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Veröffentlicht am 17. September 2026

InfoTracer: Zentrale Koordinationsstelle für Markierversuche

Im Rahmen von InfoTracer koordiniert, zentralisiert und archiviert das BAFU Informationen zu Markierversuchen im Grund- und Oberflächenwasser der Schweiz.

Markierversuche stellen eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden in der angewandten Hydrogeologie dar. Dabei wird ein Markierstoff (Tracer) ins Wasser eingegeben, welcher noch bei starker Verdünnung nachweisbar ist. Dadurch lassen sich die Fliesswege im Untergrund und der Austausch zwischen Grund- und Oberflächenwasser verfolgen. Markierstoffe werden auch für Abflussmessungen in Oberflächengewässern oder zur Kontrolle von Infrastruktur wie Wasser- und Abwasserleitungen eingesetzt.

Ziel von InfoTracer

Bei Markierversuchen handelt es sich um die gewollte Eingabe von künstlichen oder natürlichen Stoffen in den Wasserkreislauf. Daher ist besondere Achtsamkeit geboten. Die Koordinationsstelle InfoTracer stellt sicher, dass die relevanten Informationen zu den gemeldeten Eingaben von Markierstoffen verfügbar sind. Mögliche Auswirkungen werden minimiert, indem:

  • die zuständigen kantonalen Behörden informiert sind und bei Bedarf eine Koordination mit der den Versuch durchführenden Stelle erfolgen kann,
  • die Metadaten zu den gemeldeten Versuchen für einen späteren Zugriff zentral zur Verfügung stehen,
  • über die korrekte Verwendung von Markierstoffen im Grundwasser und Oberflächenwasser informiert wird.

InfoTracer dient der Koordination von Markierversuchen, die Resultate der Versuche werden nicht erfasst.

Das System lebt von der aktiven Teilnahme aller Beteiligten. Die Meldung eines Markierversuchs ist kostenlos.

Aktuelle und archivierte Markierversuche

Die Karte zeigt aktuelle Versuche der letzten und der kommenden sechs Monate sowie alle älteren Versuche, die in der InfoTracer-Datenbank erfasst sind. Sie unterstützt insbesondere die verantwortlichen Stellen bei der Versuchsplanung. Mithilfe der Darstellung aktueller Tracer-Eingaben sollen Überschneidungen zwischen verschiedenen Versuchen verhindert werden. Gleichzeitig ermöglicht die Karte das Abrufen von Informationen zu vergangenen Versuchen. Die Karte wird täglich aktualisiert.

Meldung von Markierversuchen

Die Verantwortlichen für die Eingabe von Markierstoffen (private Büros, Forschungseinrichtungen, Behörden etc.) sind aufgefordert, die Versuche frühzeitig – mindestens zwei Wochen vor der Eingabe – bei InfoTracer zu melden.

Dies betrifft:

  • Markierversuche im Grundwasser
  • Abflussmessungen im Oberflächengewässer
  • Kontrollen von Infrastruktur

Um Überschneidungen mit anderen Versuchen zu vermeiden, sollen auch Infrastrukturkontrollen mit Markierstoffen gemeldet werden. Fluoreszenzstoffe sollen dabei nur ausnahmsweise eingesetzt werden. Stattdessen eignen sich Lebensmittelfarbe, Randensaft oder ähnliche umweltverträgliche, färbende Stoffe. So lassen sich Interferenzen mit hydrogeologischen Markierversuchen minimieren.

Die Meldung eines Markierversuchs erfolgt über das folgende Webformular:

Kontakt:

Übersicht Markierversuche und eingesetzte Markierstoffe

Seit der Inbetriebnahme von InfoTracer im Jahr 1984 werden im Durchschnitt jährlich rund 110 Versuche mit jeweils zwei bis drei Markierstoff-Eingaben gemeldet. Die drei am häufigsten verwendeten Markierstoffe sind Uranin, Eosin und Naphthionat.

Weiterführende Informationen

InfoTracer

Koordinationsstelle für Markierversuche
Bundesamt für Umwelt BAFU
Sektion Hydrogeologische Grundlagen

InfoTracer