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Veröffentlicht am 19. November 2025

Generelle Entwässerungsplanung GEP

Die Siedlungsentwässerung wird auf lokaler Ebene umgesetzt. Dabei spielen die Gemeinden mit ihrem Infrastrukturmanagement eine wichtige Rolle. Ein zentrales strategisches Planungsinstrument für diese Aufgabe ist die Generelle Entwässerungsplanung (GEP).

In Siedlungen fallen Abwässer unterschiedlicher Herkunft und Beschaffenheit an. Damit sie weder der Gesundheit noch der Umwelt schaden, braucht es eine gute Entwässerungsinfrastruktur und eine sorgfältige Planung für den richtigen Umgang damit.

Die Gemeinden stellen sicher, dass die Infrastruktur für die Siedlungsentwässerung den technischen Anforderungen entspricht und erhalten wird. Ihre Planung gewährleistet einen wirksamen Gewässerschutz.

Eine Generationenaufgabe

Die mehrheitlich unsichtbaren Entwässerungsanlagen bilden in der Schweiz eine flächendeckende, leistungsfähige und zuverlässige Entwässerungsinfrastruktur. Diese Infrastruktur ist kapitalintensiv und wird für Generationen gebaut.

Um diese Anlagen auf dem Stand der Technik zu erhalten, braucht es eine stabile und langfristige Planung. Die GEP stellt dafür ein grundlegendes Instrument dar.

Im Rahmen der GEP wird zum Beispiel der Zustand der Kanalisation regelmässig erfasst. Kanalfernsehaufnahmen decken dabei Probleme wie Schäden, Verstopfungen oder Fehlanschlüsse auf.

Bewährtes Planungsinstrument

Die Entwässerungsplanung wurde 1991 im Gewässerschutzgesetz verankert. Ziel des Konzeptes ist, dass jede Gemeinde den Zustand ihrer Entwässerungsinfrastruktur kennt und deren Auswirkung auf die Gewässer in der Massnahmenplanung berücksichtigt werden.

Das BAFU, das die Entwicklung der Entwässerungsplanung seit ihrer Einführung begleitet, zieht eine positive Bilanz. Aus seiner Sicht hat sich der Bedarf von GEP-Konzepten bestätigt. Heute verfügen praktisch alle Gemeinden über eine GEP.

Vorhandene Defizite werden erkannt und die Massnahmen zu ihrer Behebung definiert. Das gilt insbesondere für das Entwässerungskonzept, den Zustand der Leitungen und Sonderbauwerke oder den Fremdwasseranfall.

Wichtig ist, dass die GEP im Sinn einer rollenden Planung kontinuierlich nachgeführt werden. Viele Gemeinden stehen noch vor der Aufgabe, die Massnahmen zur Behebung der Defizite umzusetzen.

Entwässerung und Gewässerschutz gemeinsam planen

Die GEP ist mehr als ein strategisches Planungsinstrument für den Unterhalt der Entwässerungsanlagen. Sie steht in Wechselwirkung mit dem Gewässerschutz und entsprechenden rechtlichen Bestimmungen.

Deshalb werden zum Beispiel auch Gewässerzustand, Fremdwasser, Gefahrenvorsorge und Versickerungsmöglichkeiten in die Planung einbezogen. Auch die Berücksichtigung von Grundwasserschutzzonen, deren Schutz durch Siedlungserweiterungen beeinträchtigt sind, kann mit einem GEP behandelt werden.

Um einen gesamtschweizerischen Überblick über den Zustand der Siedlungsentwässerung zu erhalten, ist es wichtig, dass die Daten des GEP digital verfügbar sind. Gemeinden, Kantone und Bund arbeiten zurzeit an dieser Digitalisierung.

Zusätzlich zur Generellen Entwässerungsplanung (GEP) existieren in manchen Gebieten Entwässerungspläne von Abwasserverbänden (VGEP) oder Regionale Entwässerungspläne (REP). Diese Instrumente setzen sich thematisch mit der Entwässerung von Einzugsgebieten auseinander. In einem hydrologisch zusammenhängenden Gebiet ist es sinnvoll, die Gewässerschutzmassnahmen aufeinander abzustimmen.

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