Pilotprogramm – Phase I
Die erste Phase des Pilotprogramms lief von 2013 bis 2017. Sie umfasste 31 Projekte zu fünf Themenbereichen.
Bereits in der ersten Phase leistete das Pilotprogramm einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Anpassungsstrategie des Bundesrates. Die beteiligten Kantone, Regionen, Gemeinden, Verbände, Unternehmen und Forschungseinrichtungen zeigten in fünf Themengebieten auf, wie sich konkrete Schritte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels umsetzen lassen.
Umgang mit lokaler Wasserknappheit
Obwohl die Schweiz über sehr grosse Wasserressourcen verfügt, ist in Zukunft vermehrt und verstärkt mit Wasserknappheitssituationen zu rechnen. Die Klimamodelle sagen vor allem für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts für die ganze Schweiz eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge voraus. Längere Trockenperioden dürften häufiger auftreten. Diese Veränderungen wirken sich auf sämtliche Wassernutzer aus. In kleinen und mittleren Einzugsgebieten kann es bei lang anhaltender Trockenheit zu Konkurrenzsituationen kommen.
Umgang mit Naturgefahren
Als Folge der veränderten Niederschlagsverhältnisse werden häufigere Hochwasserereignisse erwartet. In den Alpen führen die Gletscherschmelze und das Auftauen des Permafrosts zu einer Abnahme der Hangstabilität. Die Wahrscheinlichkeit von Hangrutschungen wird durch die mögliche Zunahme von Starkniederschlägen und den Anstieg der Schneefallgrenze erhöht. Das steigende Hochwasserrisiko und die Zunahme von Massenbewegungen können Siedlungen, Verkehrswege, Infrastrukturen und landwirtschaftliche Nutzflächen gefährden.
Management von Ökosystem-Veränderungen und Landnutzung
Die Temperatur- und Niederschlagsänderungen beeinflussen die Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten, ihre Lebensräume und die Biodiversität. In der Landwirtschaft werden sich Produktionspotenzial und Anbaueignung von Kulturpflanzen verändern. Weiterhin begünstigt der Klimawandel die Ausbreitung von Schadorganismen und invasiven gebietsfremden Arten. Auch die Gesundheit von Mensch und Tier kann durch das Auftreten von neuen Krankheitserregern, deren Wirten und Vektoren gefährdet werden.
Klimaangepasste Stadt- und Siedlungsentwicklung
Die Städte und Agglomerationen sind vom Klimawandel besonders betroffen. Die klimatischen Effekte werden durch stadtspezifische Gegebenheiten verstärkt. Spezielle Herausforderungen entstehen durch häufigere und längere Hitzewellen, die für alte, kranke und pflegebedürftige Personen sowie Säuglinge lebensbedrohend sein können. Hitze und Trockenheit können zudem die Biodiversität im urbanen Raum beeinträchtigen.
Wissenstransfer und Governance
Eine effektive Anpassung bedingt, dass die Betroffenen über die Folgen des Klimawandels informiert sind. Darüber hinaus müssen sie in der Lage sein, angemessene Massnahmen zu erörtern, zu planen und umzusetzen. Entscheidend sind ein koordiniertes Vorgehen und die Zusammenarbeit der Akteure. Hierzu mangelt es an geeigneten Strukturen, Steuerungsprozessen und Instrumenten auf Ebene der Kantone und Regionen.
Inhaltsverzeichnis
Impulse für eine klimaangepasste Schweiz - 2017
Erkenntnisse aus 50 Projekten aus der zweiten Phase des Pilotprogramms Anpassung an den Klimawandel
