Kreislaufwirtschaft umsetzen
Natürliche Ressourcen schonen, Produkte und Materialien im Kreislauf halten – wie geht das konkret? An dieser Stelle finden Sie konkrete Beispiele und weiterführende Informationen für Unternehmen, Behörden und für den Alltag.
Kreislaufwirtschaft für Unternehmen & Branchen
Kreislaufwirtschaft kann einzelnen Unternehmen aber auch ganzen Branchen helfen, Abfälle zu vermeiden, Prozesse zu optimieren, die Versorgungssicherheit zu stärken, wettbewerbsfähig zu bleiben und Klimaziele zu erreichen.
Die Wirtschaft selbst hat viele Möglichkeiten, Kreislaufwirtschaft umzusetzen: von der Wahl der Materialien über das Design und das Bereithalten von Ersatzteilen bis hin zum Angebot von Dienstleistungen und der Verwendung von Rezyklat – um nur einige Varianten zu nennen. Es gibt drei wesentliche Handlungsbereiche:
Ein grosser Hebel entsteht durch die Zusammenarbeit entlang ganzer Wertschöpfungsketten und über Branchen-Grenzen hinweg. Branchenübergreifende Initiativen können wichtige Grundsteine legen, z.B. wenn es um den Aufbau von neuen Verwertungssystemen oder die Skalierung von guten Ansätzen oder Vernetzung geht. Aber auch einzelne innovative Unternehmerinnen und Unternehmer können durch eine konsequente Verfolgung von ressourcenschonenden und zirkulären Strategien viel bewirken, die Lieferkette beeinflussen und andere inspirieren.
Unterstützungsmassnamen für Unternehmen und Branchen können den Wandel anstossen und beschleunigen – auch da sind sich Wissenschaft und Praxis einig. Das BAFU publiziert deswegen regelmässig neue Studienresultate, tauscht sich mit der Branche aus, bietet Umsetzungs- und Finanzhilfen in den Bereichen Umwelttechnologieförderung und Berufsbildung.
Studien:
Studie: 11 Erfolgsgeheimnisse für Schweizer KMU
Umsetzungshilfen:
Produktumweltinfo
Austausch:
Kooperation Regiosuisse
Mitarbeit in Vereinigungen zur Förderung von Kreislaufwirtschaft «Go for Impact»
Förderung:
Umweltbildung
Förderung für Schweizer Projekte
Überblick Innovationsförderung
Kreislaufwirtschaft für öffentliche Verwaltung
Neben unterstützenden Massnahmen sind wichtige Aufgaben der Behörden die Umsetzung politischer Aufträge sowie die Ausarbeitung von Rahmenbedingungen und deren Vollzug. Wenn Daten erhoben werden, müssen Behörden die Transparenz und Vergleichbarkeit gewährleisten. Darüber hinaus haben Behörden als Auftraggeber Hebel, um Impulse für Kreislaufwirtschaft zu setzen, z. B. im Bauwesen, bei der Gestaltung öffentlicher Flächen, im Bereich der öffentlichen Beschaffung, bei der Organisation von Veranstaltungen oder der Verpflegung.
Gleichzeitig kann die öffentliche Verwaltung Vorbild sein und durch ihr Handeln zeigen, wie Kreislaufwirtschaft konkret aussieht.
Kreislaufwirtschaft im Alltag
Wir alle können die Kreislaufwirtschaft durch bewussten Konsum stärken. Am Anfang steht die Frage: Braucht es ein neues Produkt?
In der Folge beeinflussen wir mit unseren Kaufentscheiden, welche Produkte hergestellt und angeboten werden. Bevorzugen wir langlebige, wiederverwendbare und reparierbare Materialien, Güter und Verpackungen, stärkt das Geschäftsmodelle, die auf Qualität setzen.
Die grössten Umweltbelastungen durch unseren Konsum entstehen in den Bereichen Ernährung & Landwirtschaft, Bauen & Wohnen sowie Mobilität. Mit Kreislaufwirtschaft können wir in allen Bereichen einen wichtigen Beitrag leisten. Im Bereich Ernährung & Landwirtschaft beispielsweise, indem wir Lebensmittelverluste vermeiden und Pflanzen, Tiere sowie Milch möglichst vollständig nutzen («Nose-to-Tail» oder Produkte aus Molke). Im Bereich Wohnen & Bauen spielt der Wohnflächenbedarf eine wichtige Rolle und kann beispielsweise durch Wohnungen, die sich leicht an unterschiedliche Lebenssituationen und Bedürfnisse anpassen lassen, verringert werden. Bei der Mobilität stehen vielerorts Car-Sharing-Angebote zur Verfügung und mit Langsamverkehr, wie Velos und E-Bikes, kann gleichzeitig etwas für die Umwelt und die Gesundheit getan werden.
Es gibt zahlreiche weitere Möglichkeiten, Kreislaufwirtschaft zu stärken: Repair Cafés unterstützen dabei, Gegenstände zu reparieren, statt zu ersetzen. Miet- und Vermietplattformen ermöglichen die gemeinsame Nutzung von Produkten. Auch Online-Plattformen für den Kauf und Verkauf gebrauchter Gegenstände fördern die Wiederverwendung und verlängern die Lebensdauer von Produkten.
In einer Kreislaufwirtschaft sind die Verbrauchenden aber mehr als reine KonsumentInnen. Sie sind aktive GestalterInnen der Kreisläufe. Durch Pflege, Reparatur, Weitergabe, gemeinschaftliche Nutzung von Produkten und sachgerechte Rückführung von Materialien am Lebensende formen sie Stoffkreisläufe mit. Hier wird Kreislaufwirtschaft praktisch wirksam – jenseits von Markt und Politik.
Das BAFU trägt durch Information und Sensibilisierung dazu bei, dass die Schweizer Bevölkerung aufgeklärt entscheiden und teilhaben kann.
Weiterführende Informationen
Reparaturführer: Reparieren statt wegwerfen
Repair Café: Gemeinsam defekte Dinge reparieren
Swiss Environment & Energy Innovation Monitor
Nationales Forschungsprogramm NFP 73 Nachhaltige Wirtschaft: Kreislaufwirtschaft
Magazin «die umwelt» 4/2019 - Nichts geht verloren. Wie Kreislaufwirtschaft für Umwelt und Unternehmen gut sein kann