Holzernte
Im Schweizer Wald wächst nach wie vor mehr Holz nach als geerntet wird. In den letzten Jahren ernteten die Waldeigentümer jährlich rund 5 Millionen Kubikmeter Holz (genaue Zahlen siehe weiter unten). Das BAFU setzt sich deshalb für eine vermehrte Nutzung von einheimischem Holz ein.
Die Nutzung der erneuerbaren Ressource Holz verbessert die CO2-Bilanz der Schweiz, verhilft Randgebieten zu Arbeitsplätzen und trägt durch regionale Wirtschaftskreisläufe zur Schonung der Umwelt bei. Es können so Synergien zur Erhaltung der Biodiversität und der Schutzfunktion geschaffen werden, was letztlich zu einem wichtigen Beitrag für eine Grüne Wirtschaft (green economy) führt. Aber das Potenzial wird nicht vollständig ausgeschöpft, weil seit Jahrzehnten weniger genutzt wird als nachwächst – insbesondere im Privatwald und in Gebirgswäldern. So hat die Schweiz im europäischen Vergleich einen der höchsten Holzvorräte. Ziel der Waldpolitik 2021 - 2024 des Bundesrates ist es, das nachhaltig nutzbare Holznutzungspotenzial unter Berücksichtigung der standörtlichen Bedingungen auszuschöpfen.
Entwicklung der Holzernte
Die jährliche Nutzungsmenge beträgt für die Periode 1985-2024 im Durchschnitt rund 5 Millionen Kubikmeter Holz (Quelle: Jahrbuch Wald & Holz 2025). Nadelholz und Laubholz werden unterschiedlich stark genutzt. Die hohe Nachfrage nach Nadelholz führt zu einer mehr als zweimal stärkeren Nutzung als beim Laubholz. Folgende Holzsortimente werden verkauft: Stammholz für die Sägewerke (49%), Industrieholz für Papierfabriken und Holzplattenwerke (10%) und Waldenergieholz für Holzfeuerungen (44%). Seit 2005 gibt es eine Sortimentsverschiebung, wobei der Anteil an Energieholz immer mehr zunimmt und sich die Mengen an Stammholz und Industrieholz verringern.

In drei der fünf grössten Waldkantone nach Waldfläche nahm die Holzernte im Berichtsjahr zu (Bern (+8,2%), Wallis (+37,3%), Tessin (+15,1%)). Rückläufige Erntemengen wurden dagegen in Graubünden (–5,5%) und Waadt (–3,4%) verzeichnet. Mit 0,96 Millionen Kubikmetern führt der Kanton Bern die Rangliste der grössten Waldholzproduzenten an. Es folgen die Kantone Waadt (0,43 Mio. m³), Zürich (0,37 Mio. m³), Graubünden (0,35 Mio. m³) und Aargau (0,34 Mio. m³). Das genutzte Holz stammt zu rund zwei Dritteln aus Wäldern von öffentlich-rechtlichen Waldeigentümern wie Gemeinden und Korporationen. Ein Drittel der Holzernte stammt aus Privatwald.
Details zur Entwicklung der Holzernte in der Schweiz:
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Der Verkauf von Holz ist die Haupteinnahmequelle der Schweizer Forstbetriebe und bringt Einnahmen von rund 188 Millionen Franken pro Jahr (42% der Gesamteinnahmen). Bestimmend für die Holznutzung und die Holzverwendung sind Produktionskosten und Erlöse. Die Preise sind abhängig von natürlichen Ereignissen (wie Stürme) sowie von den internationalen Märkten und der jeweiligen Konjunkturlage. Dem stehen die Lohnkosten als grösster Ausgabenposten der Forstbetriebe gegenüber. Holzerlöse und Lohnkosten haben sich seit den 1980er Jahren gegenläufig entwickelt: Während die Rohholzpreise bei Fichte/Tanne in den letzten Jahrzehnten von rund 250 auf 100 CHF/m3 deutlich sanken, stiegen die Lohnkosten kontinuierlich.