Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit
Luftverschmutzung ist eine nachweisliche Ursache für Krankheit und vorzeitige Todesfälle. Die grösste Gefahr geht von übermässigen Belastungen mit Feinstaub, Ozon und Stickoxiden aus.
Mit jedem Atemzug gelangen Gase wie Stickstoffdioxid und Ozon sowie eine grosse Anzahl von feinen Partikeln in unsere Atemwege und die Lunge. Sie werden in den Bronchien und den Lungenbläschen abgelagert und können dort kurz- oder langfristig Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer dringen sie in die Lunge ein. Bei übermässigen Schadstoffbelastungen treten vermehrt Beschwerden und Erkrankungen der Atemwege bei Kindern und Erwachsenen auf, z. B. Anfälle von Atemnot, chronischer Husten und Auswurf, Bronchitis und chronische Bronchitis, Atemwegsinfektionen.
Für bereits erkrankte Personen stellt die Luftverschmutzung eine zusätzliche Belastung dar. Je höher die Schadstoffbelastung in der Luft ist (z.B. an viel befahrenen Strassen), desto kürzer sind die beschwerdefreien Phasen. Verschmutzte Atemluft führt zu einer Verminderung der durchschnittlichen Lungenkapazität sowie zu vermehrten Notfallkonsultationen und Spitaleintritten wegen Atemwegserkrankungen.
Die bis 2025 durch das BAFU finanzierte und am Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut angesiedelte Dokumentationsstelle für Luft und Gesundheit LUDOK hat gemeinsam mit weiteren Trägerorganisationen wie der Krebsliga, der Lunge Zürich und den kantonalen Behörden für Luftreinhaltung die Gesundheitsfolgen der wichtigsten Schadstoffe in der Aussenluft zusammengetragen und in einer interaktiven Grafik aufbereitet.
Swiss TPH: Interaktive Grafik zu den Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit
Die Luftverschmutzung führt aufgrund von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, einschließlich Lungenkrebs, zu einer Verkürzung der Lebenserwartung. In der Schweiz wird von jährlich rund 2’000 vorzeitigen Todesfällen aufgrund der Luftverschmutzung ausgegangen. Hinzu kommt die luftschadstoffbedingte Krankheitslast durch jährlich tausende zusätzliche Erkrankungen an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Demenz, Diabetes Typ 2, ischämischen Herzkrankheiten und Lungenkrebs. Die Gesundheitsauswirkungen der Luftverschmutzung verursachen in der Schweiz jährlich externe, nicht vom Verursacher gedeckte Folgekosten in Milliardenhöhe.
In der Schweiz werden die Langzeiteffekte der Luftverschmutzung auf die Gesundheit in der Kohortenstudie SAPALDIA (Swiss Cohort Study on Air Pollution and Lung and Heart Diseases in Adults) untersucht. Diese und weitere Studien zeigen aber auch, dass sich die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen relativ rasch verbessert, wenn der Schadstoffgehalt der Luft abnimmt. Massnahmen zur Verbesserung der Luftqualität haben also einen messbaren positiven Einfluss auf die Volksgesundheit.
Daten
Indikator Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung (PM2.5)