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Veröffentlicht am 4. Juni 2026

Emissionen aus der Landwirtschaft

Ammoniak (NH3)

Aus dem durch die Nutztiere ausgeschiedenen Harnstoff entsteht Ammoniak, der teilweise in die Luft entweicht und mit dem Wind verfrachtet wird. Dies geschieht im Stall sowie bei der Lagerung und Ausbringung von Hofdüngern. Früher oder später gelangt dieser reaktive Stickstoff wieder auf den Boden oder die Gewässer. In sensiblen Ökosystemen wie Wäldern, Magerwiesen und Moorlandschaften führt die Stickstoffdeposition aber zu Überdüngung und Versauerung. Zudem trägt Ammoniak auch zu sekundärem Feinstaub bei. Für die Landwirtschaft bedeuten die Ammoniakemissionen ein Verlust von Stickstoffdünger.

92% der gesamtschweizerischen Ammoniakemissionen stammen aus der Landwirtschaft. Der Anteil der Tierhaltung daran beträgt 88%, der Anteil des Pflanzenbaus 12%. Zwischen 1990 und 2025 nahmen die landwirtschaftlichen Ammoniakemissionen um 28% ab. Der grösste Rückgang wurde vor 2004 aufgrund abnehmender Tierzahlen und geringerem Einsatz von Stickstoffdünger verzeichnet.

Die Tierhaltungsemissionen entstehen zu

  • 36% beim Ausbringen von Gülle und Mist
  • 46% in Stall und Laufhof
  • 14% beim Lagern von Dünger
  • 4% auf der Weide

Aufgeteilt nach Tierarten sieht die Emissionsverteilung wie folgt aus:

  • 76% von Rindvieh
  • 13% von Schweinen
  • 7% von Geflügel
  • 4% von übrigen Tieren (Schafe, Ziegen, Pferde etc.)

Entscheidend für das Ausmass der Ammoniakemissionen sind die Konzentration an löslichem Stickstoff an der emittierenden Oberfläche, das Ausmass der verschmutzten Boden- und Pflanzenfläche sowie Temperatur und Windverhältnisse. Wichtige technische Massnahmen zur Emissionsminderung umfassen:

  • Fütterungsmassnahmen: den Proteinbedarf der Tiere nicht überschreitende Proteinversorgung zur Limitierung der N-Ausscheidungen;
  • Im Stallbereich: möglichst wenig verschmutzte Fläche, emissionsmindernde Stallsysteme (für Rindvieh z.B. Laufflächen mit Quergefälle und Harnsammelrinne, erhöhte Fressstände);
  • Hofdüngerlagerung: Güllelager mit dauerhaft wirksamer Abdeckung;
  • Gülleausbringung: Emissionsmindernde Ausbringung mit Schleppschlauch, Schleppschuh, Gülledrill; an kühlen Tagen und am Abend ausbringen;
  • Mistausbringung: Auf Ackerflächen innerhalb von vier Stunden einarbeiten.

Das Ziel des Bundesrates ist es, die Ammoniakemissionen um ca. 40 % gegenüber 2005 zu senken. Insgesamt wurde bis 2025 eine Abnahme von 14% erreicht, in der Landwirtschaft 10%.

Geruchsemissionen

Der überwiegende Anteil der Gerüche stammt von den Kot- und Harnresten der Tiere. Sie entstehen zum grossen Teil im Stall und im offenen Hofdüngerlager.

Treibhausgasemissionen

Informationen zu Treibhausgasemissionen finden sie unter dem Thema Klima Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft

Weiterführende Informationen