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Veröffentlicht am 4. August 2026

Kreislaufwirtschaft verstehen

Ziel einer Kreislaufwirtschaft ist es, Ressourcen schonend zu nutzen. Dabei geht es um mehr als Recycling, denn es ist ein ganzheitlicher Ansatz. Kreislaufwirtschaft hat den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Materialien im Blick: von der Energie- und Rohstoffgewinnung, Energieverbrauch über Design zu Produktion und Distribution eines Produkts, der möglichst langen Nutzung bis hin zur Wiederverwendung von Gegenständen und dem Recycling der Materialien. Damit Produkte und Materialien im Kreislauf verbleiben, braucht es ein Umdenken aller Akteure und Akteurinnen.

Die heutige Wirtschaft beruht meist auf einem Prozess, der Ressourcen verbraucht, Produkte herstellt, nutzt und Abfall erzeugt. Das führt zu Rohstoffverbrauch, Emissionen, grossen Abfallmengen und damit verbundenen Umweltbelastungen.

Die Kreislaufwirtschaft will die Auswirkungen unseres Ressourcenverbrauchs auf die Umwelt reduzieren: auf Klima, Böden, Wasser, Luft und Biodiversität. Darum stehen ein bewusster Verbrauch und eine möglichst effiziente Nutzung im Zentrum. Bei der Verlängerung des Lebenszyklus von Materialien und Produkten helfen verschiedene Strategien.

Die Kreislaufwirtschaft will die Auswirkungen unseres Ressourcenverbrauchs auf die Umwelt reduzieren: auf Klima, Böden, Wasser, Luft und Biodiversität. Darum stehen ein bewusster Verbrauch und eine möglichst effiziente und lange Nutzung im Zentrum. Bei der Verlängerung des Lebenszyklus von Materialien und Produkten helfen verschiedene Strategien.

Ziele der Kreislaufwirtschaft

Ressourcen schonen durch …

  • … lange Nutzung von Materialien und Produkte
  • … Senken des Energieverbrauchs
  • … Einsatz erneuerbarer Energien
  • … Verwendung nachhaltiger, nicht giftiger Rohstoffe
  • … bewussten Konsum

Kreislaufwirtschaft setzt an, bevor Ressourcen überhaupt benötigt werden. Am Anfang stehen Fragen wie diese: Braucht es ein neues Produkt? Kann ein Bestehendes wiederverwendet oder wiederaufbereitet werden? Braucht es für das Produkt neue Rohstoffe oder können sie aus einem bestehenden Produkt zurückgewonnen werden? Wie kann ein Produkt gestaltet werden, damit es lange und effizient verwendet werden kann?

Um gewohnte Prozesse neu zu denken, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Wege zu mehr Kreislaufwirtschaft

Ökodesign – Produkte neu denken. Wie lässt sich ein Produkt so gestalten, dass es lange hält, einfach zu reparieren ist und Materialen wieder verwertet werden können?

Das Ziel der Ressourcenschonung wird systematisch und von Beginn an in Planung, Entwicklung und Gestaltung von Produkten einbezogen. So können später Kosten gespart und die Umwelt geschont werden.

Produkte im Kreislauf halten – teilen, wiederverwenden, reparieren und wiederaufbereiten

Um Produkte lange nutzen und so lange wie möglich verwenden zu können, bieten sich folgende zirkulären Strategien an.

  • Teilen: Produkte zusammen mit anderen nutzen, entweder indem sie für den Gebrauch gemietet oder anderen zur Verfügung gestellt werden (z.B. Bibliothek, Carsharing, Sportausrüstung mieten, Werkzeuge ausleihen oder der Maschinenring in der Landwirtschaft)
  • Wiederverwenden: Produkte anderen Nutzenden zur Verfügung stellen, wenn persönlich kein Bedarf mehr besteht (z. B. Kleidung weitergeben oder Gebrauchsgegenstände über Tauschbörsen, Onlineplattformen und Brockenstuben weiterverkaufen sowie Verpackung wiederverwenden)
  • Reparieren: defekte Produkte wieder funktionstüchtig machen (z. B. Waschmaschine reparieren oder Schuhe neu besohlen)
  • Wiederaufbereiten: veraltete und abgenutzte Produkte wieder Instand setzen oder Teile davon weiter nutzen (z. B. Sitzkissen des Bürostuhls neu polstern, Tisch abschleifen, Batterie ersetzen, Laptop updaten).

Aus Umweltsicht ist es fast immer besser, Produkte möglichst lange zu nutzen, da auch Recycling wegen des Verbrauchs von Energie, Wasser oder Chemikalien umweltbelastend ist. Ausserdem können nicht alle Materialien unendlich oft rezykliert werden.

Materialien im Kreislauf halten – Recycling

Erst wenn sich ein Produkt nicht mehr länger nutzen lässt, wird es dem Recycling zugeführt, um das Material stofflich zu verwerten (rezyklieren). Je sauberer und sortenreiner Materialien gesammelt werden, desto mehr kann rezykliert werden und desto höher ist die Qualität der daraus gewonnenen Sekundärrohstoffe.

Recycling ist ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit, Produkte möglichst lange zu nutzen und Abfall zu vermeiden. Denn nicht alle Materialien lassen sich unbegrenzt oder ohne Qualitätsverlust rezyklieren. Trotzdem kann Recycling in vielen Fällen wesentlich dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten.

Nicht jede Strategie ist in jedem Kontext ökologisch sinnvoll. So kann Recycling und die Aufbereitung gewisser Materialien mit den heutigen Technologien einen höheren Ressourcen- und Energieverbrauch verursachen als die Verwendung von Primärrohstoffen. Was ökologisch tatsächlich Sinn macht, kann in der Kreislaufwirtschaft mittels Ökobilanzen evaluiert werden.

Ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Vorteile

Kreislaufwirtschaft hat das Potenzial, ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.

  • weniger Bedarf an knapp werdenden oder schwer zugänglichen Rohstoffen
  • weniger Emissionen (z. B. Treibhausgase, Giftstoffe, etc.), und dadurch Schutz von Klima, Biodiversität, Böden, Wasser und Luft
  • weniger Abfall
  • mehr Wertschöpfung im Inland (z. B. Arbeitsplätze)
  • weniger globale Abhängigkeit und mehr Resilienz der Schweizer Wirtschaft
  • gesunde Lebensgrundlage erhalten

Kreislaufwirtschaft schont also nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie von Unternehmen und Konsumenten und Konsumentinnen. Sie eröffnet neue Möglichkeiten für Innovation und Nachfrage an Qualität – zwei Kernkompetenzen der Schweizer Wirtschaft. In Zeiten von Unsicherheiten und Lieferengpässen kann Kreislaufwirtschaft die Importabhängigkeit der Schweiz verringern.