerium, heute, anlässlich einer Pressefahrt am Bodensee im Rahmen des Abschlussmeetings des EU-Projektes „Network Mountain Forest".
Der Bergwald hat große Bedeutung für den ländlichen Raum. Die Leistungen des Bergwaldes als Lebensraum sind vielfältig: Schutz vor Naturgefahren, Erhaltung der Biodiversität, Produktion von Holz, Schutz und Speicherung des Wassers sowie Grundlage für Tourismus und bäuerliches Einkommen. Die Nachfrage der Gesellschaft nach den Leistungen des Bergwaldes ist groß, die meisten sind jedoch nur bedingt oder gar nicht marktfähig. Um die Motivation der Waldbesitzer zur Pflege und damit Erhaltung des multifunktionalen Bergwaldes aufrecht zu erhalten, ist es notwendig, die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Darüber hinaus sollen auch die von den Waldbewirtschaftern erbrachten Leistungen entsprechend abgegolten werden.
Im Jahre 2003 wurde im Rahmen der INERREG IIIC Förderschiene der EU das Projekt Network Mountain Forest (NMF) begonnen. Neben Österreich haben auch Bayern, Schweiz, Slowenien und Südtirol als Partner sowie Bulgarien, Griechenland, Liechtenstein und die Slowakei als Beobachterstaaten teilgenommen. Durch die interregionale Zusammenarbeit der Alpenländer wurde eine gemeinsame Strategie zur Erreichung von gemeinsamen Zielen in der Bergwaldpolitik entwickelt. Zentrale Ziele des Projektes waren unter anderem die Erhaltung und Verbesserung der Schutzfunktion der Wälder, die Sicherstellung der nachhaltigen Nutzung des Rohstoff Holzes sowie die Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität unter Berücksichtigung des Klimawandels.
Das am 29.10.2007 unterzeichnete Memorandum of Understanding enthält Empfehlungen, die von der raschen Durchführung dringlicher Pflegemaßnahmen in ganz Europa bis zur Schaffung eines EU-Programms „Bergwald" und der Entwicklung dem Klimawandel angepasster Waldbaustrategien reichen. „Der Bergwald stellt die europäischen Staaten fast überall vor ähnliche Herausforderungen. Wir können deshalb sehr viel voneinander lernen und Synergien nutzen. Der länderübergreifende Ansatz macht die Bergwaldpolitik effizienter und schlagkräftiger", so Josef Miller, Bayrischer Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten.
Auch der Schweizer Regierungsrat Stefan Engler vom Kanton Graubünden weist darauf hin, dass unbedingt etwas getan werden muss, wenn der Bergwald auch in Zukunft als Lebensgrundlage für die Bergregionen dienen soll. „Auch hier gilt das Motto: Gemeinsam sind wir stärker!"
Ein Fünftel der Bevölkerung der Europäischen Union lebt in bewaldeten Berggebieten. Ein weiteres Drittel ist in den anliegenden Regionen unmittelbar von der Entwicklung in den Berggebieten betroffen. Die Ausgestaltung und der Zustand der Berggebiete prägt damit mittelbar die gesamte EU und erfordert die Solidarität der gesamten Gemeinschaft. Sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene gibt es zahlreiche Programme zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Bergwaldes. Die Ratifizierung des Bergwaldprotokolls ist eines dieser Projektziele, eine bessere Verankerung im Forstaktionsplan der EU ist ebenfalls unbedingt erforderlich. „Um die geforderten Ziele des Projektes in den politischen Programmen auf nationaler und europäischer Ebene aufzunehmen, ist es notwendig, das Netzwerk über den Forstsektor hinaus auszudehnen. Damit das gelingt, sichere ich meine volle Unterstützung zu", so Agnes Schierhuber, Abgeordnete zum Europäischen Parlament.
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