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Kunststoffe

Der Verbrauch von Kunststoffen steigt, damit entstehen auch immer mehr Kunststoffabfälle. Die öffentliche Hand prüft zusammen mit Kunststoffherstellern und –recyclern und mit dem Detailhandel welche anderen Entsorgungsoptionen ökologisch und kostengünstig sind. Nicht alle Kunststoffabfälle sind sinnvoll stofflich zu verwerten.


Kunststoffe machen laut der letzten Untersuchung des BAFU (2003) rund 15% des Haushaltkehrichts aus. Dieser Anteil ist steigend, weil einerseits mehr Kunststoffe verbraucht werden und weil andererseits immer mehr Wertstoffe wie Papier, Glas, Alu, PET-Getränkeflaschen, Grüngut etc. separat gesammelt werden und somit aus dem Kehrichtsack verschwinden.

Verbrauchszahlen

2010 wurden in der Schweiz ca. 1‘000‘000 Tonnen oder 125 kg Kunststoffe pro Kopf verbraucht. Etwa ein Drittel davon sind Verpackungskunststoffe und etwa ein Viertel sind Baukunststoffe.

Die wichtigsten Kunststoffsorten sind:

  • PE Polyethylen (26%),
  • PP Polypropylen (16%)
  • PVC Polyvinylchlorid (15%).

Daneben existiert eine Vielzahl anderer Kunststoffe.

Sammlung und Verwertung

Aktuell werden etwa 90‘000 Tonnen der jährlich anfallenden ca. 780‘000 t Kunststoffabfälle stofflich verwertet. Rund 250‘000 t bleiben als Produkte im Gebrauch (Zwischenlager).

Die existierenden Sammelsysteme (PET-Getränkeflaschen, Alu, Stahlblech, etc.) in der Schweiz sind so ausgelegt, dass ein Recycling ohne Sortierung möglich ist, bzw. es werden nur Fremdstoffe aussortiert. Dies ermöglicht einerseits ein kostengünstiges Recycling, verlangt aber, dass der/die Konsument/in die Abfälle sortenrein trennen kann.

Ein Unterschied besteht zwischen Kunststoffabfällen aus Haushalten und Kunststoffabfällen aus Industrie und Gewerbe. Letztere fallen tendenziell in grösseren Mengen, meist sortenrein und z.T. sauber an, was zur Folge hat, dass sie für die stoffliche Verwertung oft besser geeignet sind (z.B. Wickelfolien).

Zurzeit werden aus Haushalten flächendeckend nur PET-Getränkeflaschen separat gesammelt. Daraus können wieder Getränkeflaschen oder auch Textilien hergestellt werden. Einige Grossverteiler bieten auf freiwilliger Basis auch eine Sammlung von PE-Milchflaschen an. Aus dem gesammelten Material werden vorwiegend Kabelschutzrohre und -abdeckungen hergestellt.

Das Recycling von Kunststoffen ist vor allem dann sehr aufwändig und teuer, wenn sie umfassend sortiert und gereinigt werden müssen. Dies ist der Fall, wenn alle Kunststoffe gemischt gesammelt und erst anschliessend sortiert werden, wie in einigen Nachbarländern.

Es existieren in der Schweiz regionale Versuche von Sammlungen gemischter Kunststoffe aus Haushalten. Die Kosten für Sammlung, Transport und Sortierung sind aber sehr hoch, ausserdem sind zurzeit für diese Art von Kunststoffabfällen kaum Abnehmer zu finden. Aus diesem Grund empfiehlt das BAFU den Gemeinden, mit einer Sammlung von gemischten Kunststoffabfällen aus Haushalten noch zu warten.

Informationen zu Sammlung und Verwertung von PET-Getränkeflaschen:

Untersuchungen zum Ausbau des Kunststoffrecycling

Um zu prüfen, ob es sich ökologisch und volkswirtschaftlich lohnen würde, zusätzliche geeignete Kunststoff-Fraktionen (z.B PE, PP, etc.) für die Verwertung separat zu sammeln, führt das BAFU gemeinsam mit weiteren Akteuren Studien hinsichtlich Potenzialen, Ökoeffizienz und Machbarkeit durch (siehe unten: Runder Tisch Kunststoffrecycling).

Das BAFU hat zudem eine Ökoeffizienzstudie zum Recycling von PE-Folien aus Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft in Auftrag gegeben. Darin soll untersucht werden, ob aus dem Recycling von grossen Kunststofffolien ein bedeutender ökologischer Gewinn resultiert, ob es volkswirtschaftlich tragbar ist und ob ein Ausbau der aktuellen Sammlungen sinnvoll und machbar ist.

Runder Tisch zu Kunststoffrecycling

Der Runde Tisch Kunststoffrecycling Schweiz besteht aus Interessenvertretern von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden, des Detailhandels und der Branche. Er wurde im Frühling 2010 ins Leben gerufen, um der Forderung nach mehr Kunststoffrecycling in der Schweiz nachzugehen.

Eine Gruppe von Vertretern hat gemeinsam eine mehrteilige Studie in Auftrag gegeben, um damit bei geeigneten Kunststofffraktionen den ökologischen Nutzen, die Kosten, die Umsetzbarkeit der stofflichen Verwertung sowie die Vor- und Nachteile gegenüber der thermischen Nutzung zu klären.

 PDF
Projekt «Kunststoff-Verwertung Schweiz»
Bericht Module 1 und 2. Im Auftrag des BAFU
01.03.2011 | 1818 KB | PDF

 PDF
Bericht "Ökologischer Nutzen des PE-Folien-Recyclings Schweiz (Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe)"
inkl. Zusammenfassung auf deutsch und französisch
01.01.2012 | 1520 KB | PDF

Die Module 3 und 4 des Projektes «Kunststoff-Verwertung in der Schweiz» befinden sich noch in Arbeit.


Kontakt: waste@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 01.09.2015

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Studien

 PDF

Bericht Module 1 und 2. Im Auftrag des BAFU
01.03.2011 | 1818 KB | PDF
 PDF

04.10.2011 | 26 KB | PDF
 PDF

inkl. Zusammenfassung auf deutsch und französisch
01.01.2012 | 1520 KB | PDF

Parlamentarische Geschäfte

Weitere Informationen



http://www.bafu.admin.ch/abfall/01472/01483/index.html?lang=de