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Littering

Littering bezeichnet das Wegwerfen oder Liegenlassen kleiner Mengen Siedlungsabfall, ohne dabei die bereitstehenden Entsorgungsstellen zu benutzen. Littering ist ein Ärgernis für alle und generiert hohe Kosten. Die Ursachen sind vielfältig, zum Beispiel veränderte Konsum- und Ernährungsgewohnheiten oder das Freizeitverhalten. Littering ist ein gesellschaftliches Problem und lässt sich nur im Verbund mit allen Beteiligten lösen.

Littering
Herumliegender Abfall stört uns alle und überall, sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum.
© Fotoagentur Ex-Press AG

Die Ursachen für Littering sind vielfältig. Der öffentliche Raum, aber auch die freie Natur, wird zum mobilen Raum. Viele Aktivitäten verlagern sich aus dem privaten Bereich in die Öffentlichkeit, wie beispielsweise am Mittag das Picknick auf der Parkbank oder am Abend das gemütliche Beisammensein am Seeufer.

Ein weiterer Grund findet man in der geringen sozialen Kontrolle im öffentlichen Raum, das heisst, Anonymität erhöht die Wahrscheinlichkeit des Litterings. Ein Phänomen, das durch Gruppeneffekte verstärkt werden kann. Die persönliche Werthaltung trägt wesentlich zum Littering bei. Dinge, die einen Wert haben, werden nicht zurückgelassen und Orte, zu denen ein eine persönliche Verbindung besteht, werden weniger verschmutzt.

Es wird auch nicht überall und zu jeder Zeit gleich viel gelittert. An lauen Sommernächten in Erholungszonen wird mehr gelittert als an Plätzen mit Durchganscharakter. Kurz: Die Ursache liegt im Verhalten des Menschen.

Auswirkungen

Die Auswirkungen des Litterings lassen sich in drei Kategorien aufteilen: ästhetische, ökologische und ökonomische Auswirkungen.

Ästhetische Auswirkungen: Sauberkeit ist ein wesentlicher Bestandteil und wichtiger Aspekt für die Lebensqualität der Bevölkerung und das Image einer Stadt oder eines anderen öffentlichen Raumes. Littering ist eine optische Belästigung und beeinträchtigt somit die Qualität eines Lebensraumes.

Ökologische Auswirkungen: Gelitterte Materialien lassen sich nicht in Stoffkreisläufe zurückführen und werden somit der Wiederverwertung entzogen. Es müssen neue Ressourcen mit all den damit einhergehenden Umweltauswirkungen gewonnen und verarbeitet werden. Littering ist ebenfalls eine Gefährdung für Tiere und Pflanzen.

Ökonomische Auswirkungen: Littering ist teuer. Die Reinigungskosten belaufen sich jährlich auf CHF 200 Millionen, 75%im öffentlichen Raum. Zusätzlich fallen hohe Kosten für Präventionsmassnahmen und Aufklärungskampagnen an. Im erweiterten Sinne gibt es auch sozioökonomische Schäden zum Beispiel für den Tourismus.

Massnahmen

Littering kann nur wirkungsvoll bekämpft werden, wenn verschiedene Massnahmen kombiniert und gezielt ergriffen werden. Die grösste Wirkung zeigen Massnahmen, die beim Verhalten des Menschen ansetzen. Der kontinuierliche Massnahmen-Mix ist entscheidend.

Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung: Dies kann über Werbeplakate, Inserate, Anti-Littering-BotschafterInnen oder gemeinsam organisierte Putz-Aktionen in den Gemeinden und Quartieren geschehen. Bei der Interessengemeinschaft für Umwelt IGSU können gratis Plakate bestellt oder IGSU-BotschafterInnen gebucht werden.

Information und Bildung: Der Aufbau von umweltbezogenem Wissen und konkreten Handlungskompetenzen ist vor allem bei jungen Menschen sehr wichtig. Verschiedene Organisationen bieten Unterrichtsmaterial oder Schulbesuche an, um den Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu zeigen.

Sanktionen: Sensibilisierungs- und Informationsarbeit ist sinnvoll, zeigt aber nicht immer und nicht bei allen Bevölkerungsgruppen die gewünschte Wirkung. Deshalb wurde in einigen Kantonen und Städten die gesetzliche Grundlage für eine Littering-Busse geschaffen. Andere Städte verzichten bewusst auf Bussen, da diese Sanktion in der Realität nicht umsetzbar sei. Zurzeit wird im Parlament die Einführung einer einheitlichen nationalen Littering-Busse diskutiert.

Zuständigkeit

Die Kantone, Gemeinden und Städte sind verantwortlich für Sauberkeit. Dazu zählt sowohl das Bereitstellen der notwendigen Infrastruktur als auch Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Für die Evaluation und das Monitoring der Sauberkeit in Städten und Gemeinden hat die Kommunale Infrastruktur (SSV/KI) einen Sauberkeitsindex ausgearbeitet.

Das BAFU nimmt eine beratende und unterstützende Rolle zwischen den verschiedenen kantonalen, kommunalen und privatwirtschaftlichen Akteuren wahr.

Best Practice Sharing: Das BAFU ist zuständig für das Aufbereiten und Teilen von Wissen und entwickelt Vereinbarungen zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaft für Anti-Littering-Massnahmen wie beispielsweise die Vereinbarung zwischen Gratiszeitungen und Gemeinden.

Runder Tische: Das BAFU hat einen Runden Tisch ins Leben gerufen, an dem jährlich mit Stakeholdern aus Privatwirtschaft, Verbänden, Städten, Gemeinden und Kantonen, Informationen und Massnahmen gegen das Littering ausgetauscht und diskutiert werden.

Unterstützung: Das BAFU berät die Kantone und Gemeinden bei der Umsetzung von Massnahmen wie beispielsweise der Littering Toolbox und leistet finanzielle und fachliche Unterstützung an Projekte von Verbänden und Privaten.


Kontakt: waste@bafu.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 10.06.2016

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