Moorlandschaften von nationaler Bedeutung

Kein anderer Lebensraum wurde in den letzten 150 Jahren derart dezimiert wie die Moore. Heute zählen sie zu den für die Natur wertvollsten Gebieten. Moorlandschaften und Moore von besonderer Schönheit und gesamtschweizerischer Bedeutung sind heute auf Verfassungsebene geschützt. Es dürfen darin weder Anlagen gebaut noch Bodenveränderungen vorgenommen werden. Ausgenommen sind Einrichtungen, die dem Schutz oder der bisherigen landwirtschaftlichen Nutzung der Moore und Moorlandschaften dienen.

Eine Moorlandschaft ist eine in besonderem Masse durch Moore geprägte, naturnahe Landschaft. Ihr moorfreier Teil steht zu den Mooren in enger ökologischer, visueller, kultureller oder geschichtlicher Beziehung.

Die 89 Moorlandschaften von nationaler Bedeutung sind heute als Ganzes geschützt. In ihrer Schönheit und in der Erfüllung ihrer Landschaftsleistungen gefährdet sind Moorlandschaften durch den Bau von Bauten und Anlagen sowie durch nicht angepasste Nutzungen und die damit in Zusammenhang stehenden Infrastrukturen, insbesondere durch Freizeitaktivitäten (Naherholung, Sport, Tourismus) und durch die Intensivierung der Land- und Waldwirtschaft.

Von 2012 bis 2017 wurden in Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen die Moorlandschaften von nationaler Bedeutung schweizweit revidiert. An seiner Sitzung vom 29. September 2017 hat der Bundesrat die Revision genehmigt. Sie trat am 1. November 2017 in Kraft.


Medienmitteilung vom 


Die revidierten Objekte der Moorlandschaften sind ab Ende November 2017 auf dem Web-GIS verfügbar.

Schutz der Moorlandschaften

Der strenge Schutz der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und nationaler Bedeutung ergibt sich bereits aus der Verfassung und wird in Art. 23d des Natur- und Heimatschutzgesetzes präzisiert. Er ist zwar für die ausserhalb der geschützten Moorbiotope liegenden Teile etwas weniger rigoros als für die einzelnen Moorbiotope von nationaler Bedeutung.

Er lässt insbesondere eine angepasste, bisherige land- und forstwirtschaftliche Nutzung zu, welche ja auch zur Entstehung dieser besonderen Kulturlandschaften massgeblich beigetragen hat. Weitere Bauten und Anlagen sind darüber hinaus nur dann ausdrücklich zulässig, wenn sie der Erhaltung der Schutzziele, der angepassten land- und waldwirtschaftlichen Nutzung oder dem Schutz der Menschen vor Naturgefahren oder dem Unterhalt und der Erneuerung rechtmässig erstellter Bauten und Anlagen (Bestandesgarantie) dienen.

Für jede Moorlandschaft gelten allgemeine sowie für die jeweiligen Moorlandschaft spezifische Schutzziele. Diese werden durch die Kantone konkretisiert und mit ihren Instrumenten, namentlich durch Schutzverordnungen und mit den Instrumenten der Raumplanung, umgesetzt. Massgebend ist dabei die Moorlandschaftsverordnung. Sie verlangt:

  • Erhaltung der Schönheit und Vielfalt der Landschaft, welche die nationale Bedeutung ausmachen
  • Ungeschmälerte Erhaltung aller Moorbiotope
  • Erhaltung der charakteristischen Elemente einer Moorlandschaft
  • Besondere Rücksichtnahme auf seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere
  • Unterstützung der für die Moorlandschaft typische Nutzung

Für den Schutz der  Hoch- und Übergangsmoore sowie die Flachmoore von nationaler Bedeutung innerhalb der Moorlandschaften gelten die Schutzbestimmungen sowie Schutzziele und -Massnahmen der jeweiligen Inventarverordnungen (Art. 18a NHG). Der Schutz der Biotope von regionaler oder lokaler Bedeutung erfolgt durch die Kantone (Art. 18b Abs.1 NHG).

Operable Schutzziele in Moorlandschaften (PDF, 175 kB, 27.09.2006)Auszug aus dem Handbuch Moorschutz in der Schweiz, 1992-2002.

Wie Schutzziele und Nutzungsansprüche in Einklang gebracht werden (PDF, 178 kB, 27.09.2006)Auszug aus dem Handbuch zum Moorschutz in der Schweiz, 1992-2002

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Letzte Änderung 29.10.2015

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