Was beeinflusst den Landschaftswandel?

Landschaften wandeln sich als Folge natürlicher Prozesse oder menschlicher Aktivitäten und Einflüsse. Dadurch können neue landschaftliche Qualitäten entstehen oder bestehende verloren gehen. Die Schweizer Landschaften haben sich im Verlaufe des letzten Jahrhunderts und insbesondere in den letzten Jahrzehnten besonders schnell verändert. Vielerorts gingen dadurch wertvolle Natur- und Kulturelemente verloren. Landschaften verändern sich zudem in der Wahrnehmung unterschiedlicher Menschen. Ziel des BAFU ist es, die Vielfalt an Landschaften zu erhalten und sie ihrem Charakter entsprechend weiterzuentwickeln.

Die heutige Landschaft ist weitgehend durch die menschliche Bewirtschaftung und Besiedlung sowie das Wirken früherer Generationen geprägt. Die Gestalt der Landschaft wird wesentlich durch die landwirtschaftliche Nutzung, die Siedlungsentwicklung, den Bau von Infrastrukturen wie Strassen, Eisenbahnen, Energiegewinnungs- oder Freizeitanlagen beeinflusst.

Neue Wohnquartiere und Arbeitsgebiete entstehen. Bisher offenes Kulturland wird überbaut und der Boden versiegelt. In der Landwirtschaft setzt sich der Strukturwandel fort. Die Intensivierung in der Landwirtschaft führt einerseits zum Verlust von landschaftsprägenden und ökologisch wertvollen Kleinstrukturen wie Baumgruppen, Hecken, Kleingehölzen oder zur Einebnung des Geländes. Andererseits führt die Nutzungsaufgabe zum Verbuschen von Sömmerungsweiden.

Das Verkehrsnetz hat vor allem in den letzten Jahrzehnten einen starken Ausbau erfahren und die Landschaft in immer kleinere Einheiten zerschnitten. Der Bau von Wasserkraftanlagen wie Staudämmen und Flusskraftwerken, aber auch von Hochspannungsleitungen, Windkraft- und Solaranlagen hat die Landschaften in weiten Teilen der Schweiz bereits bisher stark geprägt. Die Notwendigkeit, neue Anlagen für die Nutzung erneuerbarer Energien zu erstellen, wird den Landschaftswandel in den kommenden Jahren erheblich beeinflussen.

Hochwasserschutzmassnahmen, Eindolungen, Begradigungen und Kanalisierungen zur Landgewinnung haben im Laufe des 20. Jahrhunderts das Gewässernetz völlig umgestaltet. Inzwischen verpflichtet das Gewässerschutzgesetz, die Gewässer zu revitalisieren und dabei den landschaftlichen Qualitäten, wie der Zugänglichkeit, und den Erholungsaspekten Rechnung zu tragen. Zur Befriedigung von Freizeitbedürfnissen wie Erholung, Sport und Tourismus werden auch ausserhalb des Siedlungsgebietes Anlagen und Einrichtungen wie Restaurants, Skianlagen und -pisten, Funparks, Rutschbahnen, Biketrails usw. erstellt.

Insgesamt ist es die Summe einer Vielzahl grosser und kleiner Massnahmen und Eingriffe, die die Veränderung der Landschaft bewirken. Mit dem Monitoringprogramm «Landschaftsbeobachtung Schweiz» (LABES) werden sowohl die Einflussfaktoren für den Landschaftswandel als auch der Landschaftswandel selbst erfasst. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf den Aspekten der Landschaftswahrnehmung.

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Letzte Änderung 02.10.2018

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