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Veröffentlicht am 3. März 2026

150 Jahre Forstpolizeigesetz – eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft

Das historische Forstpolizeigesetz vom 24. März 1876 markiert den Beginn einer national koordinierten Waldpolitik in der Verbundaufgabe von Bund und Kantonen. Diese kann als «nachhaltige Erfolgsgeschichte» bewertet werden, da die Waldfläche seither erhalten und die Waldfunktionen gestärkt werden konnten.

Titelseite Forstpolizeigesetz 1876

Das Bundesgesetz betreffend die eidgenössische Oberaufsicht über die Forstpolizei im Hochgebirge von 1876 entstand vor dem Hintergrund massiver Waldübernutzung und verheerender Überschwemmungen; das heutige Waldgesetz sichert eine multifunktionale, nachhaltig bewirtschaftete Waldfläche in der ganzen Schweiz. Über 150 Jahre hinweg verschob sich der Fokus von reiner Gefahrenabwehr, und Flächenerhalt hin zu Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen des Waldes sowie einer kooperativen, programmorientierten Waldpolitik.

Aus Anlass des 150. Jahrestags der Inkraftsetzung des Vorgängers unseres heutigen Waldgesetzes stellen wir hier in einem kurzen Überblick vor, wie aus dem ersten Forstpolizeigesetz ein modernes, international anerkanntes Rahmenwerk wurde, welches den Schweizer Wald seit 150 Jahren schützt – und auch in Zukunft stärken wird.

Was folgte, ist eine Erfolgsgeschichte: Die Waldfläche blieb erhalten, Schutzwälder wurden aufgebaut, Biodiversität und Erholung gewannen an Bedeutung – und das Vertrauen der Bevölkerung in ein starkes Waldgesetz wächst bis heute.

Der Nachhaltigkeit verpflichtet

Das Forstpolizeigesetz von 1876 war und ist internationales Vorbild.

Das revolutionär Neue am Forstpolizeigesetz von 1876 war sein Grundsatz der Nachhaltigkeit: Die Erkenntnis, dass jede Generation Anrecht auf die gleichen Ertragsmöglichkeiten haben soll, dass immer nur die Zinsen – das nachwachsende Holz – genutzt werden dürfen, dass das Kapital – der Holzvorrat – aber unangetastet bleiben soll.

Das Waldgesetz (WaG) heute

Dank dem Waldgesetz blieb die Waldfläche erhalten, Schutzwälder wurden aufgebaut, Biodiversität und Erholung gewannen an Bedeutung – und das Vertrauen der Bevölkerung in ein starkes Waldgesetz wächst bis heute.

Das heutige Gesetz ist eines der strengsten weltweit und basiert auf vier Säulen:

  • Flächengarantie: Der Wald muss in seiner Fläche und räumlichen Verteilung erhalten bleiben. Rodungen können nur in Ausnahmefällen bewilligt werden und es ist Rodungsersatz zu leisten.
  • Schutz vor Naturgefahren: In einem Gebirgsland wie der Schweiz ist der Wald die günstigste und effektivste Versicherung gegen Lawinen und Steinschlag.
  • Klimaschutz & Biodiversität: Der Wald fungiert als Rückzugsort für bedrohte Arten und kann als CO2-Senke wirken. Das Gesetz schafft die Grundlagen dafür, dass der Wald auch unter dem Stress externer Einflüsse wie bspw. des Klimawandels, besonders gefährlichen Schadorganismen oder invasiver gebietsfremder Arten resilient bleibt.
  • Freier Zugang: Das Gesetz garantiert (zusammen mit dem ZGB), dass der Wald für die Bevölkerung frei zugänglich bleibt.

Was sind die aktuellen Herausforderungen für den Wald?

Das aktuelle Waldgesetz ist zentrales Instrument zur Bewältigung heutiger Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Naturgefahrenmanagement und Versorgung mit einheimischem Holz in einer dicht genutzten Landschaft.

Der Waldbericht 2025 gibt einen umfassenden Einblicken in den Zustand des Schweizer Waldes, seine Entwicklung und seine Zukunft.

Sie finden auf der Webseite zum Waldbericht 2025 die wichtigsten Erkenntnisse aus 10 Jahren Waldmonitoring sowie weitere interessante Beiträge rund um den Wald:

Waldbericht 2025: Der Puls des Schweizer Waldes

Und was bringt die Zukunft?

Mit der «Integralen Wald und Holzstrategie 2050» hat der Bundesrat Ende 2025 die strategische Ausrichtung der Schweiz im Sektor «Wald und Holz» für die nächsten Jahre festgelegt. Die IWHS 2050 verfolgt das Ziel, den Wald langfristig vielfältig, gesund und naturnah zu erhalten und ihn nachhaltig zu bewirtschaften, um seine Funktionen und vielfältigen Leistungen, wie die effiziente Nutzung der einheimischen Ressource Holz, sicherzustellen.

Integrale Wald- und Holzstrategie 2050

Weiterführende Informationen

Abteilung Wald

Bundesamt für Umwelt BAFU
Abteilung Wald
Monbijoustrasse 40
3003 Bern