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Veröffentlicht am 27. Januar 2026

Grossprojekte Hochwasserschutz

Der Hochwasserschutz bei der Rhone, dem Alpenrhein, der Linth und den Juragewässern muss an die aktuellen Anforderungen angepasst werden. Das BAFU unterstützt die betroffenen Kantone bei der Konzeption, Planung und Realisierung der vier Grossprojekte.

Die 3. Rhonekorrektion: Ein Generationenprojekt für mehr Sicherheit

Die 3. Rhonekorrektion der Kantone Wallis und Waadt ist das grösste Hochwasserschutzprojekt der Schweiz. Es umfasst eine Länge von 162 Kilometern Flusslauf, betrifft den Schutz für gut 100‘000 Menschen und verhindert mögliche Hochwasserschäden im Umfang von geschätzten 10 Milliarden Franken. Neben mehr Sicherheit soll das Projekt auch mehr Natur für das Rhonetal bringen. Es ist ein Generationenprojekt, dessen Bauzeit mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Angesichts der Dimension und der Kosten des Projektes liess das Bundesamt für Umwelt die Grössenordnung der Kosten von 3,6 Milliarden Franken plausibilisieren.

Alpenrhein

Der Alpenrhein ist einer der grössten Gebirgsflüsse der Schweiz und Österreichs und hat in den letzten Jahrhunderten zu zahlreichen Hochwasserkatastrophen im Rheintal geführt. Mit dem Projekt RHESI (Rhein – Erholung und Sicherheit) wird der Hochwasserschutz im Rheintal verbessert und der Alpenrhein als Lebensraum für Mensch und Natur aufgewertet.

Sihl

Während der Hochwasserereignisse im August 2005 entging die Stadt Zürich nur knapp grossen Hochwasserschäden. Beinahe wäre die Sihl über die Ufer getreten und hätte ausgedehnte Teile der Zürcher Innenstadt sowie den Hauptbahnhof unter Wasser gesetzt. Daher initiierte der Kanton Zürich in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Partnern das Projekt Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee und Limmat.

Gefahrengrundlagen für Extremhochwasser (EXAR)

Das BAFU erarbeitet zusammen mit dem Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) und den Bundesämtern für Energie (BFE), für Bevölkerungsschutz (BABS) und für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) Grundlagen für die Beurteilung der Gefährdung durch Extremhochwasser an der Aare. Am 22. Februar 2021 wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Damit verfügen die Behörden und Betreiber von Anlagen über fundierte Grundlagen, um kritische Infrastrukturen besser vor Extremhochwasser zu schützen.

Projekt Extremhochwasser Schweiz (EXCH)

Hochwasser ist die Naturgefahr, die in der Schweiz die höchsten Schäden verursacht. Vier von fünf Gemeinden waren in den letzten 40 Jahren von Überschwemmungen betroffen. Nach dem Projekt «Extremhochwasser an der Aare» (EXAR) haben das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Bundesamt für Energie (BFE) deshalb gemeinsam in einem daran anschliessenden Projekt «Extremhochwasser in der Schweiz» (EXCH) die Analyse auf alle grossen Einzugsgebiete der Schweiz ausgeweitet. Im November 2025 wurden die Ergebnisse für die grossen Einzugsgebiete veröffentlicht. Damit verfügen die Behörden über fundierte Grundlagen, um kritische Infrastrukturen besser vor Extremhochwasser zu schützen.