Strassenabwasser
Abwasser von stark befahrenen Strassen ist mit zahlreichen Schadstoffen belastet. Sie stammen vor allem aus dem Abrieb von Reifen. Dieses Abwasser muss in speziellen Anlagen behandelt werden, bevor es in die Umwelt abgegeben wird.
Bei Regenwetter entstehen von Strassen beträchtliche Mengen an verschmutztem Abwasser. Dieses muss, wie es das Gewässerschutzgesetz vorgibt, behandelt werden, bevor es ins Grundwasser gelangt oder in Bäche, Flüsse und Seen fliesst. Nicht verschmutztes Abwasser soll, wenn immer möglich, versickert werden.
Abwasser von stark befahrenen Strassen enthält verschiedene Schadstoffe. Vor allem Mikroplastik vom Reifenabrieb oder daraus gelöste Stoffe belasten die Umwelt.
Jahrzehntelang ging man weitgehend davon aus, dass das auf den Fahrbahnen abfliessende Regenwasser nicht verunreinigt sei. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde realisiert, dass über die Strassenentwässerung grosse Schadstofffrachten in die Gewässer gelangen. Auf Schweizer Strassen entstehen jährlich etwa 10'000 Tonnen Reifenabrieb; 4'000 Tonnen davon gelangen in Oberflächengewässer.
Gemeinsame Aufgabe für Bund und Kantone
Der Aufbau eines grossflächigen Systems zur Behandlung von Strassenabwasser ist eine generationenübergreifende Aufgabe. Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA) müssen aus Gründen der Kosteneffizienz langfristig geplant und realisiert werden.
Seit 2002 treibt die Schweiz den SABA-Ausbau voran, die vollständige Umsetzung wird jedoch noch etwa 50 Jahre in Anspruch nehmen. Die dabei gebauten SABA sollen nicht nur Benzin- und Ölrückstände zurückhalten, sondern auch gelöste Stoffe und den Strassenschlamm, da sich viele Schadstoffe wie beispielsweise Mikroplastik an Schlammpartikel binden.
Für den Vollzug des Gewässerschutzgesetzes sind grundsätzlich die Kantone zuständig. Bei Nationalstrassen und Eisenbahnanlagen sind Bundesstellen die Bewilligungsbehörden und sind somit auch für den Vollzug verantwortlich.
Richtlinien und Umsetzungshilfen
Bei Strassen stellt sich die Frage, wann abfliessendes Niederschlagswasser als verschmutzt gilt und wie es sich beseitigen lässt. Um Klarheit zu schaffen, hat das BAFU zusammen mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) entsprechende Richtlinien erarbeitet.
Die Richtlinie «Strassenabwasserbehandlung an Nationalstrassen» des ASTRA zeigt unter anderem den optimalen Planungsprozess beim Bau von Strassenabwasser-behandlungsanlagen. Sie präzisiert die Anforderungen an Retention, Behandlung und Versickern des Strassenabwassers sowie das Vorgehen zur Beurteilung der Verhältnismässigkeit.
Strassenabwasser Behandlungsverfahren
Stand der Technik
VSA: Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter
ASTRA-Richtlinie Strassenabwasserbehandlung an Nationalstrassen
Entwässerung von Bahnlinien und Flugplätzen
Wie Untersuchungen gezeigt haben, ist die Belastung des Abwassers bei Gleisanlagen in der Regel deutlich geringer ist als bei Haupt- und Nationalstrassen. Doch der Einsatz von Schmiermitteln und Herbiziden führt auch bei der Bahn zu einem gewissen Gefährdungspotenzial für die Gewässer. Das BAFU und das BAV haben in einer Richtlinie definiert, wie Eisenbahnanlagen zu entwässern sind.
Für die Entwässerung von Flugplätzen ist, wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, eine Einzelfallbetrachtung nötig.