CO₂-Entnahme und -Speicherung: Technologien
Technologien zur Entnahme und Speicherung von CO2 sind weitgehend bekannt. Die Planung von CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS), etwa bei Zementwerken oder Kehrichtverbrennungsanlagen, ist in Europa weit fortgeschritten. Negativemissionstechnologien (NET) können auf pflanzenbasierten Ansätzen wie Holznutzung oder technischen Ansätzen wie direkte CO2-Luftfilter beruhen. Die Lösungen stehen aber noch nicht im Umfang, der für den Klimaschutz nötig ist, bereit.
Die CO2-Entnahme und -Speicherung umfasst zwei Kategorien: zum einen Technologien, die fossiles und prozessbedingtes CO2 an Anlagen abscheiden und speichern und so den Ausstoss reduzieren (Carbon Capture and Storage, CCS), zum anderen Negativemissionstechnologien (NET; auch Carbon Dioxide Removal, CDR), die CO2 dauerhaft der Atmosphäre entnehmen. NET umfassen sowohl technische als auch pflanzenbasierte Ansätze. Ein Bericht des Bundesrates vom September 2020 liefert einen systematischen Überblick der heute bekannten Ansätze. Sie unterscheiden sich hinsichtlich des Potenzials, der Kosten, des Energiebedarfs und der Dauerhaftigkeit der Speicherung. Für den Transport von CO2 und dessen Speicherung im In- oder Ausland bedarf es einer neuen Infrastruktur, wie z. B. Pipelines und Lagerstätten im Untergrund.
Forschung und Innovation
Aktuell sind es nicht primär technologische Hürden, die einen Ausbau von CCS und NET behindern, sondern eher fehlende Investitionssicherheit für die Akteure. Dennoch spielen Forschungs- und Innovationsprojekte eine wichtige Rolle, um CCS und NET schnell im erforderlichen Massstab zu entwickeln und zu untersuchen. Beispielsweise hat das vom Bund geförderte Demonstrationsprojekt DemoUpCARMA den grenzüberschreitenden Transport von CO2, eine Versteinerung im Untergrund (in Island) und die Speicherung in Beton demonstriert und optimiert. Mit diesem wegweisenden Projekt konnten wichtige Erkenntnisse über die Machbarkeit, Energie- und Umweltbilanzen sowie Skalierungsfragen gewonnen werden.
Pflanzenkohle in der Schweizer Landwirtschaft – Risiken und Chancen für Boden und Klima
Pflanzenkohle entsteht durch Verkohlung pflanzlicher Biomasse, in der durch die Photosynthese CO₂ aus der Luft eingebunden ist. Sie hat das Potenzial, Kohlenstoff (C) langfristig zu speichern. Im Boden eingebrachte Pflanzenkohle kann so genannte negative Emissionen generieren. Das Faktenblatt «Pflanzenkohle in der Schweizer Landwirtschaft – Risiken und Chancen für Boden und Klima» legt den Stand der Wissenschaft zum Einsatz von Pflanzenkohle in der Schweizer Landwirtschaft dar und zeigt die derzeitigen Vorgaben zu deren Umgang auf. Das Faktenblatt wird herausgegeben vom Bundesamt für Umwelt (BAFU), vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und von der Arbeitsgruppe Interventionswerte und Risikobeurteilung (AGIR) des Cercle Sol.
Es liegt nun in der zweiten, aktualisierten Ausgabe vor. Aktualisierungen wurden beispielsweise aufgrund geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen zum Umgang mit Pflanzenkohle sowie aufgrund von Ergebnissen von zuletzt durchgeführten Studien vorgenommen.
Weiterführende Informationen
Direktionsbereich Klima
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Mühlestrasse 2
3063 Ittigen