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Veröffentlicht am 18. November 2019

Struktur und Morphologie der Seeufer

Die Ufer von Seen sind wertvolle Übergangslebensräume zwischen Wasser und Land. Doch viele Seeufer in der Schweiz sind in einem schlechten Zustand – verbaut mit Mauern, Hafenanlagen oder Befestigungen. Die Kantone planen, diese Ufer wieder naturnäher zu gestalten.

In den Uferzonen leben besonders viele verschiedene Pflanzen und Tiere. Natürliche Ufer mit Schilf und flachen Zonen bieten Unterschlupf und Schutz für Fische, Vögel, Frösche und Insekten. Sie verbinden verschiedene Lebensräume miteinander.

Von untersuchten Seeufern in der Schweiz mit einer Gesamtlänge von 1480 Kilometern sind rund 60 Prozent stark verbaut. Ufermauern und Befestigungen stören den wertvollen Übergang von Wasser zu Land und verhindern, dass Schilf wachsen kann; Wellen werden zurückgeworfen, statt sanft auszulaufen. Dadurch gibt es weniger Lebensraum und weniger Tier- und Pflanzenarten.

Naturnahe Seeufer fördern die Artenvielfalt, ermöglichen das Aufkommen von Schilf und verbinden Land- und Wasserlebensräume. Revitalisierungen stellen die natürliche Uferdynamik wieder her und stärken die Widerstandskraft der Ökosysteme gegenüber dem Klimawandel.

Die Kantone sind verpflichtet, Seeufer-Revitalisierungen vorzunehmen. Sie setzen den Fokus auf Projekte, deren Nutzen für Natur und Landschaft im Verhältnis zum voraussichtlichen Aufwand hoch ist

Die kantonalen Planungen von 2022 sehen über 350 Vorhaben für die kommenden 20 Jahre vor. An insgesamt 160 Kilometern Seeufer sollen Verbauungen entfernt und Strukturen verbessert werden. Der Bund unterstützt die Projekte mit Subventionen von 35 bis 65 Prozent der Gesamtkosten.

Beurteilungsmethoden und Zustandsanalyse für Seeufer

Im Rahmen des Konzepts für die Untersuchung und Beurteilung der Seen in der Schweiz innerhalb des Modul-Stufen-Konzepts ist ein Modul zur Beurteilung der Seeufermorphologie verfügbar. Die Datenerhebung wird durch das BAFU seit 2016 finanziell unter dem Dach der Programmvereinbarungen im Umweltbereich unterstützt.

Technische Hilfestellungen zur Methode für die Untersuchung der Ökomorphologie der Seeufer

Weiterführende Informationen