Biodiversität in der Agrarlandschaft
In der Agrarlandschaft wirkt sich die landwirtschaftliche Praxis mit ihren hohen Stickstoffeinträgen und der Belastung durch Pflanzenschutzmittel negativ auf die Artenvielfalt aus. Das BAFU engagiert sich für eine ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft, da die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zu den Kernaufgaben der Landwirtschaftspolitik gehört.
Die Landwirtschaft ist auf eine intakte Biodiversität angewiesen, denn diese erbringt wichtige Ökosystemleistungen, wie zum Beispiel die Bestäubung oder die natürliche Schädlingsregulierung.
Aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung nimmt die Lebensraumvielfalt stetig ab. Wichtige Treiber dieser Entwicklung sind:
- Stickstoffeinträge durch Ammoniak aus intensiver Tierhaltung
- Intensive Anwendung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln
- Verlust von (Klein-)Strukturen und damit Lebensräumen für zahlreiche Arten
- Drainagen und intensive Bewässerung
- Für Kleintiere schädliche Bewirtschaftung der Biodiversitätsförderflächen (BFF) (z.B. Insekten-schädigende Mähmethoden)
Agrarpolitik
Mit der Agrarpolitik 2014-2017 hat der Bund die Anreize zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität gestärkt. So wird im Rahmen der Direktzahlungsverordnung die biologische Qualität gefördert.
Agrarpolitik 22+
Die Agrarpolitik (AP 22+) sieht unter anderem Massnahmen für eine wirkungsvollere Förderung der Biodiversität vor. An der Frühlingssession 2021 beschloss das Parlament, die Beratung über die AP22+ zu sistieren. Gleichzeitig wurde der Bundesrat beauftragt, einen Bericht zur zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik vorzulegen.
Biodiversitätsförderflächen (BFF) und Vernetzungsbeiträge nach Direktzahlungsverordnung (DZV)
Für den Bezug von Direktzahlungen in der Landwirtschaft verlangt der Bund, dass 7 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (3,5 % bei Spezialkulturen) als Biodiversitätsförderflächen (BFF) angelegt sind. Als BFF gelten zum Beispiel extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Streueflächen, Ackerschonstreifen, Hecken-, Feld- und Ufergehölze oder Buntbrachen. Zusätzliche Beiträge werden im Rahmen von Vernetzungsprojekten ausgerichtet.
Pilotprojekt im Rahmen des Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz
Das Pilotprojekt 3V – Vertrauen, Verantwortung und Vereinfachung – ist ein landwirtschaftliches Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das im Rahmen der Phase I des Aktionsplans Biodiversität durchgeführt wurde. Rund 20 Praxisbetriebe in den Kantonen Thurgau und Glarus wurden zusammen mit der Betriebsleitung analysiert. Lösungsvorschläge zeigen auf, wie die Betriebe die Umweltziele mit weniger Vorschriften und weniger Administration erreichen können.
Durch Dialog zu nachhaltigen Landwirtschaftsbetrieben
Umweltziele
Seit 2008 geben die Umweltziele für die Landwirtschaft (UZL) die Stossrichtung für die Erhaltung der Biodiversität vor. Ein Statusbericht von 2016 kam zum Schluss, dass in vielen Umweltbereichen nach wie vor Handlungsbedarf besteht.
Inhaltsverzeichnis
Umweltziele Landwirtschaft 2016
Statusbericht 2016
Monitoringprogramm ALL-EMA
Mit dem Monitoringprogramm ALL-EMA werden die agrarpolitischen Massnahmen zugunsten der Biodiversität überprüft und weiterentwickelt.
