Biber
Seit der Biber in den 1950er-Jahren erfolgreich wieder angesiedelt wurde, konnte er sich in der Schweiz gut etablieren. Heute leben in hiesigen Gewässern rund 5000 Tiere.
Vor 200 Jahren wurde der Biber durch intensive Bejagung in der Schweiz ausgerottet. Seit seiner Wiederansiedelung Mitte des 20. Jahrhunderts breitete er sich kontinuierlich aus.
Der Biber ist der grösste Landschaftsgestalter im Tierreich. Insbesondere mit dem Bau von Dämmen und den damit verbundenen Rückstaubereichen kann er ganze Gewässerlandschaften verändern.
Artenreichere Gewässer dank dem Biber
Sowohl in den Gewässern selbst als auch an Land entstehen dank dem Biber neue, dynamische Lebensräume sowie viele Verstecke und Fortpflanzungsgebiete für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.
Um dieses Potenzial für die Biodiversität und die ökologische Infrastruktur besser zu verstehen und nutzen zu können, hat das BAFU eine Studie durchführen lassen. Die Ergebnisse bestätigen den positiven Einfluss, den der Biber durch seine Stauaktivität auf die Biodiversität hat. Insbesondere in bewaldeten und stark verbauten Gewässern wurden eine deutlich höhere Artenvielfalt und eine grössere Anzahl an Individuen festgestellt.
Auch erhöhen Biberteiche die Widerstandsfähigkeit der Gewässer gegenüber Klimaeinflüssen: Sie speichern Wasser in der Landschaft, führen dem Grundwasser Reserven zu und können dazu beitragen, Bäche im Sommer kühl zu halten. Zudem wirken sie wie natürliche Kläranlagen, die helfen Wasser zu reinigen. Nicht zuletzt können Biberfeuchtgebiete grosse Mengen Kohlenstoff speichern.
Wirkungsvoller Partner für die Zukunft
In einem Bericht zeigt das BAFU auf, wie das grosse Potenzial dieses Ökosystemingenieur künftig verstärkt in die Planungen von Bund und Kantonen zur Förderung der Biodiversität und der ökologischen Infrastruktur einbezogen werden kann.
Konflikte mit dem Biber
Die ausgeprägte Fähigkeit des Bibers, die Gewässer und deren Umgebung zu verändern, hat jedoch auch eine Kehrseite: Sie führt in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft immer wieder zu Konflikten. Durch das Graben und Stauen können Biber Schäden an Anlagen, Verkehrsinfrastrukturen, Hochwasserdämmen und landwirtschaftlichen Kulturen verursachen. Viele Konflikte lassen sich durch geeignete Präventionsmassnahmen verhindern.
Biberfachstelle Schweiz: Präventionsmassnahmen
Wo es keine zumutbaren Präventionsmassnahmen gibt, sieht der Gesetzgeber auch die Möglichkeit vor, Biber zu entfernen, sofern ein Tier erhebliche Schäden anrichtet oder Menschen gefährdet.
- Jagdverordnung (JSV): Art. 9d
Massnahmen gegen einzelne Biber
Biber als Partner bei Gewässerrevitalisierungen
Anleitung für die Praxis
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