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Bei Aushubmaterial handelt es sich um Abfälle, die hauptsächlich aus Fels und Erdreich bestehen und die beim Bau von Infrastrukturen (Tunnels, Unterführungen usw.) und von Gebäuden anfallen. Auch im Wasserbau - beispielsweise bei der Aufwertung von Fliessgewässern, beim Ausbaggern von Rückhaltebecken oder beim Entleeren von Hochwasserschutzbauten - entstehen bedeutende Mengen Aushubmaterial. Schliesslich können auch Naturkatastrophen wie Felsstürze, Lawinen und Erdrutsche enorme Mengen solcher Materialien zutage fördern. Aushubmaterial kann verschmutzt sein, insbesondere wenn es von Grabungsarbeiten auf Industriegeländen oder ehemaligen Deponien stammt.
Über Aushubmaterialmengen gibt es nur wenige Daten, denn gegenwärtig besteht keine gesetzliche Erhebungspflicht . Anhand der Überlagerung verschiedener Daten lässt sich die anfallende Menge jedoch auf rund 40 Millionen Kubikmeter pro Jahr schätzen, was einem Volumen von etwa 15 Cheops-Pyramiden entspricht. Damit stellt mengenmässig Aushubmaterial den bedeutendsten Abfallfluss in der Schweiz dar. Nur ein geringer Anteil von 5 bis 10 Prozent ist verschmutzt. Mit der Zunahme der Unterirdische Bauten und der Verkehrsinfrastrukturen sowie angesichts der verstärkten Erosion in Berggebieten dürften die neu entstehenden Mengen an Aushubmaterial in Zukunft noch steigen.
Unverschmutztes Aushubmaterial wird zum überwiegenden Teil zur Wiederauffüllung von Kiesgruben und anderen Entnahmestellen verwendet, um die ursprüngliche Geländeform wieder herzustellen. Ein geringer Teil des unbelasteten Materials wird zu Schotter verarbeitet und auf der entsprechenden Baustelle selbst (z. B. zum Aufschütten von Gruben) oder bei der Umgebungsgestaltung (Schallschutzböschungen, Dämme, hügelige Pärke usw.) eingesetzt. Der Rest wird in Deponien abgelagert.
In einigen Regionen dürften sich jedoch die Entsorgungskapazitäten in Deponien und Kiesgruben bald verknappen. Aus diesem Grund muss mehr Aushubmaterial verwertet werden, und zwar nach Möglichkeit am Entstehungsort beziehungsweise in der näheren Umgebung, um die Transporte auf ein Minimum zu beschränken. Es gilt also, bereits in der Planungsphase grosser Bauvorhaben die Frage zu klären, was mit dem Aushubmaterial geschehen soll.
Einige Verwendungsbeispiele in der Schweiz zeigen, dass originelle und innovative Lösungen zur Verwertung von Aushubmaterial vorliegen. Eine Beschreibung dieser Beispiele findet sich in einer Studie, die von der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) im Auftrag des BAFU durchgeführt wurde. Darüber hinaus erörtert die Studie weitere Formen der Wiederverwendung von Aushubmaterial.
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